mz_logo

Region Neumarkt
Montag, 29. Mai 2017 25° 1

Brecher mahlt Stein wie Kaffee

Blick hinter Kulissen des Trollius-Werks

Sprengmeister Josef Graf zeigte, wie man Sprengkapseln einführt. Foto: Braun

Anlass dazu hatte der „Tag des offenen Steinbruchs“ der deutschen Kalkindustrie gegeben. „Viele möchten unsere Welt einmal sehen“, sagte Günter Trollius, der Seniorchef der Firma zum Auftakt der rund zweieinhalb Stunden Führung. „Gigantisch“ nannten die rund 50 Teilnehmer, was in dem Steinbruch geboten wurde. „Dahinter stecken 55Jahre Aufbauarbeit“, sagte Günter Trollius.

Mit Natur behutsam umgehen

Rund 700000Tonnen Steingut werden jährlich in diesem rund 50 Hektar großen Areal abgebaut. Allein an Schotter verlassen täglich rund 2500 Tonnen den Betrieb. Oberstes Ziel ist für den Geschäftsführer und Sohn des Unternehmers, Hermann Trollius, mit der Natur behutsam umzugehen um so den optimalen Nutzen beim Abbau des Steingutes zu erreichen. Der 34Jahre alte Vater von drei Kindern ist ein gelernter Tagebautechniker.

Herzstück der Betriebsanlagen im Steinbruch ist die vernetzte Computersteuerung für die Gesamtanlage. Weiter ausbauen will Hermann Trollius die Veredelung der Produkte für die Futtermittel-Branche zu Mineralfutter, Futterkalk, aber auch Düngerkalk. Dafür ist der Betrieb seit drei Jahren zertifiziert. Ebenso verfügt das Unternehmen das Reinigungszertifikat für den Lebensmitteltransport der fünf eigenen Lastkraftwagen. Damit will sich das Unternehmen im Preiskampf mit den umliegenden Steinbrüchen abheben.

Weitere Produkte, die in Lauterhofen hergestellt werden, sind neben dem Schotter für den Straßenbau Edelsplitte für Asphalt sowie für die Beton- und Putzindustrie. Mit hochwertigem Rohkalk beliefert das Unternehmen die Zucker-Industrie und Eisengießereien auch im Ausland. Zudem werden noch Spezialsande für Tierfutter sowie die Glas- und Putzindustrie hergestellt.

Mitarbeiter „größtes Kapital“

Mit gebranntem Kalk beliefert die Firma Trollius die Stahl- und Bauindustrie sowie die Landwirtschaft. Der Kalkofen brennt an allen 365 Tagen des Jahres. Dafür muss für die Wochenenden oder die Feiertage entsprechend Vorrat an Steingut in den Silos sein.

Hauptproblem des Unternehmens ist die Kostenexplosion im Energiesektor. So sind die Preise für Diesel und Strom um rund 20 Prozent angestiegen, das schwere Heizöl ist sogar um 60 Prozent teurer.

Höhepunkt der Besichtigungstour war die Sprengung einer 4,5Meter breiten und 17Meter hohen Steinwand durch Sprengmeister Josef Graf. Wie Graf unterrichtete, waren zu dieser Sprengung 24Bohrlöcher in jeweils 17Metern Tiefe erforderlich, die mit insgesamt zwei Tonnen Sprengstoff gefüllt wurden. Ergebnis dieser Sprengung waren rund 22000Tonnen Steingut. Solche Sprengungen nimmt Josef Graf, je nach Bedarf, etwa zweimal in der Woche vor. Die großen Steinbrocken werden anschließend mit drei großen Radladern von je 630 PS auf drei 750PS starke Muldenkipper verladen, die das Material zum 300Tonnen fassenden Brecher bringen, wo die großen Brocken wie in einer Kaffeemühle gemahlen werden. Als „größtes Kapital“ nannte Günter Trollius seine 35 qualifizierten Mitarbeiter, die überwiegend schon lange dabei sind.

Der im Jahr 1903 entstandene Steinbruch wurde 1942 von Hermann Trollius erworben. 1950 wurde er von dessen Sohn Günter übernommen. Heute wird das Unternehmen von dessen Sohn Hermann geführt.

Die Kommentarfunktion steht exklusiv unseren Abonnenten zur Verfügung. Als Abonnent melden Sie sich bitte an oder registrieren Sie sich. Alle anderen Nutzer finden preiswerte Angebote in unserem Aboshop.

Anmelden Registrieren Zum Abo-Shop

Anmelden

Hinweis: Bitte schützen Sie Ihr Konto auf öffentlichen Geräten, indem Sie sich nach der Nutzung im Profil-Bereich abmelden.

Sie sind noch nicht registriert?

Neu registrieren

MessageBox

Nachricht