mz_logo

Region Neumarkt
Freitag, 22. September 2017 17° 4

Parken

Ärger um Parkgebühren beim ASV

Seit langem parken Berufsschüler auf dem Gelände des Neumarkter Vereins. Künftig sollen sie dafür zahlen, was einige erbost.
von Wolfgang Endlein

Künftig parkt man auf dem Gelände des ASV nicht mehr nur auf eigene Gefahr, sondern auch gegen Bezahlung. Foto: Endlein

Neumarkt.Einmal mehr gibt es in Neumarkt Diskussionen um Parkplätze. Diesmal geht es allerdings nicht um vermeintlich fehlende wie im Umfeld des Bades, sondern um vorhandene Stellplätze. Allerdings sollen die Parkplätze auf dem Sportgelände des ASV Neumarkt im Deininger Weg künftig etwas kosten. Das erbost Schüler der benachbarten Berufsschule und nicht zuletzt deren besorgte Mütter.

Das Berufsschulzentrum im Deininger Weg Foto: Röhrl

Zwei Mütter haben sich bei unserer Zeitung gemeldet, nachdem ihnen und ihren Kindern ein Schreiben des Landratsamtes vorliegt. In diesem teilt die für die Berufsschule zuständige Behörde ebenjener mit, dass der ASV vom 11. September an Gebühren erheben wird. Von Montag bis Freitag werden demnach im Zeitraum von 7 bis 16 Uhr zwei Euro pro Tag fällig.

Mutter: „Bis zu 40 Euro im Monat“

„Das macht mich wütend und traurig“, sagt Ines Wiegratz, eine der beiden Mütter. Die Politik verspreche immer, dass man mehr für Kinder und Jugendliche tun müsse, da sie die Zukunft des Landes seien, und dann so etwas… Als ungerecht bezeichnet Gertrud Koller, eine weitere Mutter eines Berufsschülers, die genau mit dem Schulbeginn zusammenfallende Einführung von Gebühren. „Das sind für manche Schüler rund 40 Euro im Monat“, rechnet sie vor. Gerade für solche, die kein Einkommen außer Bafög hätten und von weiter her mit dem Auto anreisen müssten, sei das problematisch.

Rüdiger Cedl ist der Vorsitzende des ASV Neumarkt. Foto: Gleisenberg

Restlos begeistert von den Gebühren ist auch Rüdiger Cedl nicht, auch wenn er sie als Vorsitzender des ASV mit beschlossen hat. „Ich zahle auch nicht gerne Parkgebühren“, sagt der Vereinsfunktionär, der auch einst viele Jahre vor seiner Pensionierung Leiter der Berufsschule war. „Es tut mir schon leid“, sagt Cedl mit Blick auf die Schüler, schiebt aber hinterher: „Anders war die Lage nicht mehr in den Griff zu bekommen“.

Die Lage, damit meint Cedl vor allem das im Vergleich zu vor 30 Jahren erhöhte Parkaufkommen. Der Parkplatz biete rund 150 Stellplätze, bisweilen seien an extremen Tagen aber bis zu 230 Fahrzeuge auf dem ASV-Gelände abgestellt, teils auch auf den Rasenflächen. Zudem seien die Rettungswege so nicht mehr gewährleistet und der Verein müsse den Müll wegräumen. „Insgesamt haben wir damit viele Unannehmlichkeiten“, sagt Cedl, der hofft, dass die Gebühren derartigen Zuständen ein Ende bereiten. „Wir mussten eine Regelung finden.“

Was ein Schüler der Berufsschule zu den Gebühren sagt, lesen Sie hier:

Das sagt ein Schüler

  • Schüler:

    Manuel Koller besucht die Technikerschule am Berufsschulzentrum als Vollzeitschüler. Er ärgert sich über die Gebühren, sagt der 21-Jährige.

  • Gründe:

    In seiner Klasse reisten rund drei Viertel der 20 Schüler mit dem Auto an. „Einige kommen von weiter her“, sagt Koller und nennt Regensburg, Altdorf und Weiden als Beispiele. Er selbst wohne in Pölling, fahre aber auch mit dem Auto zur Berufsschule. Um im Umfeld der Schule einen Parkplatz zu finden, der nicht auf dem ASV-Gelände liege, müsse man eine Stunde früher anreisen, sagt Koller.

