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Kelheim
Donnerstag, 18. Januar 2018 7

Kultur

„Kunst-voll“ ins neue Jahr

Übers Wochenende zeigt Kathrin Schmied in Riedenburg, wie ihr künstlerischer Anfang aussieht – hauchzart bis explosiv.
von Petra Kolbinger

  • Acryl auf Leinwand – das ist Kathrin Schmieds Lieblingstechnik. Fotos: Kolbinger
  • Kathrin Schmied

Riedenburg.„Am Anfang“ – das ist der Titel einer Gemälde-Ausstellung mit Werken der Künstlerin Kathrin Schmied (27). Nach der Vernissage mit geladenen Gästen am Freitag steht das erste Januar-Wochenende ganz im Zeichen von Farben, Formen und Worten.

Die Technik: Acryl auf Leinwand. Die Farben: von hauchzart bis explosiv. Die Bilder: passen in keine Schublade und sind so vieldeutig, wie der Titel der Ausstellung, die bei der von der Kulturbeauftragten der Stadt Riedenburg, Thea Helmich, ins Leben gerufenen Aktion „Kunst-voll“ stattfindet.

War die ursprünglich dazu gedacht, Leerstände in der Altstadt aufzuhübschen und in den Fokus potenzieller Mieter zu rücken, mausert sie sich allmählich zu einem Medium, mit dem Riedenburger Künstler erste Schritte in die Öffentlichkeit wagen und ihr kreatives Schaffen einem weiten Kreis Interessierter zugänglich machen können.

Auch für Kathrin Schmied ist es eine Premiere: „...am Anfang halt“, lacht sie und sagt, sie habe zwar schon als Kind gerne gemalt, nach der Schulzeit diese Ausdrucksform aber ziemlich vernachlässigt und erst in jüngerer Zeit für sich wieder entdeckt.

„Da war so viel in mir drin, das einfach raus wollte“, sagt sie. In der neu bezogenen Wohnung in Haidhof erklärt sie beim Pressegespräch, dass es zwei Wege gibt, wie ihre Bilder entstehen. „Die einen sind in meinem Kopf gereift, ehe ich anfange zu malen“, sagt Schmied. „Ich habe dann einen Plan, der sich aber während des Malens stetig weiter entwickelt. Für diese Bilder brauche ich Zeit. Und manchmal will die Leinwand nicht so, wie ich. Andere entstehen spontan. Da juckt’s mich richtig in den Fingern und ich male einfach intuitiv. Fertig sind die Bilder, wenn sie sich gut anfühlen. Manche stelle ich weg und spüre mit einigem Abstand, dass sie eben nicht fertig sind. Und mit manchen streite ich intensiv“, sagt sie und lächelt. „Wie mit ,Adam und Eva’“. Letztlich hat das Motiv sich durchgesetzt und dass dieses Herzstück ihrer Ausstellung im Trausaal des Alten Rathauses einen äußerst stimmungsvollen Rahmen gefunden hat, freut die Künstlerin ganz besonders.

Ganz ohne Worte geht es bei Kathrin Schmied aber nicht: auf einigen ihrer Bilder finden sich Zitate aus Werken von Siegfried Lenz. „Ich war vierzehn, als meine Mutter mir ein Buch von ihm schenkte“, erinnerte Schmied sich an ihre Begegnung mit den Kurzgeschichten und Essays des herausragenden Vertreters deutscher Nachkriegsliteratur.

„Mit ,Die Deutschstunde’ war ich angefixt. Ich war mega begeistert, wie viel der Autor zwischen den Zeilen vermittelt. Und so blieb Lenz mein absoluter Lieblingsschriftsteller bis heute!“

Umso mehr freut die Künstlerin sich, dass Friedel Helmich in die Vernissage einige Kurzgeschichten von Lenz einstreuen wird.

Kredenzt wird bei der Vernissage übrigens Pils statt Sekt. Kathrin Schmied verbiegt sich nicht – weder beim Malen oder Schreiben, noch bei der Bewirtung ihrer Gäste, auf die sie sich sehr freut.

Die Künstlerin Kathrin Schmied stellt eigene Bilder in Acryl auf Leinwand aus. Unter dem Titel „Am Anfang“ ist die Ausstellung im Haus des Gastes am ersten Januarwochenende zu sehen.

Vernissage ist am Freitag, 5. Januar, 19 Uhr. Öffnungszeiten der Ausstellung: Samstag, 14 bis 18 Uhr, in Kombination mit der Tauschbörse für ungeliebte Weihnachtsgeschenke und am Sonntag, 11 bis 16 Uhr. Der Eintritt ist frei.

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