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Region Neumarkt
Montag, 25. Juli 2016 27° 8

Tiere

Angst um Katzen in Woffenbach

Viele Besitzer lassen ihre Lieblinge kaum noch vor die Tür – sie befürchten, dass sie verschwinden. Der Neumarkter Polizei ist nichts bekannt.
von Katrin böhm

  • Sie waren ein Herz und eine Seele: Ronny und Bilbo – jetzt sind beide verschwunden. Foto: privat
  • Auch dieser Zettel weist auf eine verschwundene Katze hin.

Neumarkt. Bei Tierbesitzern in Woffenbach geht die Angst um. Treibt ein Katzenfänger sein Unwesen? Oder ist ein Tierhasser am Werk? Diese Befürchtung hat zumindest Christiane Zencominierski – ihre beiden jungen Kater verschwanden Ende August und Ende September. Bei der Suchaktion fiel Zencominierski auf, „dass es in unserem Stadtteil derzeit sehr viele vermisste Katzen gibt“.

An einen Zufall glaubt sie nicht. Der fünf Monate alte Ronny wurde 70 Kilometer von Neumarkt entfernt in unmittelbarer Nähe der A 93 gesehen, sagt sie. Bestimmt nicht freiwillig, ist sie überzeugt. „Eine Katze läuft nicht die Autobahn entlang.“ Auch sein Brüderchen Bilbo sei mit Sicherheit in unmittelbarer Nähe ihres Grundstücks aufgegriffen und gegen seinen Willen weggebracht worden. „Wohin, wissen wir nicht.“ Zencominierski glaubt, „dass jemand gezielt gegen unsere Katzen vorgeht“, womöglich in der Nachbarschaft. Schließlich seien beide Tiere nie mehr als 500 Meter vom Grundstück entfernt gewesen. „Damit kann es eigentlich nur ein Eingriff von außen gewesen sein.“

Diese beiden Vorfälle im Sommer seien nicht die einzigen, sagt Zencominierski. Bereits im Mai 2013 sei ihre erste Katze verschwunden und habe sich nach ihrer Rückkehr sehr verstört verhalten. Sie sei sogar zweimal zur Umgehungsstraße gelaufen – das habe sie vorher nie gemacht – und sei dort schließlich überfahren worden. Ihre Nachbarin führe ihre Katze nur noch an der Leine spazieren, seit diese ebenfalls mehrere Tage verschwunden gewesen sei– „sie war vermutlich irgendwo eingesperrt“ – und ein weiteres Mal mit einer stinkenden Flüssigkeit übergossen nach Hause zurückgekehrt war.

Über diese Entwicklung besorgt seien nicht nur sie und ihre Nachbarin, sondern mittlerweile ganze Straßenzüge in Woffenbach, sagt Zencominierski. Knapp 20 Menschen – fast jeder von ihnen habe einen Hund, eine Katze oder beides – hätten sich zusammengetan und überlegt, wie man vorgehen könnte. Denn die Woffenbacher wollten „ein friedliches Miteinander“. Wenn es Menschen gebe, die mit Tieren nichts anfangen könnten, wolle man versuchen, vernünftig Lösungen zu erarbeiten. „Aber man muss auch die Chance haben, etwas in die Wege zu leiten.“

Bis dahin hofft Zencominierski, dass der öffentliche Appell, die Tiere in Ruhe zu lassen, wirkt. Abgesehen davon erscheine es vielen Woffenbachern mittlerweile als beste Lösung, die Tiere mit einem GPS-Signal am Halsband auszustatten – so könne man feststellen, wenn sich die Katze aus dem Revier entferne und wohin sie laufe und bemerke aber auch, wann und wo der Katze das Signal eventuell entfernt werde.

Denn die bisherige Vorgehensweise vieler Woffenbacher, ihre Tiere zu Wohnungskatzen umzuerziehen oder nur noch an der Leine hinauszulassen sei nicht der Idealfall.

Auf die Hilfe der Polizei zu setzen ist schwierig, da kein konkreter Tatbestand vorliegt. Außerdem ist der Neumarkter Polizei von einer Häufung von vermissten Katzen nichts bekannt. Es gebe keinerlei Anzeigen oder Auffälligkeiten in diese Richtung, sagt der stellvertretende Leiter Jörg Degenkolb. Weder jetzt noch in der jüngeren Vergangenheit seien „Katzenfänger“ oder „Tierhasser“ in Woffenbach ein Thema gewesen.

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