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Region Neumarkt
Montag, 20. November 2017 3

Verkehr

Ausfahrt Traunfeld nimmt wichtige Hürde

Bundesverkehrsminister genehmigte Start der Planungen. Während die Kreisspitze darüber froh ist, sind die Traunfelder uneins.
Von Lothar Röhrl

  • Hoch über Traunfeld, das in einer Senke liegt, führt die A6 (erkennbar am weißen Lkw) vorbei. Ob die Kreisstraße NM 10, die durch den Ort führt, einmal Autobahnzubringer oder eine noch zu bauende Ost-Ortsumgehung wird, soll die nun angestoßene Planung zeigen. Foto: Röhrl
  • Den Rohentwurf hatte MdB Karl (l. vorne) organisiert. Bürgermeister Lang (sitzend Mitte) sah ihn ebenso zum ersten Mal wie Landrat Gailler, Vize-Bürgermeister Meier und Kreisentwickler Gottschalk.Foto: Landratsamt

Lauterhofen.In das Thema einer möglichen neuen A6-Autobahnausfahrt Traunfeld ist Bewegung gekommen – und zwar in jeder Richtung. Befürwortern dürfte gefallen, dass das Bundesverkehrsministerium für die beantragte Anschlussstelle eine „grundsätzliche Zustimmung“ erteilt hat. Hingegen als Hoffnung für die Gegner, in deren erster Reihe sich ein Aktionsbündnis befindet, erweist sich auf den ersten Blick ein Beschluss des Kreistags des Nürnberger Land erwiesen. Bei nur einer Gegenstimme wurde die Unterstützung für den Bau einer solchen Anschlussstelle zurückgezogen. Dabei hatten die Landkreise „LAU“ und „NM“ zusammen vor genau einem Jahr den Antrag auf das Einrichten der Anschlussstelle eingereicht.

Grundsätzliche Zustimmung

Seine Entscheidung zum Start der Planung teilte der geschäftsführende Noch-Verkehrsminister Dr. Alexander Dobrindt an den CSU-Bundestagsabgeordneten Alois Karl. Dieser präsentierte den vom Ministerium erarbeiteten Rohentwurf am Montag im Büro des Landrats Willibald Gailler dem Hausherren selbst, Lauterhofens Bürgermeister Ludwig Lang und dessen Vize-Bürgermeister Reinhard Meier (beide Freie Wähler) sowie Michael Gottschalk, der Leiter der Abteilung für Kreisentwicklung ist. Der Text einer vom Landratsamt am Dienstag dazu herausgegebenen Mitteilung wird von Freude über den genehmigten Start der Planungen dominiert.

Ausdrücklich wird die Nachricht aus Berlin als „positiv“ bewertet. Wörtlich heißt es: „Das (gemeint: die grundsätzliche Zustimmung) ist bei den zahlreichen Anträgen und Wünschen nach zusätzlichen Anschlussstellen in der ganzen Bundesrepublik, die überwiegend keine Zustimmung erhalten, ein sehr starkes und positives Signal für unseren nördlichen Landkreis.“ Damit bestehe eine große Chance für eine zukunftsorientierte Verbesserung der Infrastruktur. Und man wolle die beginnenden Planungen ganz eng und im Einvernehmen mit den Bürgern von Traunfeld und der Marktgemeinde vorantreiben.

Als positives Beispiel für die Chancen einer neuen Anschlussstelle verwiesen die Teilnehmer der Runde im Landratsamt auf die Anschlussstelle „Neumarkt Ost“ bei Frickenhofen. In Sachen „Frequenz“ stellte das Neumarkter Tagblatt eine Nachfrage an Michael Gottschalk. Denn Tagblatt-Informationen zufolge war damals die Stadt Neumarkt (noch in der OB-Ära von Alois Karl) mit der Zahl von rund 4000 Fahrzeugen pro Tag, die diese Anschlussstelle benutzen könnten, ins Rennen gegangen. Für eine Anschlusstelle Traunfeld werden laut Gottschalk 1800 Fahrzeuge erwartet.

Schon im Vorfeld der Planungen wird auf mögliche Befürchtungen Traunfelder Bürger und auf Argumente des Aktionsbündnisses eingegangen. So heißt es in der Pressemitteilung weiter, dass es einen verkehrssicheren Ausbau der Kreisstraße NM 10 östlich von Traunfeld geben soll. Zu dieser Formulierung wollte das Neumarkter Tagblatt wissen, ob mit „östlich von Traunfeld“ an den Bau einer Umgehungsstraße östlich der Ortschaft Traunfeld gedacht sei. Wie Gottschalk meinte dazu auch der ebenfalls vom Tagblatt befragte Lauterhofener Bürgermeister Ludwig Lang, dass das einer jener Punkte sein werde, der mit den Bürgern im Laufe der Planung besprochen werden soll.

Auch das Thema „Lärmschutz“ werde eine Rolle spielen. Dazu stellte Michael Gottschalk fest, dass es auf Höhe von Traunfeld an der A6 dank einer Anschlussstelle endlich zum Bau jener Einrichtungen für Lärmschutz kommen könne, den sich manche Bürger Traunfelds schon lange gewünscht haben.

Auf Platz eins der Wunschliste der Traunfelder steht eine bessere Information. Diese wolle er am 24. November bei der Bürgerversammlung für Traunfeld im Schützenhaus geben –kündigte Bürgermeister Lang an. Er selbst habe am Montag zum ersten Mal überhaupt einen Plan gesehen. Diesen Rohentwurf wolle er den Traunfeldern zeigen. Auch Landrat Gailler erklärte sich bereit, in Traunfeld Rede und Antwort zu stehen.

Übrigens: Das betroffene Areal befindet sich komplett im Landkreis Neumarkt. Er kann alleine über seine Zustimmung und die Bezuschussung der Kosten entscheiden.

Traunfelder diskutieren

Und was sagen die Traunfelder selbst? Bei einer kleinen Straßenumfrage am Dienstag ergab sich kein einheitliches Meinungsbild. Aktuell werde das Pro und Contra ruhig und emotionsfrei diskutiert; eine Aufteilung in ein Pro- und in ein Contra-Lager gebe es nicht. Befürworter der Anschlussstelle verwiesen auf die Chance, dass damit junge Leute für die Zukunft des Ortes besser dort gehalten werden könnten. Aktuell genüge aber die Nähe zu den Anschlussstellen Oberölsbach, Altdorf und Alfeld/Lauterhofen. Ein Bürger hatte die Kartonagen produzierende Firma mit ihren 80 Arbeitnehmern im Blickfeld. Dieser dürfte eine Anschlussstelle Traunfeld sehr entgegenkommen.

Bei den Gegnern spiele die Gefahr von mehr Lärm und von einem höheren Verkehrsaufkommen auf dem bisherigen Verlauf der NM 10 durch den Ort eine Rolle. Sorgen mache ein erhöhtes Risiko, wegen der besseren Erreichbarkeit des Ortes Opfer von Einbrecherbanden zu werden.

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