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Kelheim
Samstag, 16. Dezember 2017 5

Projekt

Wichtig ist die Gemeinschaft

Die Dorferneuerung Mühlhausen ist auf einem guten Weg. Das Dorfgemeinschaftshaus kommt auf das Sportgelände.
Von Peter Hübl

Schon in der Vergangenheit hat sich gezeigt, dass in Mühlhausen in vielen Bereichen ein starker Gemeinschaftssinn vorhenaden ist – auch wenn es darum geht, mit vereinter Kraft den Maibaum aufzustellen. Foto: Kastl

Neustadt.Das Thema „Dorferneuerung“ ist seit über vier Jahren nicht nur im Ortsteil n Mühlhausen, sondern auch im Neustädter Stadtrat präsent. Im Frühjahr 2013 hatte Stadtrat Konrad Dichtl einen Antrag auf Dorferneuerung für den Stadtteil Mühlhausen gestellt. Nach Zustimmung des Stadtrates wurde ein Antrag ans Amt für Ländliche Entwicklung (ALE) gestellt und im November die Bevölkerung Mühlhausens über die geplante Dorferneuerung informiert. Es folgte ein zweitägiges Seminar „Dorferneuerung Mühlhausen“ im Kloster Niederalteich, bei dem 20 engagierte Bürger in den Dorferneuerungsprozess eingearbeitet wurden. Hierbei wurden in Gruppenarbeit die „Stärken und Schwächen“ des Dorfes erarbeitet, woraus sich Handlungsfelder ergaben, aus deren Abarbeitung der Grundstock für die Erstellung des Leitbildes gelegt wurde.

Bei der Sitzung des jüngsten Sitzung des Stadtrats gab Projektleiter Sebastian Gaigl vom ALE, der in den nächsten Jahren im Dorferneuerungsprozess koordinierend zur Seite stehen wird, zunächst einen kurzen Abriss über die bisherigen Schritte und wagte einen Ausblick auf die nächsten Jahre. Ohne die Beteiligung der Bürger könne das Projekt zu keinem breiten Konsens und zu keiner Identifikation mit dem Wohn- und Heimatort führen.

Es gelte das Gemeinschaftsleben und den Zusammenhalt im Dorf zu fördern und somit die Verbundenheit mit dem Dorf noch mehr wachsen zu lassen. Wer die Identität und den Charakter des Dorfes erfasse, könne auch die geistige und gestalterische Erneuerung nachhaltig fördern. Am Ende solle jeder sagen können „do bin i dahoam“.

Zahlreiche Vorhaben

Geschäftsführer Thomas Althammer vom beauftragten Institut „MKS Architekten – Ingenieure GmbH“ zeigte auf, was bisher bereits in Augenschein genommen wurde und welche möglichen Verbesserungen es geben könne. Die Handlungsfelder wurden wie folgt aufgeteilt: Verkehr (V), Ortsbild (O), Freizeit, Erholung, Vereine, öffentliche Nutzung (F) und Grünordnung - Dorfökologie (G). Die den einzelnen Feldern zugeordneten Nummern bedeuten die Reihenfolge der Priorität der einzelnen Maßnahmen innerhalb des Handlungsfeldes. Besonders wichtige Punkte sind hierbei das Umfeld der Pfarrkirche, die Kirche St. Jakob im Teil Forstdürnbuch, ein Rückbau der durch das Dorf führenden ehemaligen Bundesstraße mit einem Radweg und Begrünung, die Widmann-Kapelle und ihre fußläufige Erreichbarkeit, der Drahtweiher und ein damit verbundener Naturspielplatz, eine Strukturverbesserung bei den Gewässern, einen Geschichtsweg und nicht zuletzt die Nahversorgung, die fast komplett daniederliegt. Allerdings müsse auch eine Priorisierung vorgenommen werden, nicht alles Wünschenswerte sei sofort umsetzbar, so manches müsse auch zurückstehen. Althammer rechnet damit, dass es wohl auf einen Zeitraum von zehn bis 15 Jahren angelegt sein wird.

Die Ortsdurchfahrt soll zurückgebaut werden.

Werner Hillmann vom MKS hatte sich im Vorfeld vor allem mit dem Dorfgemeinschaftshaus befasst. Da es innerhalb des Dorfes kein freies Grundstück oder eine leerstehende Immobilie in der erforderlichen Größenordnung gebe, habe man zwei mögliche Standorte untersucht. Dabei habe sich bald herausgestellt, dass der Platz bei der Pfarrkirche hierzu nicht geeignet erscheint. Somit bleibt als einzige Lösung das Gelände beim Sportplatz, das sich optimal eignen würde..

Wenn man vorausschauend plane, biete sich die größere Lösung mit einem Saal für 199 Personen an. Keinesfalls solle es eine Sporthalle werden. Ein Anbau an das Sportheim erscheint sinnvoll, da man die bestehende Infrastruktur wie die Küche mit nutzen könne.

Die geschätzten Kosten würden sich auf 1,45 Millionen Euro für den Bau und auf 1,87 Mio. einschließlich aller Nebenkosten belaufen, bis zur schlüsselfertigen Übergabe käme es wohl auf 2 Millionen. Die kleine Lösung bezifferte er mit rund 1,2 Millionen, allerdings riet Hillmann davon ab. Für die Maßnahme könnten Zuschüsse von bis zu 50 Prozent erwartet werden. Wenn man 2018 die Beauftragung mache, könne man 2019 in die Umsetzung gehen.

Ohne Gegenstimme

Bürgermeister Reimer stellte abschließend fest, dass man sich schon bei der letzten Sitzung des Bauausschusses ausführlich mit der Thematik befasst habe. Mit dem heutigen Tag werde nun der erforderliche Rahmen geschaffen, so dass man 2018 an die Detailarbeit für die Dorferneuerung gehen könne. Die Bewerbung im ELER-Programm wurde damit ohne Gegenstimme auf den Weg gebracht.

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Aufgaben und Ziele

  • Das Amt für

    Ländliche Entwicklung (ALE) will mit Gemeinden und Bürgern im ländlichen Raum die Lebens-, Wohn- und Arbeitsbedingungen durch Dorferneuerung und Flurneuordnung zukunftsgerecht gestalten.

  • Weiterhin koordiniert

    das ALE die im ländlichen Raum tätigen Planungspartner (Gemeinden, Landratsamt, Staatliches Bauamt, Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten, Wasserwirtschaft, Denkmalpflege, Naturschutz und Landschaftspflege).(dph)

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