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Region Neumarkt
Donnerstag, 23. November 2017 10° 3

Kreistag

Aus altem Gymnasium wird Förderzentrum

Neumarkts Kreistag hat für den Umbau in das SFZ grünes Licht gegeben. Auch das Ostendorfer Gymnasium wird davon profitieren.
Von Gerd Schlittenbauer

Das alte Willibald Gluck Gymnasium wird abgerissen. Es entsteht das neue SFZ, rechts daneben die Turnhalle und der Erweiterungsbau des Ostendorfer Gymnasiums anschließend an den B-Bau, der generalsaniert wird.Foto: Schlittenbauer

Neumarkt.Ein 22,8-Millionen-Euro Projekt war am Dienstag wesentlicher Bestandteil der Sitzung des Kreistags. Das alte Willibald-Gluck-Gymnasium wird abgerissen – an dieser Stelle entsteht der Neubau eines Sonderpädagogischen Förderzentrums. In diesem Zuge wird auch der B-Bau des Ostendorfer Gymnasiums generalsaniert und sogar erweitert.

Das Architekturbüro Theo Nutz stellte den Stand der Planungen vor, der bei den beteiligten Vertretern von Ostendorfer Gymnasium, Sonderpädagogischem Förderzentrum und auch der Lebenshilfe auf viel Beifall stieß. „Die Ziele wurden sehr gut realisiert, wir sind zufrieden“, brachte OG-Schulleiterin Ulrike Severa die Sache auf den Punkt. Auch die Mitglieder des Kreistages sahen die Planungen im Wesentlichen positiv.

Kreis mit 13 Millionen Euro dabei

Leichte Kritik gab es lediglich an den Kosten, die sich im Vergleich zum ursprünglichen Ansatz doch erheblich gesteigert hätten. Man sei zwar noch am „Basteln“, aber viel Reduzierung sei nicht mehr möglich, hieß es daraufhin vonseiten des Landratsamtes. Von den 22,8 Millionen seien 20 Millionen „zuwendungsfähige Kosten“, so dass der Landkreis für das gesamte Bauprojekt wohl zwölf bis 13 Millionen Euro als Nettopreis aufbringen müsse.

Für die Verkehrserschließung – es muss eine Zufahrt geschaffen werden, außerdem wird ein neuer Wendehammer gebaut und der WGG-Parkplatz saniert – fallen zusätzlich knapp 400 000 Euro an.

Blickt man vom Kurt-Romstöck-Ring künftig Richtung altes WGG, so wird an dessen Stelle der Neubau des Sonderpädagogischen Förderzentrums (SFZ) entstehen. Rechts anschließend wird eine Einfach-Turnhalle des SFZ gebaut sowie der Erweiterungsbau des Ostendorfer Gymnasiums, der mit dem bestehenden B-Bau verbunden wird, welcher eine Sanierung erfährt.

Der Kreistag, überzeugt von den vorgestellten Bau-Modellen, beschloss, der vorgelegten Planung zuzustimmen und beauftragt die Verwaltung mit der Beantragung staatlicher Zuwendungen.

Michael Zaschka vom Architekturbüro Nutz oblag die Mammutaufgabe, die Planungen im Detail den Kreisräten vorzustellen. Der Neubau werde über den Kurt-Romstöck-Ring mit einem Wendehammer erschlossen, in den auch Schulbusse einfahren könnten. Daneben entstehe der Haupteingang. Das Ostendorfer Gymnasium erhält einen weiteren praktischen Zugang von der Florianstraße aus. Es entstehen ein neuer Rasenplatz, ein Allwetterplatz und eine Laufbahn. Auch ein Beachvolleyballplatz und ein Klettergerüst werden nicht fehlen. Eine neue Bibliothek wird in einen Freiraum hineingebaut.

Kletterplatz für die Förderschule

Die Förderschule bekommt Pausenhöfe, Anlagen für Tischtennis, Streetball und Klettern. Im Neubau des SFZ Neumarkt entstehen auch Räume für die Schulvorbereitende Einrichtung (SVE), deren Träger die Lebenshilfe ist. Die Bauherrenfunktion übernimmt aber komplett der Kreis. Er begleicht die Baurechnungen und rechnet nach Fertigstellung mit der Lebenshilfe ab. Der Eigenanteil der Lebenshilfe kann in drei Raten gezahlt werden, so beschloss der Kreistag.

Für die Räume der SVE gewährt der Freistaat Bayern Baukostenersatz in Höhe von bis zu 100 Prozent der zuwendungsfähigen Kosten. Die Lebenshilfe tritt den Anspruch auf Baukostenersatz an den Landkreis ab. Im Gegenzug kommt der Landkreis für den staatlichen Wertausgleichsanspruch bei Aufgabe des förderfähigen Zweckes auf. Diese Vorgehensweise ist mit der Regierung der Oberpfalz abgestimmt, damit es nur einen Zuwendungsempfänger gibt.

„Neue Mitte“ zwischen Schulen

Zwischen den Bereichen des SFZ und dem Gymnasium wollen die Architekten eine „neue Mitte“ schaffen, getreu dem angedachten Inklusionsgedanken zwischen OG und SFZ. Denn eine Treppe, die Bibliothek, ein Aufenthaltsraum und die entstehende Mensa sollen gemeinschaftlich genutzt werden.

Der SFZ-Neubau erhält außenliegende Rettungswege. Die Klassenzimmer im B-Bau des OG werden mit Verbindungstüren ausgestattet, der Kreisjugendring bekommt dort Räume. Es entstehen insgesamt drei Aufzüge. Bei der Generalsanierung wird der B-Bau zurückgebaut und mit einer neuen Lüftungsanlage ausgestattet. Der gesamte Bau wird 135 Meter Längsausdehnung haben und 70 Meter in die Breite gehen.

„Es entsteht ein markanter architektonischer Ausdruck“, sagte Architekt Michael Zaschka. Die Fassade des SFZ bekommt einen leichten Glanzeffekt und wird viel Grün beinhalten, als „Farbe der Natur, die erfrischend, beruhigend und konzentrationsfördernd wirkt“ – ebenso wie die kommunikative Farbe Orange, die ebenfalls für die Fassade verwendet wird. Die Erweiterung des Ostendorfer Gymnasiums erhält eine „helle Putzfassade“, erklärte der Architekt.

Nachdem auch noch zahlreiche Details der Baumaßnahmen ausführlich erklärt worden waren, gab der Kreistag relativ unkompliziert sein Plazet.

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