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Kreispolitik Kelheim
Mittwoch, 13. Dezember 2017 3

ÖPNV

Die Freizeitbusse fahren ab 2018 öfter

Ab dem Frühjahr erhöht sich der Takt. Mit Linienteilung, neuen Spätfahrten und Umsteige-Optionen will der Landkreis punkten.
Von Beate Weigert

Ab dem Frühjahr 2018 ändert sich einiges: An Wochenenden und Feiertagen bringen die Freizeitbusse Radler und andere Ausflügler zu Sehenswürdigkeiten nach Kelheim oder dem Hundertwasserturm in Abensberg oder aber auch zu reizvollen Startpunkten für Fahrradtouren. Foto: Landkreis

Kelheim.Vor einem halben Jahr waren Veränderungen beim öffentlichen Personen-Nahverkehr, kurz ÖPNV, in den Kreisgremien debattiert worden. Nun wurden im ÖPNV-Ausschuss erste Veränderungen vorgestellt. So soll mit einem Kelheimer Stadtbus (wir berichteten) etwas Neues installiert werden. Aber auch bei bestehenden Angeboten, wie dem Freizeitbus, tut sich etwas, um sie attraktiver zu machen.

Zusätzlicher Bus ab Abensberg

Landrat Martin Neumeyer informierte, dass alles eingearbeitet worden sei, was „wir verändern wollten“. Statt bislang drei Freizeitbus-Routen gibt es ab der neuen Saison vier. Denn die vorhandene Linie 3 von Kelheim nach Mainburg und zurück, wird in zwei Touren unterteilt: Bus drei pendelt künftig zwischen Kelheim und Abensberg, ein neuer zusätzlicher Bus ist zwischen Abensberg und Mainburg unterwegs.

Dadurch könne das Angebot hier von 14 auf 25 Fahrten pro Fahrtag ausgeweitet und ein durchgängiger Zwei-Stunden-Takt eingeführt werden, so ÖPNV-Sachgebietsleiter Mike Süß. Nicht nur hier erhöht sich der Takt, auch Bus 1, der zwischen Regensburg und Riedenburg verkehrt, soll es ab 2018 statt bislang sechs künftig zehn Fahrten pro Fahrtag geben.

Auf dieser Linie hätte als Alternative auch eine Schnellanbindung nach Kelheim zur Wahl gestanden. Den Vorzug gaben die Verantwortlichen jedoch einem höheren Takt. Der sei wohl am attraktivsten für die Fahrgäste. Obendrein wäre ein Schnellbus zulasten eines höheren Takts gegangen.

Des Weiteren wurden teils zusätzliche Spätfahren eingeplant, Umsteigemöglichkeiten unter den Bussen bzw. in Abensberg auf die Züge in Richtung Regensburg oder Ingolstadt.

Künftig ab 1. Mai

  • Die Freizeitbusse

    sind eine Einrichtung, die sich in erster Linie an die Landkreisbürger richtet, betonte Landrat Neumeyer. Viele dächten immer noch, dass dies ein spezielles Angebot für Touristen sei.

  • Die Linien

    werden ab der neuen Saison von 1. Mai bis 3. Oktober bedient. Bis 2017 war die Saison bereits am Karsamstag gestartet.

  • Die Freizeitbusse

    sind mit einem Fahrradanhänger ausgestattet und verkehren an Wochenenden und Feiertagen.

  • Die Verkehrsgemeinschaft

    Landkreis Kelheim (VLK) ist auch für die Freizeitbusse zuständig. Die VLK ist ein Zusammenschluss der Busunternehmen im Landkreis Kelheim.

Eine Schnellanbindung zwischen Abensberg und Kelheim kommt erst einmal nicht, sagte ÖPNV-Sachgebietsleiter Mike Süß auf Nachfrage von ÖDP-Kreisrätin Annette Setzensack. „Fangen wir erst einmal an, dann können wir Schritt für Schritt Weiteres ändern“, sagte Landrat Neumeyer.

Das Nachjustieren auf den Freizeitbuslinien 1 und 3 schlägt pro Saison mit 35 000 bzw. 61 000 Euro zu Buche. Einstimmig wurde den Angebotserweiterungen von den Mitgliedern des ÖPNV-Ausschusses stattgegeben. Sie werden ab Frühjahr 2018 umgesetzt.

Ebenfalls einstimmig gab es Zustimmung für die Zuschüsse an die Gemeinden Abensberg, Bad Abbach, Essing, Kelheim, Langquaid, Mainburg, Neustadt, Riedenburg, Saal und Siegenburg. Von den ÖPNV-Zuweisungen, die er Landkreis Kelheim für das Jahr 2016 in Höhe von knapp 277 000 Euro erhalten hatte, sollen insgesamt 13 410 Euro anteilig an die Gemeinden fließen. Deren Ausgaben hatten sich im vergangenen Jahr insgesamt auf knapp 46 000 Euro belaufen. Die zehn Kommunen bekommen somit denselben Prozentsatz erstattet, wie der Landkreis vom Bezirk bei den Zuweisungen – nämlich knapp 30 Prozent. Der Form halber wies das Landratsamt darauf hin, dass es keinen Rechtsanspruch für die Förderung in gleicher Höhe für 2017 gebe.

Des Weiteren stellte Sachgebietsleiter Süß den ÖPNV-Haushalt für 2018 vor. Darin sind angenommene Einnahmen in Höhe von 375 400 Euro und Ausgaben von etwas mehr als 1,5 Millionen Euro enthalten. Die größten Änderungen zum Vorjahr ergeben sich laut Süß aus veränderten Personalkosten. Zum einen einer neuen Halbtagskraft und die Hälfte seiner persönlichen Stelle. Im Haushalt stiegen die Beamtenbezüge konkret von 25000 auf 61 200 Euro sowie Angestelltenvergütungen von 155 000 auf 163 000 Euro.

Diskussion um Personalkosten

SLU-Kreisrat Dr. Andreas Fischer hatte als einziger angesichts der gestiegenen Personalkosten „Bauchschmerzen“ und stimmte gegen den Haushalt. An den CSU-Landrat gewandt, setzte er hinzu, dass die steigenden Personalkosten früher auch von der CSU kritisiert worden seien. Süß rechtfertigte die Mehrausgaben mit mehr Arbeit, die bewältigt werden müsse. FW-Kreisrat und Bad Abbachs Bürgermeister Ludwig Wachs sowie ÖDP-Frau Setzensack sprangen Süß zur Seite. Sie verwiesen etwa auf die zuvor vorgestellten Verbesserungen. „Das schüttelt sich nicht aus dem Ärmel.“

Landrat Neumeyer sagte Fischer zu, dass er die Personalkosten der vergangenen zehn Jahre vorgelegt bekomme. Martin Kiermeyer (CSU) verwies auf die steigende Bedeutung des ÖPNV in den kommenden Jahren. Und Landrat Neumeyer führte die erst 2017 aufgenommene Bus-Verbindung von Painten zum Deuerlinger Bahnhof ins Feld. Die sei nach wenigen Monaten bereits ein „Erfolg“. Da müsse man nur die Paintner oder deren Bürgermeister fragen.

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