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Sonntag, 17. Dezember 2017 4

Soziales

Wohnbaugesellschaft im Landkreis gründen

Nach langwieriger Klärung der rechtlichen Grundlagen rückt jetzt das Vorhaben von Dr. Uwe Brandl in greifbare Nähe.

Sozialer Wohnungsbau war jahrzehntelang Stiefkind im Landkreis Durch die Zuwanderung von Flüchtlingen befeuert, soll sich nun eine landkreisweite kommunale Wohnbaugesellschaft gründen. Symbolbild: dpa

Abensberg.Was lange währt: Nach über einem Jahr Arbeit haben nun die Bemühungen von Abensbergs Bürgermeister Dr. Uwe Bandl in Sachen landkreisweiter Wohnbaugesellschaft zumindest die ersten rechtlichen Hürden genommen. Wie Dr. Brandl am Dienstag mitteilte, habe er nun den endgültigen Vertragsentwurf, abgestimmt mit dem Innenministerium, vorliegen. Darin sei eine Minderbeteiligung der Sparkasse als Gesellschafter vorgesehen.

Gemeinsam ist es einfacher

Dr. Brandl verficht die Idee, dass sich die Kommunen zusammenschließen, um dem Problem der Wohnungsnot Herr zu werden. Dabei ist der Zustrom von Geflüchteten im Jahr 2015 der Auslöser. Es fehlen Sozialwohnungen, auch für Deutsche. Dr. Brandl wollte unter Einbeziehung des Landkreises das Problem lösen, biss aber bei der Landkreisführung auf Granit. Deshalb forcierte er einen Zusammenschluss der Kommunen, mit dem Hintergrund, dass eine Planung für jeden Ort des Landkreises als Vorlage dienen könnte und zudem die Kommunen Grundstücke als Gesellschaftskapital einbringen können. Bau und Verwaltung der Sozialwohnungen soll zudem die Gesellschaft stemmen, so dass Kommunen damit nicht belastet werden. Die rechtlichen Voraussetzungen dafür bei den zuständigen Ministerien abzuklopfen, erwies sich als langwieriges Unterfangen.

50000 Euro Einlage

Aber jetzt ist klar, dass sich eine Wohnbaugesellschaft mit einem Eigenkapital von 50000 Euro gründen kann. Die solle sich nach Vorstellung Dr. Brandls wie ein Privater am Markt bewegen. Die Mustersatzung hat Dr. Brandl an Herbert Blascheck, den Sprecher der Bürgermeister des Landkreises, gesandt. Blascheck soll in einer Bürgermeisterversammlung zusammen mit Dr. Brandl das Gesellschaftsmodell vorstellen und um Mitglieder werben. Alle Kommunen, zudem der Landkreis, erhalten die Einladung, Mitglied an der Wohnbaugesellschaft zu werden. Wenn der Rücklauf entsprechend ist, soll es an die Gesellschaftsgründung gehen.

300000 Euro Startguthaben

Außer dem Eigenkapital in Höhe von 50000 Euro schlägt Dr. Brandl ein Arbeitskapital in Höhe von 300000Euro als Startguthaben vor. Dies müssten ebenso die Kommunen einbringen; zudem will Dr. Brandl verpflichtend vorschreiben, dass eine Kommune nur dann Gesellschafter werden darf, wenn sie ein oder mehrere Baugrundstücke für Sozialwohnungen in die Gesellschaft einbringt. Dabei soll das Arbeitskapital nach dem Einwohnerschlüssel der jeweiligen Mitgliedskommune erhoben werden.

Komme es zur Gründung, müsse man im nächsten Schritt über den Sitz und die Geschäftsführung der Gesellschaft entscheiden. Zielführend wäre ein Standort zentral im Landkreis, sagt Dr. Brandl unter Nennung von Neustadt als Geschäftssitz; zudem wäre es seiner Meinung nach wichtig, am Anfang, auf drei Jahre befristet, einen Architekten als Geschäftsführer zu bestellen, weil in dieser Zeit der Großteil der Bauten abgewickelt werden könne. Ihn könnte dann in der Geschäftsführung ein Kaufmann folgen, der die Verwaltung der Wohnbaugesellschaft managt. Zudem erhofft sich Dr. Brandl vom Gesellschafter Kreissparkasse logistische Unterstützung durch deren Immobilienabteilung. In der Startphase sei das Know-how der Immobilienspezialisten wertvoll.(dt)

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