mz_logo

Gillamoos
Montag, 20. November 2017 11

Kabarett

Der König der Bayern macht Stimmung

Twitter-Söder, FDP-Eisbären und ein Paradies voller Jungfrauen: Volles Haus beim Auftritt von Kabarettist Wolfgang Krebs.

Kabarettist Wolfgang Krebs in seiner Paraderolle als Edmund Stoiber. Foto: Pieknik

Abensberg.Nicht einen, nicht zwei, sondern drei Ministerpräsidenten – also einen ehemaligen, einen aktuellen und einen künftige – gibt es im Ottenbräu-Zelt auf dem Gillamoos. „Wer ist denn sonst noch da?“, fragt Kabarettist Wolfgang Krebs in seiner Paraderolle als Edmund Stoiber. „Bei den Grünen kommt Simone Peter, die weibliche Seite von Cem Özdemir.“ Im Stadelzelt spricht Generalsekretär Daniel Föst. „Der Generalsekretär der bayerischen FDP ist so wichtig wie ein Eisbärenbeauftragter auf den Malediven.“ Bei der CSU hätten sie gleich gar keinen gefunden. „Dort steht heuer Peter Altmaier, einer von der CDU! Also von einer Partei, mit der wir uns gerade bestenfalls in einer Feuerpause befinden.“

Zum zehnten Mal ist der Kabarettist beim politischen Schlagabtausch auf Niederbayerns zweitgrößtem Volksfest dabei. Das Zelt der Brauerei Ottenbräu ist bumsvoll. Schon eine Stunde vor Beginn bilden sich Schlangen. „Ich bin jedes Jahr da und jedes Jahr ist die Stimmung super. Dem Krebs fällt auch immer was Neues ein und den Leuten gefällt es, wie man sieht“, lobt Josef Forsthuber, der eigens aus München angereist ist. Wie Forsthuber geht es vielen Besuchern. Sie wollen sich lieber amüsieren, statt politische Kost verdauen.

Höchst aktuell

Dabei ist auch Krebs höchst aktuell. Zum Wahlausgang in Mecklenburg-„Vorpolen“ merkt er an: „Die AfD, das ist die Partei von diesem Alexander Gauleiter. Äh, Gauland. Und dann haben die noch einen gewissen Björn Höcke, der im thüringischen Dämmerlicht Reden hält und dabei von Fackeln erleuchtet wird. Da muss ich Ihnen ehrlich sagen, wenn nachts bei Fackelschein selbst ernannte Göbbels-Nachfolger wieder vom Untergang des Volkes schwadronieren, dann sollte man da schleunigst einen Grenzzaun drumherumbauen.“ Traditionell kommt Krebs als CSU-Ehrenvorsitzender Edmund Stoiber auf die Bühne, jener Rolle, die ihm den kabarettistischen Durchbruch brachte. „Edmund, König der Bayern“ begrüßt ihn das Volk beim Einzug. „Es gibt einen Ort, an dem die bayerische Leitkultur noch eine Schaumkrone hat! Das ist der Gillamoos“, befeuert er das Publikum. Dann folgt ein Feuerwerk an Gags. Über Finanzminister Markus Söder: „Bei dem passt der intellektuelle Horizont in 144 Twitter-Zeichen.“ Oder über Franz Beckenbauer: „Ein Beckenbauer – das ist so etwas ähnliches wie ein Franz Josef Strauß! Hochkrimininell, aber immer im Interesse Bayerns.“

Edmund-Rufe und Standing Ovations

Auch die staatsanwaltschaftlichen Ermittlungen gegen den Regensburger Oberbürgermeister Joachim Wolbergs thematisiert der Kabarettist und zieht Vergleiche zum Fußballweltverband. Über Salafisten lästert er: „Von 72 wunderschönen Jungfrauen träumt der Salafist. Da sollte er mal einen Kenner der weiblichen Damenwelt befragen. Da, wo 72 Frauen auf engem Raum miteinander längere Zeit verbringen, handelt es sich selten um das Paradies.“ Das Publikum jubelt, zollt Zwischenapplaus für Krebs’ Darbietungen als Stoiber, Seehofer und Söder. Bei der Verabschiedung gibt es „Edmund“-Rufe und Standing Ovations. Im nächsten Jahr, so verspricht er, ist er wieder dabei. Angesichts der Tatsache dass in allen anderen Zelten Plätze frei geblieben sind, hat der Ottenbräu-Wirt da sicher nichts dagegen.

Die besten Sprüche vom Gillamoos-Montag finden Sie hier:

Politischer Gillamoos 2016: Die besten Sprüche

Unsere Reporter berichteten im NewsBlog vom politischen Gillamoos in Abensberg. Der Blog zum Nachlesen:

Alle Nachrichten zum Gillamoos finden Sie hier.

Die Kommentarfunktion steht exklusiv unseren Abonnenten zur Verfügung. Als Abonnent melden Sie sich bitte an oder registrieren Sie sich. Alle anderen Nutzer finden preiswerte Angebote in unserem Aboshop.

Anmelden Registrieren Zum Abo-Shop

Sie sind noch nicht registriert?

Neu registrieren

MessageBox

Nachricht