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Region Neumarkt
Montag, 20. November 2017 7

DKMS

26-Jährige wurde zur Lebensretterin

Katharina Illner aus Pyrbaum hat mit ihrer Stammzellenspende einem 40-Jährigen neue Hoffnung gegeben.

Am Freitag, 27. Oktober, kann man sich in Pyrbaum typisieren lassen. Foto: Lex

Pyrbaum.Mehr als 200 Schüler des Willibald-Gluck-Gymnasiums in Neumarkt hatten sich im Juni 2010 bei einer Schulaktion als potenzielle Stammzellspender bei der DKMS registrieren lassen. Zehn von ihnen haben inzwischen schon einem Patienten geholfen – darunter auch Katharina Illner. Durch ihre Stammzellspende rettete die 26-jährige Ingenieurin aus Pyrbaum einem Mann aus Norddeutschland das Leben, heißt es in einer Pressemitteilung der DKMS. Vor einem Jahr habe sie ihn zum ersten Mal persönlich getroffen: „Ein großartiges Gefühl. Dieses Glück ist mit Worten nicht zu beschreiben!“

Auf einen Lebensretter hoffe auch die Familie von Baby Katharina aus Bad Emstal. Es ist erst acht Monate alt und kann nur überleben, wenn ein passender Stammzellspender gefunden wird. Am Freitag, 27. Oktober, findet deshalb von 16 bis 20 Uhr eine Registrierungsaktion in der Mehrzweckhalle Pyrbaum statt.

„Als damals die Registrierungsaktion an unserer Schule stattfand, war es für mich selbstverständlich, dass ich mitmache. Ich war in meinem privaten Umfeld schon einmal mit dem Thema Krebs in Berührung gekommen und wollte helfen“, erinnert sich Katharina Illner aus Pyrbaum. Rund zwei Jahre später habe sie einen Brief von der DKMS erhalten und erfahren, dass ihre Gewebemerkmale nun tatsächlich mit denen eines Patienten übereinstimmten. „Mir war klar, dass an meiner Spende ein Leben hängt“, erzählt Katharina Illner. „Ich wollte auf jeden Fall helfen. Sonst hätte ich mich gar nicht erst registriert!“

Produktion der Stammzellen

Nach einer umfassenden Voruntersuchung in der Entnahmeklinik habe Katharina Illner vom Arzt ein Medikament erhalten, das sie sich an fünf aufeinanderfolgenden Tagen unter die Haut spritzte. Dieser körpereigene hormonähnliche Stoff, der vom Körper zum Beispiel auch bei fieberhaften Infekten produziert wird, habe die Produktion der Stammzellen stimuliert und bewirkt, dass sich vermehrt Stammzellen im fließenden Blut befinden. Diese könnten dann über ein spezielles Verfahren aus dem Blut gesammelt werden, schreibt die DKMS. Katharina Illner erzählt: „Die Ärzte sagten mir, dass manche Spender durch das Medikament grippeähnliche Symptome bekommen oder Rückenschmerzen. Mir tat nur am letzten Tag ein bisschen der Rücken weh. Das war kein Thema.“

Am Tag der Spende selbst sei sie dann doch etwas nervös gewesen. „Es war ja das erste Mal für mich und vor allem kann ich kein Blut sehen“, erzählt Katharina Illner. Doch die Zeit sei wie im Flug vergangen: „Ich bekam in beide Arme einen venösen Zugang und die Stammzellen wurden herausgefiltert. Während der Zeit durfte ich Filme gucken und konnte mich mit anderen Spendern unterhalten. Gegen Mittag war ich dann schon fertig!“

Eine Stammzellspende sei zunächst immer anonym, heißt es in der Pressemitteilung der DKMS weiter. Katharina habe zunächst nur erfahren, dass ihre Stammzellen von einem damals 40-jährigen Mann aus Deutschland benötigt wurden.

Anonymer Briefwechsel über die DKMS sei jedoch möglich. So schrieben sich Katharina und Marc einige Briefe hin und her, bevor sie sich im vergangenen Sommer 2016 erstmals persönlich kennen lernten. „Das war natürlich ein spannender Moment. Wir stehen bis heute gelegentlich über Facebook oder auf WhatsApp miteinander in Kontakt“, so Katharina. „Den Jahrestag der Transplantation feiert Marc nun jedes Jahr als seinen zweiten Geburtstag. Ich bin froh, dass ich Stammzellen gespendet habe. Es ist ein sehr gutes Gefühl und ich würde es jederzeit wieder tun!“

Baby Katharina sucht Spender

Aktuell benötige ein Baby aus Bad Emstal dringend Hilfe. Es heißt ebenfalls Katharina, ist jedoch erst sechs Monate alt und hat MDS, eine Art von Blutkrebs. Ohne eine Stammzellspende habe die kleine Katharina keine Chance, zu überleben, schreibt die DKMS. Die Eltern hofften inständig, dass sich möglichst viele Menschen am Freitag, 27. Oktober, zwischen 16 und 20 Uhr in der Mehrzweckhalle Pyrbaum in der Schulstraße 10 in Pyrbaum bei der DKMS registrieren lassen. „Wir wollen unser Kind aufwachsen sehen. Jeder Einzelne könnte ein Lebensretter sein“, sagen die Eltern und appellieren: „Lass Dich registrieren. Machst du mit?“

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