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Region Neumarkt
Mittwoch, 22. November 2017 10° 3

Ausdauer

Der Junut lockt die Ultraläufer an

Dietfurt und Umgebung werden für drei Tage zum Mekka der nationalen und internationalen Extremläufer-Szene.

Am Freitag geht es für die Ultraläufer in Dietfurt los. Dann müssen sie in maximal 54 Stunden den kompletten Jurasteig (239 Kilometer Länge) und 7500 Höhenmeter bewältigen. Fotos: Börner

Dietfurt.Eine illustre Schar von Läufern, die sich auf den Langdistanzen über 100 Kilometer zu Hause fühlt, kommt zum Jurasteig Nonstop Ultratrail, kurz Junut.

Der Junut hat sich zu einem festen Bestandteil der Ultralaufszene entwickelt und dabei Kultstatus erreicht. Die Zahl der „Verrückten“, die sich dieser für den normalen Sportler meist unglaublichen Herausforderung stellen wollen, hat sich auch bei der sechsten Austragung nochmals erhöht. Besonders erfreulich ist, dass auch immer mehr Teilnehmer aus der Region beim Junut antreten.

So sind in diesem Jahr aktuell 134 Gemeldete aus acht Nationen auf der Teilnehmerliste. Auch wenn erfahrungsgemäß noch einige, in der Regel verletzungsbedingte Absagen zu erwarten sind, werden damit so viele Läufer wie noch nie an der Startlinie in Dietfurt an der Altmühl stehen.

Zwei Tage sind Zeit

Sie haben dann etwas mehr als zwei Tage (maximal 54 Stunden) Zeit, den kompletten Jurasteig mit einer Länge von 239 Kilometern und einem Höhenunterschied von kumuliert 7500 Metern zu bewältigen. Dazu muss man wissen: Normalerweise wird der Jurasteig in zwölf Tagesetappen erwandert.

In 2016 gab es bei den Männern wie im Vorjahr einen Doppelsieg. Georg Kunzfeld und Tobias Krumm erreichten nach 35:12 Stunden gemeinsam die Ziellinie. Als schnellste Frau kam Nicole Kresse nach 40:55 Stunden ins Ziel.

Idyllische Landschaften warten auf die Läufer. Ob diese dafür allerdings einen entspannten Blick übrig haben, darf bezweifelt werden.

Die erreichte Teilnehmerzahl erfordert eine ausgeklügelte Logistik durch das Orga-Team um Margot und Gerhard Börner aus dem mittelfränkischen Schwabach. Die Läufer werden entlang der Strecke an zwölf Versorgungspunkten (VP) betreut. Diese Aufgabe übernehmen viele freiwillige Helfer aus der Familie und dem Umfeld der Organisatoren, aber auch der Teilnehmer. Sie können dabei auf die Unterstützung vieler örtlicher Vereine und Feuerwehren, von Gastronomen und von Kommunen am Weg zählen.

Der Start- und Zielort Dietfurt unterstützt die Sportler und Organisatoren in vielfältiger Weise. In Riedenburg und Kelheim stellen die Stadtverwaltungen Räumlichkeiten für die dortigen Versorgungsstellen zur Verfügung. Die Freiwillige Feuerwehr in Matting empfängt die Sportler in ihrem Feuerwehrhaus, bewirtet sie dort in der Nacht von Freitag auf Samstag und bringt sie anschließend mit einem Rettungsboot über die Donau.

Als nächste Station erreichen die Läufer das Naturfreundehaus Alpiner Steig in Schönhofen, bevor es in die Klosterwirtschaft nach Pielenhofen weitergeht. Für die Helfer hier bedeutet das eine Nachtschicht. Diese Versorgungspunkte sind während der ganzen Nacht von Freitag auf Samstag besetzt.

Es geht im wahrsten Wortsinn über Stock und Stein.

Danach geht es weiter zur Freiwilligen Feuerwehr in Dallackenried, die am Samstag ab 3.15 Uhr helfend bereit steht. Im Sportheim des SV Schmidmühlen haben die Teilnehmer dann etwa 138,5 Kilometer in den Beinen. Bei denen, die sich während der Nacht verlaufen haben, können das schon auch ein paar Kilometer mehr sein.

Die Familie des Vorsitzenden Peter Fochtner kümmert sich beim SV Schmidmühlen schon zum sechsten Mal aufopfernd und liebevoll um die Läufer. Bereits ab 6 Uhr gibt es am Samstag warme Mahlzeiten, Dusch- und Umkleidemöglichkeiten und sogar Massagen. Wer einen ausreichenden Zeitpuffer herausgelaufen hat, kann in Schmidmühlen auch kurz schlafen. Spätestens samstags um 16 Uhr muss Schmidmühlen aber wieder verlassen sein, sonst droht die Disqualifikation.

