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Kelheim
Dienstag, 21. November 2017 7

Umwelt

„Wir haben nur diese eine Erde“

In der Kelheimer Sparkasse am Ludwigsplatz ist noch bis 2. Oktober die Ausstellung „KlimaFaktorMensch“ zu sehen.
Von Roland Kugler

  • Wie stellt man sich ein möglichst klimafreundliches Frühstück zusammen? Per Computer können Besucher die CO-Belastung verschiedener Zutaten errechnen. Fotos: Kugler
  • Dr. Richard Fackler

Kelheim.Klimafreundlich zu leben, ist eine große Herausforderung. Man dürfte kein Fleisch kaufen, keine Mandarinen, nicht mit dem Auto fahren. Nicht einheizen, nicht auf den meisten Möbeln sitzen oder müsste nackt herumlaufen. Denn alles verbraucht Rohstoffe und Energie und trägt zu Erderwärmung und Klimawandel bei. Das zeigt die Ausstellung „KlimaFaktorMensch“, die noch bis 2. Oktober in den Räumen der Sparkasse am Kelheimer Ludwigsplatz zu sehen ist.

Sie gibt viele Beispiele und Anregungen weniger umwelt- und klimaschädlich zu leben. Braucht es schon wieder neue Kleidung? Das neueste Handymodell? Muss man im Winter Erdbeeren essen? Auf Kunstschnee Ski fahren?

„Wir können unseren bisherigen Lebensstil in dieser Form nicht fortführen, wenn wir nachhaltig wirtschaften und leben wollen“, sagte Dr. Richard Fackler bei der Eröffnung. Er ist Vizepräsident des Landesamts für Umwelt, das diese Wanderausstellung konzipiert hat. „Sonst bräuchten wir zwei oder mehrere Erden, die haben wir aber nicht.“ Es gibt nur diese eine und auf dieser leben bald acht Milliarden Menschen.

Ist man ein gutes Vorbild für die Jugend, wenn man gedankenlos arbeitet und konsumiert? Was kann man tun, um Lebensgrundlagen zu erhalten und den ökologischen Fußabdruck möglichst gering zu halten? Weniger Fleisch essen zum Beispiel. Die Ausstellung zeigt etwa, dass allein durch Viehhaltung ein Fünftel aller Treibhausgase weltweit verursacht werden.

Interessant war für die Besucher der Eröffnung auch ein Computer, der die CO-Bilanz eines Frühstücks berechnet. Er zeigt auf, wie umweltbelastend die Herstellung von Schinken, Käse, Marmelade oder einer Gurke ist.

„Die Erderwärmung betrifft uns alle, und Länder wie Bangladesch noch viel stärker“, betonte Dr. Fackler. „Klimaschwankungen hat es auch früher gegeben, aber nicht vom Menschen verursacht.“ Der Klimawandel bewirkt momentan schon Unwetterkatastrohen, Dürren und Hungersnöte und werde noch weit schlimmere Auswirkungen haben.

Oft ist einem gar nicht bewusst, wie sehr man das Klima schädigt, deshalb ist die Ausstellung auch für Jugendliche und Schulklassen gedacht. Sie regt an, über die Art zu leben nachzudenken, sich einzuschränken. „KlimaFaktorMensch“ enthält viele gute Ratschläge, die aber auch Fragen nach sich ziehen. Zumindest bei einem Besucher der Eröffnung. Sein Appell an verantwortliche Politiker: „Weniger reden, mehr ändern, ehrlicher, mutiger und konsequenter handeln.“

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