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Aus dem Gerichtssaal
Dienstag, 12. Dezember 2017 5

Gericht

Prellungen und ein abgebrochener Zahn

Der Angeklagte schlug seinem Kontrahenten vor dem Mia in Cham mit der Faust ins Gesicht und mehrmals auf den Hinterkopf.
Von Hans Schmelber

Die Verhandlung fand vor dem Amtsgericht in Cham statt. Foto: Frank Rumpenhorst/dpa

Cham.90 Tagessätze zu 35 Euro und die Kosten des Verfahrens lautete das Urteil des Gerichts in einer Strafsache wegen gefährlicher Körperverletzung am Dienstagnachmittag im Amtsgericht. 120 Tagessätze hatte der Staatsanwalt gefordert.

Grund des Streits war eine Frau

Geladen waren dazu drei Zeugen von denen aber nur der an der Schlägerei Beteiligte gehört wurde. Abgespielt hatte sich das Ganze am 13. Mai gegen 2 Uhr vor dem Lokal Mia. „Was machst du mit meiner Freundin“, soll ihn der Angeklagte gefragt haben. Nach der Schilderung des Zeugen entstand das Ganze wegen einer Bekannten, als deren Freund sich der Angeklagte sah, dem aber der Verletzte die Aussage „Exfreund“ entgegenhielt. Daraufhin stellte ihn der Angeklagte vor der Toilette, und die beiden waren sich einig, nach draußen zu gehen, was der Richter in seiner Urteilsbegründung so beurteilte, dass beide die Angelegenheit mit Fäusten austragen wollten.

Der Kampf aber verlief einseitig, weil der Verletzte sofort einem Faustschlag ins Gesicht bekam, zu Boden ging und auf dem Gesicht liegend mehrere Faustschläge auf dem Hinterkopf bekam, obwohl er sich seiner Aussage nach schon „ergeben“ hatte. Daraufhin verlor er das Bewusstsein und konnte sich dann an fast nichts mehr erinnern. Seiner Aussage bei der Polizei nach, bekam er auch mehrere Fußtritte in den Körper.

Am Tag der Verhandlung allerdings war ihm das nicht mehr so bewusst, und er berief sich auf seinen Trunkenheitszustand, der später auf dem Polizeirevier mit 1,19 Promille festgestellt wurde und nach Meinung des Staatsanwalts eigentlich keine Volltrunkenheit darstellte. Seinen ersten Angaben nach ging er dann blutüberströmt zum Türsteher und fragte nach dem Namen des am Kampf Beteiligten, worüber ihm dieser auch Auskunft gab. Seine Freundin überredete ihn, aufgrund seiner Verletzungen in das Krankenhaus zu fahren, was auch gemacht wurde. Ein abgebrochener Schneidezahn, eine geplatzte Lippe, Prellungen am Kopf, Gesichtsverletzungen und Hämatome sowie ein Verdacht auf Schädelbasisbruch wurden registriert. Der medizinische Bericht, den der Verletzte bei der Polizei abgegeben hatte, war aber laut Richter nicht in der Akte. Weil sich das Ganze an einem Donnerstag abgespielt hatte, blieb der Verletzte, der von Beruf Kaminkehrer ist, am Freitag zu Hause und hatte einen Termin beim Zahnarzt. Der Verletzte machte widersprüchliche Angaben. Bei der Polizei hatte er seinen Gegner als langhaarig beschrieben, nahm aber am Dienstag diese Aussage zurück. Auf die Frage des Richters, ob er denn seinen Widersacher erkennt, bestätigte der Verletzte mehrmals, er sei sich 100-prozentig sicher, der Angeklagte sei es gewesen.

Der Angeklagte sagte nicht aus

Vor Gericht wollte der Angeklagte laut Aussage seines Verteidigers keine Aussage machen. Der Anwalt des Angeklagten hielt dem Verletzten auch seine widersprüchlichen Aussagen vor. Richter Voith unterbrach die Verhandlung und bat Staatsanwalt und Verteidiger zu einer Aussprache. Danach erfolgten Gespräche mit dem Angeklagten und dem Zeugen.

Anschließend verkündete der Richter, die Anklage werde von gefährlicher Körperverletzung auf vorsätzliche heruntergestuft. Ein Geständnis wäre strafmildernd, und die Strafe dafür würde sich zwischen 90 und 120 Tagessätzen bewegen. Der Staatsanwalt zeigte sich einverstanden. Es wurde beschlossen, auf die Einvernahme weiterer Zeugen zu verzichten.

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