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Region Neumarkt
Montag, 18. Dezember 2017 2

Kino

Bayern ist sagenhaft schön

Regisseur Joseph Vilsmaier stellte in Neumarkt seinen neuen Film vor.
Von Josef Wittmann

Joseph Vilsmaier war in Neumarkt zur Filmpremiere. Foto: Wittmann

Neumarkt.„I hab den Film alleine finanziert und von keinem einen Cent genommen, nicht einmal von der Filmförderung. Ein paar Hunderttausend hat er schon kost“, betonte Joseph Vilsmaier bei der Neumarkter Premiere von „Bayern – Sagenhaft“ im Cineplex. Er habe kein sozialkritischen Kunstwerk wie ‚Schlafes Bruder‘ oder ‚Rama dama‘ schaffen wollen, sondern Unterhaltung, um „die Leute zu begeistern, dass sie mit Freude aus dem Kino gehen“.

Vier Jahre wurde gedreht, weil vieles wie die Landshuter Hochzeit oder das Ochsenrennen nur alle paar Jahre gefilmt werden können. Manches gehe auf uralte Sagen und Legenden zurück und werde von den Menschen auf besondere und unnachahmliche Weise gepflegt. „Ganz spontan und ohne Stress“ entstand der Film.

Herausgekommen sind 91 sagenhafte Minuten voller Feste, Brauchtümer und Traditionen aus Vilsmaiers bayerischer Heimat mit Schwerpunkt auf Oberbayern und einigen Hubschrauberausflügen bis hoch ins oberfränkische Barock. Das Ganze so schön gefilmt, arrangiert und mit gefühlvoller Musik von Jürgen „Haindling“ Buchner garniert, dass der Regisseur sich zur Erheiterung des Publikums gegen den Verdacht wehrt, er wolle die bayerischen Landtagswahlen für die CSU vorbereiten.

„Den Jürgen Haindling kenn ich schon ganz lang. Ohne Filmmusik ist ein Film sowieso bloß die Hälfte wert. ‚Jürgen mach, wo’s Du wuist‘“, habe er dem Freund freie Hand gegeben, sich nur das seit Jahren nicht mehr gehörte „Ewige Lied“ gewünscht. „Das ist so ein schönes Lied“, waren sich Vilsmeier und das Auditorium einig.

Kreative Mitstreiter des humorvollen Films über Land und Leute im weiß-blauen Freistaat sind Hannes Burger und Monika Gruber, die die Zuschauer durch den Film führt und dabei auf kabarettistische Gags zugunsten bajuwarischer Liebenswürdigkeit verzichtet („Die Gruaberin ist in Wirklichkeit sehr anschmiegsam“). In den letzten drei Wochen hat Joseph Vilsmaier mit 14 000 Promotionkilometern und in 49 Kinos den direkten Kontakt zu seinem Publikum gesucht.

Das macht ihm sichtlich Freude und den Besuchern ebenfalls. Trotzdem ist der Filmemacher froh, dass „am Sonntag jetzt Schluss is‘ und dann stift‘ i zehn Kerzn in da Kirch“. Ob der neue Film auch außerhalb Bayerns gezeigt wird, wollte ein Neumarkter wissen. Vilsmaier zitiert seinen Freund, den 87-jährigen legendären Wiesn-Wirt Richard Süssmeier, der auch mitspielt: „Zoagt‘s den Film nie droben in Preißn, sonst darennas uns“. Als nächstes will Vilsmaier Herbert Rosendorfers „Briefe in die Chinesische Vergangenheit“ in China und München verfilmen „und vielleicht ist das Weihnachten 2018 fertig“.

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