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Fortschritt

Träger für Waldkindergarten steht

Abensberger Elterninitiative entscheidet sich für die gemeinnützige Unternehmergesellschaft h&b learning und nicht für die Stadt. Josef Zachmeier erklärt warum.
Von Beate Reitinger, MZ

  • Gut 30 Interessierte waren am vergangenen Samstag beim Infotag in Sandharlanden dabei. Foto: Rudloff
  • Elternvereins-Vorsitzender Josef Zachmeier Foto: Reitinger

Abensberg.Die Eltern der künftigen Waldkinder sind optimistisch, dass sie im September ins erste Jahr starten können. Vor wenigen Tagen fällten die Mitglieder eine einstimmige Entscheidung. Träger der künftigen Einrichtung soll die gemeinnützige Unternehmergesellschaft (UG) h&b learning sein. Auch die Stadt Abensberg war im Gespräch gewesen. Im MZ-Gespräch erklärt der Vorsitzende des Elternvereins, Josef Zachmeier, wie es zur Entscheidung kam und was als nächstes ansteht.

Herr Zachmeier, warum wird h&b learning der Träger sein und nicht die Stadt?

Wir haben uns das gut überlegt und insgesamt vier Gespräche mit der Stadt geführt. Oberstes Ziel war es, den Waldkindergarten mit der Stadt zu forcieren, wenn es passt. Letzten Endes haben die Mitglieder des Vereins eine einstimmige Entscheidung getroffen. H&b learning ist ein verlängerter Arm des Landesverbands bayerischer Waldkindergärten und eine gemeinnützige Unternehmergesellschaft. Mir ist es wichtig, zu betonen, dass wir uns nicht gegen die Stadt, sondern für einen alternativen Träger entschieden haben.

Können Sie konkretisieren, was h&b learning besser kann als die Stadt?

Die Stadt ist Träger mehrerer Kindergärten. Der Waldkindergarten wäre immer mit den anderen Einrichtungen verglichen worden. Etwa was den Personalschlüssel angeht oder die Kosten. Für das Umsetzen der Waldpädagogik braucht es aber eine Sonderstellung. Für zehn Kinder ist in den Regelkindergärten etwa eine Fachkraft vorgesehen. Im Wald hat man aber nicht alle Kinder auf 40 Quadratmetern im Überblick. Da braucht es mehr Personal. Dafür fallen im Wald Kosten für Heizung, Strom etc. weg. Freie Mittel würden wir also lieber ins Personal stecken. Ich verstehe, dass die Stadt sagt, wenn wir eine Extrawurst bekommen, gehen die anderen Kindergärten auf die Barrikaden. Unsere Gründungsinitiative und die Naturpädagogik passen aber nicht mit einfachrenen Strukturen zusammen und nicht mit den Vorgaben, nach denen die Stadt arbeiten muss. Beim alternativen Träger können etwa Personalentscheidungen unkomplizierter und rein aus pädagogischer Sicht getroffen werden. Bei der Stadt hätte alles den relativ komplizierten Weg über Ausschüsse und Stadtrat laufen müssen.

Welche Funktionen und Aufgaben erfüllt der Träger?

Er ist Arbeitgeber und rechtliche Vertretung. Das heißt, h&b learning kümmert sich um Organisation, Personal und das Finanzielle. Darüber hinaus um alle Haftungsfragen. Alles Punkte, die über einen kleinen Verein nicht abbildbar gewesen wären. Auch Pacht- und Bauanträge sind Sache des Trägers, nicht des Vereins.

Apropos Pachtvertrag. Die Stadt hatte dem Verein ein Grundstück in Sandharlanden angeboten. Ist dies nach dieser Entscheidung hinfällig?

Nein, in dieser Hinsicht wollen wir auch weiterhin mit der Stadt zusammenarbeiten. Allerdings ist die endgültige Entscheidung, ob es auch genau dieses Grundstück am Kapellenberg in Sandharlanden wird, noch nicht fix. Das ist eine unserer nächsten Baustellen. Wir bzw. der Träger verhandeln mit der Stadt wegen eines Pachtvertrags. Dieser ist aber bis dato noch nicht unterzeichnet.

Was steht darüber hinaus noch an?

Wir sind eigentlich relativ weit. Die Gruppenleitung steht fest. Es ist jemand, der einschlägige Erfahrung hat. Nach der Anmeldephase, die bald startet, ist ein Kooperationstreffen mit allen Kindergärten geplant. Wir wollen mit ihnen und der Stadt weiter zusammenarbeiten, uns nicht isolieren. Wir können uns beispielsweise gemeinsame Waldtage vorstellen. Dann stehen natürlich noch viele Gespräche zur konkreten Umsetzung an, etwa mit Förster, Jägern und Anrainern und selbstverständlich mit Behörden wie dem Landratsamt. Schließlich braucht der Waldkindergarten eine Betriebserlaubnis. Auch die Frage, wo der Hol- und Bringplatz liegen soll, ist noch offen.

Wofür sind die Vereinseltern zuständig?

Wir sind der Ansprechpartner vor Ort und Bindeglied zwischen Eltern, pädagogischem Team und Träger. Darüberhinaus packen alle Mütter und Väter mit an, wenn es ums Mit- und Ausgestalten des Kindergartens geht. Vor allem in der Anfangsphase ist da persönlicher Einsatz gefragt. Auch um das Zusammengehörigkeitsgefühl zu stärken. Jeder soll im Rahmen seiner Möglichkeiten mit anpacken.

Infos: Im Verein Waldkinder Abensberg sind aktuell laut Josef Zachmeier zwölf Familien Mitglied. Jahresbeitrag: 75 Euro.

Wie bei den regulären Kindergärten im Stadtgebiet können interessierte Eltern sich ab 13. Februar für den geplanten Waldkindergarten via Internet anmelden. Bislang gibt es laut Zachmeier 13 Voranmeldungen. Zielgruppe sind auch Eltern aus dem Bereich zwischen Saal, Rohr, Siegenburg.

Am Sonntag, 17. Februar, ist nachmittags ein Infotag im Wald geplant. Dabei können sich vor allem Eltern, die sich noch nicht gemeldet haben, das angedachte Areal anschauen, Erzieherinnen und Verein kennenlernen.

Über die Kosten ist noch keine Entscheidung gefallen. Laut Zachmeier sollen sie sich „an den ortsüblichen Elternbeiträgen“ orientieren.

Ab April soll es als Vorgeschmack auf den künftigen Waldkindergarten eine Spielgruppe geben. Angedacht sind zwei Stunden pro Woche. Dabei können Kinder und Eltern die Naturpädagogik kennenlernen sowie das Draußensein im Wald und auch die künftigen Pädagogen.

Wer einen Bauwagen oder Ähnliches als Unterstand für den Verein hat, meldet sich via Internetseite.

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