Zahlreich machten sich im Vorjahr die Läufer auf den Jurasteig. Archivfoto: Grad

Im Sportheim des TuS Hohenburg befindet sich der nächste VP. Wolfgang Preibisch kümmert sich dort um die Teilnehmer. Sein Kartoffelbrei hat in den vergangenen Jahren schon den einen oder anderen Läufern „wiederbelebt“.

In Kastl ist die neunte Versorgungsstelle des Junut. Dort werden die Teilnehmer im Hotel Forsthof betreut. Hier gibt es dann auch eine Kurzdistanz-Wertung. Die Ultraläufer können entscheiden, ob Sie hier, bei dann erreichten 170 Kilometern, den Lauf beenden und in eine eigene Wertung für den Junut 170 aufgenommen werden wollen.

Wenn das keine Option ist, führt der Weg zehn Kilometer weiter auf den Habsberg zum dortigen Diözesanjugendhaus. Danach kommt der von vielen gefürchtete Abschnitt nach Deining. In der zweiten Nacht ohne Schlaf geht es weitere 22 Kilometer zum Sportheim des 1. FC Deining.

Eine warme Mahlzeit in Deining

Die bewährte Mannschaft um den Jugendleiter des 1. FC Deining, Franz Xaver Meier, steht von Samstag 17.30 Uhr bis Sonntag 8 Uhr für die Junut-Läufer bereit. Auch in Deining gibt es wieder eine warme Mahlzeit sowie Dusch- und Umkleidemöglichkeiten.

Mehr als 202 Kilometer liegen in Deining hinter den Läufern. Ein lockerer Halbmarathon bringt sie anschließend nach Holnstein in die „Felsenschänke“ der Regens-Wagner-Einrichtung mit der letzten Versorgungsstelle. Danach sind es noch 15,6 Kilometer bis zur Ziellinie in Dietfurt.

Freiwillige Helfer unterstützen die Läufer wo es nur geht

Wer dort ankommt, hat mehr als fünfeinhalb Marathons am Stück hinter sich, hat 7500 Höhenmeter bergauf und bergab, über Stock und Stein, bei Tag und bei Nacht, bewältigt. Hat gelitten und geflucht, Freude, Kameradschaft und Schmerzen erlebt, einen unglaublichen Sieg über die eigenen Schwächen errungen, hat eine fantastische Landschaft, begeisterte Helfer und Unterstützer kennengelernt und allen Grund, stolz zu sein.

Aber auch diejenigen, die nicht die volle Distanz bewältigen konnten, nehmen den Geist des Junut, der Region und ihrer Menschen in ihren Erinnerungen mit nach Hause. Und die meisten kommen wieder, denn für Ultraläufer hat ein Finish beim Junut einen ganz besonderen Stellenwert.

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Stationen und Zeitablauf

  • Dietfurt:

    Am Freitag starten die Läufer der Gruppe I um 9 Uhr und die Teilnehmer der zweiten Gruppe um 15 Uhr am Dietfurter Rathaus.
    Am Freitag zwischen 12 und 19 Uhr sind die Starter an der Tourist-Info.
    Am Freitag zwischen 16 und 23 Uhr ist Station am Pavillon der Altmühl-Schifffahrt.
    Am Freitag ab 20 Uhr und in der Nacht auf Samstag bis 3.45 Uhr ist Station im Feuerwehrhaus. Ab 21 Uhr erfolgt die Donau-Überquerung mit Boot
    Freitag ab 22 bis Samstag 5.30 Uhr ist Treff im Naturfreundehaus Alpiner Steig.
    Am Samstag ist zwischen 0.30 sowie 8.30 Uhr in der Klosterwirtschaft Station.
    Das Feuerwehrhaus ist am Basmati von 3.15 bis 10.30 Uhr Treffpunkt.
    Im Sportheim des SV Schmidmühlen treffen sich die Athleten am Samstag zwischen 6 und 16 Uhr.
    Am Samstag ist von 9 bis um 18.30 Uhr Treffpunkt am Sportheim des TuS.
    Im Hotel Forsthof ist am Samstag von 12 bis 24 Uhr Station für die Sportler.
    Am Samstag ist von 14 bis nachts 2 Uhr ist im Diözesanjugendhaus eine Station.
    Im Sportheim des 1. FC Deining ist von Samstag 17.30 bis Sonntag 8 Uhr Treffpunkt
    In der Felsenschänke ist von Samstag 21 Uhr bis Sonntag 12 Uhr Station.
    Zwischen 0 Uhr und 15 Uhr ist am Sonntag Ziel die „Alte Turnhalle“ am Schulweg.

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