  • Optionen:

    Fahrgemeinschaften bildeten einige der Schüler durchaus, aber nicht bei jedem biete sich das an. Viele kämen aus unterschiedlichen Richtungen. Der Bus sei oft überfüllt. Wolle man das umgehen, müsse man wieder früher fahren. Zudem können nach Schulschluss längere Wartezeiten entstehen. Im Winter und bei Regen sei das Fahrrad schlecht, da die Technikerschüler immer einen Laptop bei sich hätten.

  • Lösung:

    Koller wünscht sich, dass entweder die Gebühren gar nicht erhoben oder zumindest die Vollzeitschüler ausgenommen werden.

Möglich wurde dies erst dadurch, dass der vor gut 30 Jahren geschlossene Vertrag zwischen ASV und Landkreis 2015 auslief. In diesem war die Nutzung der Sportanlagen und Parkplätze durch die Berufsschule geregelt. Derzeit wird wieder verhandelt. ASV, Stadt und auch der Landkreis thematisieren, wie es mit der sanierungsbedürftigen Turnhalle weitergehen soll. Dabei geht es natürlich auch darum, wie sich der Landkreis an der notwendigen Sanierung beteiligt. „Mit den Parkplätzen hat die Turnhalle aber nichts zu tun“, sagt Markus Mederer, der für Liegenschaften des Landkreises zuständig ist.

Parksünder zahlen 20 Euro

Dem Landratsamt seien bei den Parkplätzen letztlich die Hände gebunden, sagt der Mann aus der Verwaltung. Der ASV habe das Recht dazu, Gebühren zu erheben. Im Gegenzug könne der Landkreis aber auch nicht einfach Geld an den ASV zahlen, um Gebühren zu verhindern. „Wir haben ein enges rechtliches Korsett für freiwillige Leistungen“, sagt Mederer. Sprich, der Landkreis kann nicht einfach Geld ausgeben für etwas, wozu er rechtlich nicht verpflichtet ist.

Und so wird es wohl langfristig bei der ab September geltenden Gebührenregelung bleiben. Wobei in den ersten zehn Tagen eine sogenannte „Präsenzphase“ gelten soll, in der die beauftragte Überwachungsfirma nur Verwarnungen aussprechen wird. Danach werden für Parker ohne Parkschein 20 Euro fällig.

Parken ist ein an vielen Stellen in Neumarkt heiß diskutiertes Thema. Daher hat man sich im Stadtrat grundlegende Überlegungen zum Parken gemacht. Mehr lesen Sie hier.

Viel daran verdienen werde der ASV nicht, sagt dessen Vorsitzender. Die Einnahmen müssten zunächst die Kosten für Bewirtschaftung decken. Dass hinterher viel übrig bleibt, glaubt Cedl nicht. Zudem geht der frühere Berufsschullehrer davon aus, dass nur wenige Berufschüler tatsächlich bis zu 40 Euro im Monat zahlen müssten. Zum einen gebe es Alternativen in Form von ÖPNV, Fahrgemeinschaften und anderen Parkplätzen in der Umgebung, zum anderen sei die Zahl der Schüler an Berufsschulen, die dauerhaft fünf Tage in der Woche an der Schule seien, gering.

Laut Landratsamt gibt es 57 Vollzeitschüler an den beiden Fachschulen am Berufsschulzentrum und weitere 69 in der Berufsschule. Wie viele von den letzteren allerdings schon 18 Jahre alt und potenzielle Führerscheininhaber sind, sagt die Statistik des Landratsamtes aber nicht.

Aktuelle Nachrichten aus Neumarkt lesen Sie immer hier.

Die Kommentarfunktion steht exklusiv unseren Abonnenten zur Verfügung. Als Abonnent melden Sie sich bitte an oder registrieren Sie sich. Alle anderen Nutzer finden preiswerte Angebote in unserem Aboshop.

Anmelden Registrieren Zum Abo-Shop

Anmelden

Hinweis: Bitte schützen Sie Ihr Konto auf öffentlichen Geräten, indem Sie sich nach der Nutzung im Profil-Bereich abmelden.

Sie sind noch nicht registriert?

Neu registrieren

MessageBox

Nachricht