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Natur vor der Haustür
Mittwoch, 20. September 2017 17° 6

Natur

Minister Brunner gibt Bienenwald frei

1827 Vogelkirschen und andere Frühlingsblüher sollen den Bienen den Start ins Jahr erleichtern. Das ist ein Vorzeigeprojekt.
Von Petra Kolbinger

  • Die Haselnuss wurde als einer von vielen Sträuchern und Bäumen gepflanzt, um im Frühjahr die Bienen mit Nahrung zu versorgen. Foto: dpa
  • Die Kinder des Waldkindergartens hatten für die zahlreichen Ehrengäste eine buntes Programm einstudiert. Fotos: Kolbinger

Riedenburg. „Bienen braucht das Land! Und Bienen brauchen das Land, die Natur und den Menschen. Und die Menschen brauchen die Bienen.“ Der von Forstdirektor Nikolaus Ritzinger vom Amt für Landwirtschaft, Ernährung und Forsten (AELF) Abensberg, seines Zeichens zugleich Imker, zitierte Satz, ist so zutreffend wie unbestritten. Und weil dem so ist, wurde am Mittwochmorgen unweit des Ortsteils Dieterzhofen und des Waldkindergartenareals der bienenfreundliche Wald, kurz: „Bienenwald“ der Stadt Riedenburg mit Staatsminister Helmut Brunner feierlich eröffnet.

Riedenburg hat im vergangenen Jahr den Staatspreis für vorbildliche Waldbewirtschaftung erhalten und ruhte sich nicht aus auf den sprichwörtlichen Lorbeeren. Vielmehr hat sie in enger Zusammenarbeit mit dem AELF und Stadtförster Hubert Besl-meisl auf einer 0,7 Hektar großen städtischen Fläche Ende März 1827 Vogelkirschen, Wildapfelbäume, Salweiden, Edelkastanien und zahlreiche Straucharten, wie Haselnuss, Weißdorn, Ohrweide, Feldahorn und Heckenkirsche gepflanzt. Es handelt sich dabei um Frühblüher und Pollenspender, die eine gute Frühjahrsentwicklung der Bienenvölker gewährleisten sollen, damit die mit guter Volksstärke in die Waldtracht gehen können.

„Je schwärzer, desto lieber!“

Waldhonig sei auch sein Lieblingshonig – oder am besten Tannenhonig, ergänzte der CSU-Mann Brunner und scherzte augenzwinkernd: „Je schwärzer, desto lieber!“ Landrat Dr.Hubert Faltermeier (FW) konterte schlagfertig, beim Honig könne er das durchaus unterschreiben mit dem Schwarz. Ansonsten hingegen, bevorzuge er die Diversität, feixte der bekennende Naturliebhaber Faltermeier im Hinblick auf die Bedeutung der Biene für den Erhalt der Artenvielfalt. In die noch freie Wiesenfläche des Areals bei Dieterzhofen wird in Kürze noch mit einer bienenfreundlichen Blühmischung begrünt. Mit dieser Maßnahme soll das Pollenangebot für die Spätsommerpflege der Bienen verbessert werden , wie die zahlreichen Ehrengäste von Ritzinger erfuhren.

Unter diesen waren neben dem „Hausherrn“, Bürgermeister Siegfried Lösch mit Stellvertreter Wolfgang Langer und einer Reihe von Stadtratsmitgliedern, Landrat Dr.Hubert Faltermeier, der Kreisobmann des Bayerischen Bauernverbandes im Landkreis Kelheim,Thomas Obster, zahlreiche Forstleute um den Präsidenten des Bayerischen Waldbesitzerverbandes, Josef Ziegler und eine Reihe von Imkern um den Vorsitzenden des Imkerkreisverbandes, Markus Hämmerl.

Integrierter Waldnaturschutz

Überhaupt, so wurde nicht nur angesichts des Spektrums der anwesenden Berufsgruppen deutlich, die durch ihre Anwesenheit die Wertschätzung für dieses Vorzeigeprojekt im Landkreis zum Ausdruck brachten, gehen Imkerei und Waldbewirtschaftung, respektive Landwirtschaft Hand in Hand. Minister Brunner: „Die Bienen sind für den Erhalt der Artenvielfalt und unserer natürlichen Lebensgrundlage und Ernährung unverzichtbar und sie dienen daneben anderen Insekten und Vögeln als Nahrung.“ Deshalb wolle das Forstministerium Waldbesitzer darüber informieren, wie sie in ihrem Wäldern mit oft kleinen aber gezielten Maßnahmen Bienen wirkungsvoll helfen könnten.

An Bürgermeister Siegfried Lösch gerichtet, stellte Minister Brunner fest, Riedenburg sei auf dem besten Weg zur „Bienenmetropole“ zu werden. Schon durch den Bienenlehrpfad im Ortsteil Haidhof habe man Akzente gesetzt. Der nun zusammen mit der Bayerischen Forstverwaltung gestaltete „Bienenfreundliche Wald“ aber, sei etwas ganz Besonderes. So seien für diese Aufforstung bewusst Baumarten gewählt, die besonders viel Pollen und Nektar produzierten und für Bienen ein vielfältiges und dauerhaftes Nahrungsangebot bieten. Brunner bezeichnete den Bienenwald daher als „Paradebeispiel für den integrativen Waldnaturschutz“.

Und als solches wird er nicht nur den Insekten unmittelbar zu Gute kommen, sondern auch der Umweltbildung dienen, wenn Schulkinder, Kindergartenkinder, Erwachsene und Familien hier mehr über Bienen und ihre unverzichtbare Rolle in der Natur und unserem täglichen Leben erfahren.

Viel gepflanzt

  • Der bienenfreundliche Wald

    entstand auf 0,7 Hektar städtischer Fläche unweit des Ortsteils Dieterzhofen und des Waldkindergartenareals. Gepflanzt wurden 1827 Vogelkirschen, Wildapfelbäumchen, Salweiden, Edelkastanien Haselnuss, Weißdorn, Ohrweiden, Feldahorn und Heckenkirschen, die als Frühblüher und gute Pollenspender eine gute Frühjahrsentwicklung der Bienenvölker sicher stellen sollen.

  • Eingesät wird in Kürze

    noch eine bienenfreundliche Blühmischung, um das Pollenangebot für die Spätsommerpflege der Bienenvölker zu verbessern. Das Forstministerium informiert Waldbesitzer in einem Faltblatt, wie sie auch mit kleinen Maßnahmen Bienen wirkungsvoll helfen können.

  • Info: www.forst.bayern.de

Dafür enthüllten Staatsminister Helmut Brunner und Bürgermeister Siegfried Lösch gemeinsam eine große Informationstafel am Bienenwaldareal. Zum Aufwärmen der klammen Hände an diesem kalten Morgen, gab es am Waldkindergarten heißen Apfelsaft von Riedenburger Streuobstwiesen und einen kleinen Imbiss. Die Seele hat der Auftritt der Schwammerlkinder vom Waldkindergarten erwärmt, die Lieder und einen Tanz einstudiert hatten.

Und weil die Kleinen schnell feststellten, dass „der Minister ein ganz Netter“ ist, griff auch der kleine Michi ohne Scheu in die Tasten seines Akkordeons und spielte die Melodie zu einem Bienenlied. Und weil auch mit dem Bienenwald in Sachen Bienen- und Naturschutz noch lange nicht Schluss ist, nahm der Minister gleich noch die Einladung zur Bayerischen Honigmesse entgegen, die am 6. November in Riedenburg stattfinden wird – nach einer hoffentlich guten Bienensaison mit viel „ganz schwarzem“ Honig.

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