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Samstag, 29. April 2017 11° 3

Erster Weltkrieg

Berngauer erinnert an ein Kriegsdrama

Erich Stenz organisiert die Treffen der Bordkameraden der Fregatte „Emden IV“. Jetzt ging es um das Schicksal der „Emden I“.

Erich Stenz (l.) und Joachim Killus (r.) organisierten das Emden-Treffen in Mainz. Dabei trat mit Stephan-Theodor Klose ein Liebhaber der „Emden“ während der Kaiserzeit in passender Uniform auf.Foto: Stenz

Berngau.Trauer statt demonstrativer Stolz – Gedenken statt Gemeinschaftspflege: Ein besonderes „Emden“-Treffen hat der Wahl-Berngauer Erich Stenz hinter sich. In Mainz gedachten die Bordkameraden der F 221, wie die Fregatte „Emden IV“ im Jargon der NATO aufgeführt worden ist, dem Schiff, das insgesamt fünf „Generationen“ von Emden-Fregatten ihren Namen gegeben hatte.

Um die allererste „Emden“, die im Dienst der kaiserlichen Marine gestanden war, ging es beim alljährlichen „Emden“-Treffen, das Erich Stenz als einer der beiden Hauptverantwortlichen dieses Mal in Mainz organisiert hatte. Stenz, der noch Hauptbootsmann der Reserve ist, war drei Jahre lang als Funker auf der Emden IV“ gefahren.

Auf Riff gesetzt, um Leben zu retten

Bei dem Treffen ging es um den 100. Jahrestag der Kapitulation des „Kleinen Kreuzers Emden I“ am 9. November 1914 bei einem Gefecht nahe der zu Australien gehörenden und im Indischen Ozean „Kokosinseln“. Während des Gefechts des allein auf sich gestellten Kreuzers mit einer Übermacht an gegnerischen Schiffen war schon eine Menge an Besatzungsmitgliedern gefallen: Sechs Offiziere, vier Decksoffiziere, 26 Unteroffiziere und 90 Matrosen. Da entschlossen sich die noch Lebenden, das Schiff auf ein Riff zu setzen, um weitere Menschenleben unter der Besatzung zu schonen.

Danach schlugen sich die Besatzungsmitglieder auf dem Landweg bis nach Konstantinopel, dem heutigen Istanbul, durch, wo sie erst im Mai des Jahres 1915 ankamen. Dieses abenteuerliche Unterfangen war schon mehrfach Stoff für Kinofilme.

Dabei wurde auch gezeigt, dass Kaiser Wilhelm die Überlebenden der „Emden“ geadelt hatte. Ihnen wurde der Namenszusatz „Emden“ verliehen. Dabei handelt es sich um einen Zusatz, der vererbbar ist. Außerdem wurde dem bei diesem Gefecht total beschädigten Schiff nachträglich vom Kaiser das „Eiserne Kreuz“ verliehen.

Alle weiteren vier Nachfolger des gleichen Namens hatten das „Eiserne Kreuz“ am Bug beziehungsweise an ihren Aufbauten getragen. So auch die „Emden IV“, auf der Stenz Dienst getan hatte. Diese Fregatte war im Oktober 1961 in Dienst gestellt worden. Bis zu ihrer Außerdienststellung im Juni 1983 war sie in unzähligen Manövern während der Zeit des Kalten Krieges der NATO unterstellt.

Derzeit gibt es keineSchiff mehr mit dem Namen „Emden“ bei der Bundesmarine. Das letzte Schiff dieses Namens, die „F 210 Fregatte Emden V“ war im vergangenen Jahr außer Dienst gestellt worden.

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