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Region Neumarkt
Dienstag, 16. Januar 2018 7

Betreiber von Sonnenstudios begrüßen Kabinettsbeschluss

„Wir begrüßen die Regelung sehr“, sagte Roland Hochmut, Franchisenehmer des Sonnenstudios Sunpoint in Neumarkt. Bei Sunpoint praktiziere er das schon seit einigen Jahren. „Die Zahl derer, die jünger als 18 sind, geht bei uns gegen Null.“

Auch die Geschäftsführerin des Sonnenstudios Sonero, Jutta Duschek, steht dem Beschluss positiv gegenüber. „Bei uns dürfen seit vergangenen Juli nur noch Leute ab 18 Jahren sonnen“, denn seit dem vergangenen Sommer sei das Studio vom Bundesamt für Strahlenschutz zertifiziert. „Und wenn die Leute sehr jung aussehen, lassen wir uns den Ausweis zeigen.“

„Ich würde das nicht pauschal verbieten“, sagt dagegen Roland Kölbl, Studioleiter bei „MyFitness“ in Neumarkt. Hier stehen zwei Sonnenbänke. Bei Jugendlichen plädiert er für eine dermatologische Prüfung im Einzelfall, „das empfehlen wir auch unseren Kunden“. Ein generelles Verbot hält Kölbl jedoch nicht für sinnvoll, weil zum Beispiel bei fettiger Haut der Besuch im Studio durchaus sinnvoll sein könne.

Auch wenn sich nach Angaben der Sonnenbankbetreiber kaum Jugendliche künstlich bräunen, sind Minderjährige, die ihre Haut mit zu vielen Solariumsbesuchen geschädigt haben, im Alltag eines Hautarztes nichts Ungewöhnliches, sagt Dr. Nikolaus Stosiek: „Fast jeder erwischt irgendwann einmal zu viel Strahlung.“ Die Patienten kämen dann etwa mit einem massiven Sonnenbrand in die Praxis – die Langzeitfolgen seien allerdings unabsehbar. „Wer sich vor dem 35. Lebensjahr regelmäßig auf die Sonnenbank legt, erhöht sein Hautkrebsrisiko drastisch“, sagt Stosiek. Bis ein durch zu viel Sonnen verursachter Hautkrebs tatsächlich ausbreche, könnten Jahrzehnte vergehen.

Das Argument, dass sich Jugendliche, wenn sie nicht mehr ins Solarium dürften, dafür mehr der natürlichen UV-Strahlung aussetzten, will Stosiek nicht gelten lassen. Zwar solle man sich niemals vollkommen ungeschützt in die Sonne legen, „allerdings hat die Mittagssonne in typischen Urlaubsländern einen UV-Index von elf bis zwölf – die Strahlen in einem durchschnittlichen Solarium liegen dagegen bei über 40“.

Das Sonnenstudioverbot begrüßt Stosiek daher: „Jugendliche unterliegen aufgrund ihres Alters einer gewissen Aufsicht und müssen geschützt werden.“ Einschränkungen für Erwachsene hält Stosiek aber für sinnlos: „Dann müsste man auch Bungee Jumping, Klettern und andere risikobehaftete Dinge verbieten.“ Stattdessen plädiert Stosiek für besser ausgebildetes Personal und mehr Beratung der Sonnenanbeter.

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