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Gemeinden
Samstag, 16. Dezember 2017 6

Präsentation

Kreativität zieht bei der Verwaltung ein

Müll wird Kunst: „Upcycling“ ist das Stichwort bei der Ausstellung „Rathaus wird Kunsthaus“, die in Saal eröffnet wird.
Von Roland Kugler

Benutzte Kaffeekapseln erhalten ein weiteres, ein „himmlisches“ Leben - Simone Pirthauer fertigt daraus Engel. Foto: Kugler

Saal.„Das Schaf hat wohl einen kleinen Schwächeanfall erlitten weil es umgefallen ist“, sagt Ottmar Hammer schmunzelnd und klebt es mit einem Tropfen aus der Klebepistole in der Krippe fest. Schon seit Jahren baut der Saaler Krippen, für die Familie oder Bekannte, heuer stellt er zum ersten Mal welche aus. Am Donnerstag um 18 Uhr eröffnet die Gemeinde Saal zum dritten Mal ihre Kunstausstellung, und sie wird immer beliebter.

„Grad solls scho a sei“ sagt Gemeindemitarbeiter Richard Eifler beim Hängen der Bilder von Helga Ritter. Foto: Kugler

Geschäftig geht es zu im Rathaus am Montagvormittag als die Künstler ihre Werke bringen und passend zu platzieren versuchen. An den Wänden hängen Bilder, und in jeder Ecke stehen Werke aus Holz, Stein, Keramik, Textilien und allem woraus Kunst entstehen kann.

In der „Weiberwerkstatt“ aktiv

Und da sind der Fantasie keine Grenzen gesetzt, manche Künstler verwenden Materialien die wir täglich als Müll produzieren und wegwerfen. „Upcycling“, das heißt, Sachen die nicht nur teilweise und mit Energieverbrauch wieder recycled werden, sondern so wie sie sind hergenommen und neu gestaltet werden. Wiederverwertet und noch schöner und wertvoller gemacht werden. Kunst eben.

Simone Pirthauer aus Mitterfecking hat zum Beispiel aus leeren Kaffeekapseln kleine Engel gemacht. Sie verwendet auch Stoffreste oder altes Geschirr: „Eine Tasse wird in Beton eingegossen, mit Fliesenscherben verziert und mit einer Hauswurz bepflanzt“ erklärt sie. Sie ist eine Hobbykünstlerin aus der „Weiberwerkstatt“. Das sind zwei Gruppen die sich einmal im Monat im Werkraum der Saaler Schule treffen um gemeinsam zu basteln. Auch Anna-Hedwig Grebler aus Saal betreibt upcycling, sie gestaltet aus Sektkorkenbügel kleine Möbel. „Ich hab die Metallteile mit zwei Zangerln zurechtgebogen und teilweise mit Stoff überzogen“ erläutert sie ihre Vorgehensweise. Sie stellt auch selbst gemachte Colliers mit Perlmuttknöpfen aus und eine mit unzähligen Perlen verzierte Singvogelgruppe.

Diese Krippe von Ottmar Hammer hat auf der Rückseite noch eine zweite Krippe, ist drehbar und von innen beleuchtet. Foto: Kugler

Überregionalen Flair bringt Stefanie Richter mit. Sie stammt aus Frankfurt und lebt seit vier Jahren in Saal. „Mit der bayerischen Mentalität tu ich mich manchmal noch etwas schwer“ gesteht sie, aber es gefällt ihr hier. Sie malt auch, aber am liebsten ist sie Holzbildhauerin. „Ich hab schon als Kind mit Holz gearbeitet“ sagt sie, „geschraubt, genagelt und beschnitzt was ich gefunden habe.“

Erinnerungen an den Urlaub

Eine ihrer Skulpturen entstand aus einem Stück Treibholz aus dem Süden Korsikas und heißt auch so, Corse du Sud. „Ich wollte die Stimmung einfangen, das Meer, die Berge, was Korsika ausmacht. Nur mein Mann hat mich ein bisschen geschimpft weil ich schon das halbe Auto vollgesammelt hatte“, erzählt sie lachend.

Ausstellung dauert bis 6. Januar

  • Dauer:

    Die Ausstellung „Rathaus wird Kunsthaus“ wird am Donnerstag um 18 Uhr eröffnet und ist bis 6. Januar zu den Geschäftszeiten der Verwaltung zu besichtigen..

  • Teilnehmer:

    Mehr als 28 Kreativschaffende aus der Gemeinde und Schüler der Mittelschule Saal. (xku)

Michaela Heimel zeigt selbstgefertigten Schmuck mit Heil- und Edelsteinen oder Naturmaterialien und Porzellandesign. Sie möchte Kunst schaffen die auch glücklich macht, sagt sie, „viele Leute freuen sich wenn sie am Morgen aus einer schönen Tasse mit einem schönen Spruch trinken.“

Und Krippenbauer Ottmar Hammer ist mit einem neuen Werk vertreten: Er hat eine drehbare und von innen beleuchtbare Doppelkrippe gebaut. Aus Birkenholz, dreißig Stunden hat er etwa dafür gebraucht. „Nur die Technik ist nicht so einfach, wegen der Drehbarkeit kann ich sie nur mit einer Batterie beleuchten“ erklärt er.

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