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Montag, 26. September 2016 22° 1

STRAUBING.

Kinderschänder im Internet: Merk fordert Überwachung

Fachtagung befasste sich mit Pädosexualität im World Wide Web.

Die Gleichstellungsbeauftragte der Stadt Straubing und Organisatorin der Fachtagung vor Ort, Hedi Werner, Justizministerin Dr. Beate Merk, die Geschäftsführerin von „Dunkelziffer e.V.“, Vera Falck, und Oberbürgermeister Markus Pannermayr. Foto: Haas

Das Thema „Allein zu Hause ... Sexueller Missbrauch und die Neuen Medien“ zog am Donnerstag weit über 200 Gäste nach Straubing. Der Verein „Dunkelziffer e. V.“, der damit erstmals in Süddeutschland eine Fachtagung veranstaltete, kämpf seit 1993 gegen sexuellen Missbrauch von Kindern und gegen Kinderpornografie. Unter der Schirmherrschaft von Bayerns Staatsministerin der Justiz, Dr. Beate Merk standen neben Vorträgen auch mehrere Workshops auf dem Programm.

Zu dieser Fachtagung, die vor Ort durch die Gleichstellungsbeauftragte der Stadt Straubing, Hedi Werner, organisiert wurde, waren alle eingeladen, die mit Kindern und Jugendlichen arbeiten. Jedes Jahr werden in Deutschland laut Statistik des Bundeskriminalamtes etwa 20000 Kinder – Mädchen und Jungen von einem bis 14 Jahren – sexuell misshandelt, ausgebeutet für Kinderpornografie und perverse Sexpraktiken. Experten schätzen die Dunkelziffer mindestens zehnmal höher.

„Hart bestrafen und ächten“

Wie Vera Falk, Geschäftsführerin von „Dunkelziffer e. V.“, berichtete, würden 80 Prozent der Täter aus dem sozialen Umfeld der Kinder kommen. Skrupellos würden sie den Körper und die Seele der Kinder zerstören. Während die Opfer ihr Leben lang leiden würden, kämen die Verbrecher mit kleinen Geldstrafen und Bewährung davon. Daher auch die Forderung des Vereins: „Sexualstraftäter, Hersteller, Händler und Konsumenten von Kinderpornografie müssen endlich hart bestraft und geächtet werden.“

Dass diese Fachtagung ein wichtiger Beitrag sei, die Belange der Kinder zu stärken, unterstrich Oberbürgermeister Markus Pannermayr. Kinder und junge Menschen sollten in unserer Gesellschaft wie einen Schatz geachtet und beschützt werden. Beim „Kampf gegen menschliche Abgründe“ bedürfe es einem professionellen und starken Netzwerk. „Dunkelziffer e. V.“ leiste deshalb einen wichtigen Beitrag zum Schutz der Kinder.

Für die Telefonüberwachung

Nachdem in den meisten Fällen die Täter aus dem familiären Umfeld stammen, führe dies bei den betroffenen Kindern nach den Worten von Justizministerin Dr. Beamte Merk zu einer großen Hilflosigkeit. Das Urvertrauen der Kinder werde aufs Stärkste zerstört.

Die Verbreitung von Kinderpornografie geschehe häufig durch das Internet. Es würden Filme und Bilder betrachtet, ohne sich darüber Gedanken zu machen, unter welchen Qualen die Kinder leiden mussten. Um die Täter überführen zu können, würden häufig effektive Instrumente fehlen. Daher plädierte sie auch für die Möglichkeit der Telefonüberwachung und Vorratsdatenspeicherung. Bayern, so die Ministerin, werde in Kürze auch im Bundesrat einen Antrag zur Onlineuntersuchung einbringen. (ljh)

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