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Region Neumarkt
Samstag, 25. November 2017 13° 3

Geschichte

Als die Neumarkter lutherisch wurden

Rudi Bayerl und Dr. Frank Präger gaben spannende Einblicke in die Zeit der Reformation. Diese hatte durchaus ihre Tücken.
Von Martina Sellerer

Rudi Bayerl (2.v.l.) und Dr. Frank Präger (2.v.r.) berichteten über die Reformation in Neumark. Foto: Sellerer

Neumarkt. „Für oder gegen Luther“ das war im 16. Jahrhundert die Frage, die das Leben der Menschen prägte. Beeinflusste der „neue Glaube“ auch die Bewohner Neumarkts? Für die Beantwortung dieser Frage haben sich die beiden Geschäftsführer des evangelischen und katholischen Bildungswerkes Klaus Eifler und Klaus Schubert zwei Koryphäen auf diesem Gebiet ins Boot geholt.

Kreisheimatpfleger Rudi Bayerl und Stadtarchivar Dr. Frank Präger erklärten sich bereit für die Vortragsreihe Forum Zeitzeichen über die Reformation in Neumarkt zu sprechen. Und das Interesse war groß: die beiden Organisatoren mussten sogar noch weitere Stühle aufstellen, damit alle Zuhörer im großen Saal des Landratssamtes Platz fanden.

Reformation in Neumarkt und Umgebung: kein einfaches Unterfangen, denn einen Landkreis Neumarkt, so wie wir ihn kennen, gab es nicht. Vielmehr war das Gebiet ein territorialer Fleckerlteppich: Manche Dörfer gehörten zu Nürnberg, andere zum Erzbistum Eichstätt, oder zur Herrschaft Sulzbürg-Pyrbaum. Und der bekannte Grundsatz „wessen Gebiet, dessen Religion“, also dass der jeweilige Herrscher die Religion seiner Untertanen bestimmte, war auch nicht immer ganz zutreffend.

Den nächsten Termin rund um das Thema Reformation finden Sie hier:

Weitere Angebote zu Thema Reformation

  • Nächster Termin:

    Wer bislang noch keine Möglichkeit hatte einen Vortrag der katholischen und evangelischen Erwachsenenbildung aus der Reihe Forum Zeitzeichen zu hören, hat, hat am Montag, den 6. November noch eine letzte Gelegenheit.

  • Kurzfilme:

    Um 19.30 Uhr werden im Saal des Landratsamtes 12 Kurzfilme zum Thema „Typisch evangelisch? Typisch katholisch?“ gezeigt. Der Eintritt kostet 3 Euro.

Neumarkt gehörte damals zur Pfalz. 1520 verlegte Pfalzgraf FriedrichII. seinen Regierungssitz von Amberg nach Neumarkt zurück und ließ das durch einen Brand beschädigte Schloss wieder aufbauen. Der entscheidenden Frage der damaligen Zeit – katholisch oder lutherisch – stand Friedrich zögerlich und unentschlossen gegenüber. So war zwar kurzzeitig der bekannte Reformator Martin Bucer am Neumarkter Hof beschäftigt, aber zu einem Glaubenswechsel kam es nicht. Den Bauernaufstand auf seinem Hoheitsgebiet schlug er gewaltsam nieder und beschränkte daraufhin den lutherischen Glauben, so ließ er 1525 alle reformatorischen Bücher in Neumarkt verbrennen.

Im Großen und Ganzen ließ er seine Untertanen aber gewähren und ihren Glauben ausleben. Letztendlich gewann der „neue Glaube immer mehr Einfluss – wie auch in der restlichen Oberpfalz. Offiziell reformiert wurde Neumarkt nach Friedrichs Tod im Jahr 1556. Der neue Statthalter Johann Casimir setzte 1586 in Neumarkt schließlich den Calvinismus durch. So kam es sogar dazu, dass 1604 alle Heiligenbilder und -figuren aus den Neumarkter Kirchen zerstört wurden. Katholisch wurde Neumarkt erst wieder in den 1620er Jahren als es, wie ein großer Teil der Oberen Pfalz, an das Haus Wittelsbach fiel und bayrisch wurde.

Weitere Berichte aus dem Landkreis Neumarkt finden Sie hier.

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