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Region Neumarkt
Montag, 18. Dezember 2017 2

Idee

Den Flohmarkt nach Hause geholt

Im Kinderladen von Steffi Jaspers kann jeder kaufen und verkaufen. Second-Hand ist für sie eine Lebenseinstellung.
Von Heike Regnet

  • Steffi Jaspers hofft, dass viele Käufer und Verkäufer vorbeischauen.
  • Auch Spielsachen Second-Hand gibt es im Kinderladen. Fotos: Regnet

Seligenporten.„Wenn ich etwas wegschmeißen muss, bricht mein Herz“, sagt Steffi Jaspers. „Meistens sind die Sachen ja noch richtig gut, manchmal fast neu, doch aus Platznot im Haus müssen sie irgendwann weg.“ Ob Kleidung, Fahrräder oder Spielsachen - ist jeder freie Platz im Haus zugestellt, wird es höchste Zeit, sich von alten Sachen zu trennen. Das war auch im Vier-Personen-Haushalt von Steffi Jaspers nicht anders und so führte sie der Weg immer wieder auf Flohmärkte und Kinderbasare.

Doch bis die Ware aus dem Keller im Auto, der Zielort erreicht, der Stand aufgebaut und die Waren angeboten werden können, ist der Zeitaufwand enorm. Am Abend heißt es dann, die Reste zusammenpacken und bis zum nächsten Markt wieder gut verstauen. Eine andere Lösung musste her und so eröffnete Steffi Jaspers vor wenigen Wochen ihren kleinen Laden im eigenen Haus.

Second-Hand ist absolut sinnvoll

Ein hölzernes Schild im Garten mit der Aufschrift „mein-kinderladen.de - alles second hand“ weist heute auf das neue Geschäft in der Möninger Straße 13 in Seligenporten hin. „Second-Hand ist viel mehr, als nur gebrauchte Sachen los zu werden oder günstig zu kaufen“, sagt Steffi Jaspers. „Second-Hand ist ökologisch absolut sinnvoll. Ein Auto schmeißen wir doch auch nicht einfach weg, wenn wir ein Neues kaufen.“

Gerade Kleidung sei ja bekanntlich sehr aufwendig in der Produktion. Durch Färben oder auch Imprägnieren gelangen Unmengen an Schadstoffen in die Umwelt. Und auch beim Tragen selbst biete Second-Hand enorme Vorteile. So war gebrauchte Kleidung schon oft in der Waschmaschine und alle Schadstoffe wurden herausgespült.

„Und Second-Hand befreit“, sagt Jaspers. Ob Markenwahn oder Trend, Second-Hand habe seine ganz eigene Philosophie. Doch in ihrem Kinderladen geht es nicht nur darum, die gebrauchten Waren an Mann bzw. Frau zu bringen, jeder kann hier auch seine eigenen Waren anbieten. Wer etwas verkaufen möchte, bringt seine Sachen einfach bei Steffi Jaspers vorbei. Von ihr wird alles begutachtet, registriert und schließlich der Verkaufspreis festgelegt. Der Erlös wird dann 60 zu 40 zwischen Jaspers und Verkäufer aufgeteilt. Auch das Auszeichnen der Ware übernimmt Steffi Jaspers und zudem werden die Sachen auf der Homepage über ebay im Internet zum Verkauf angeboten. „Wir machen die Fotos und pflegen die Seiten, damit auch immer die aktuelle Ware zu sehen ist“, sagt Jaspers. Hierbei ist ihr Ehemann Dominik eine wichtige Hilfe. Er hat auch die eigene Homepage eingerichtet. „Und das war ganz schön viel Arbeit, bis alles so richtig gepasst hat, wie wir uns das vorgestellt haben“, sagt Jaspers.

Stets neue Ware im Laden

In den letzten Wochen ist der Warenbestand im Kinderladen schon erheblich angewachsen. „Wir werden die Sachen meist so sechs Wochen behalten. Was dann nicht verkauft ist, können die Kunden wieder abholen.“ Neben den Kleiderständern haben im Kinderladen auch zwei Regale für Spielsachen Platz gefunden. „Die Preise sind bei Second-Hand wirklich nicht hoch“, sagt Jaspers. „Kinderhosen gibt es schon unter fünf Euro. Es sind auch viele Markenartikel dabei.“

Der Gedanke an die Welt von morgen ist es, der Steffi Jaspers antreibt. „Second-Hand ist nachhaltig, ein Gewinn für die Umwelt und es macht einfach Spaß.“ Schon lange sei es ihr Wunsch gewesen, einen Straßenverkauf zu machen. „Und jetzt ist der Verkauf direkt in meinem Haus. Das ist wirklich praktisch.“

Die Warenannahme erfolgt zu den Öffnungszeiten oder nach telefonischer Vereinbarung. „Am besten ist es, einfach mal vorbeizuschauen“, empfiehlt Jaspers. Ware, die schließlich nicht verkauft wurde, geht zurück an den Kunden. Sollte dieser die Sachen nicht mehr brauchen, ist auch das für Steffi Jaspers kein Problem. Sie gibt auf Wunsch die nicht verkaufte Ware gerne kostenfrei an soziale Einrichtungen weiter.

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