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Region Neumarkt
Dienstag, 21. November 2017 5

Körperkult

„Der Schmerz ist eine Kopfsache“

Beim Tattooweekend in Neumarkt gab es für die Tätowierer an den Ständen viel zu tun. Jedes Tattoo wurde zum Unikat.
Von Heike Regnet

  • Eine Krankenschwester soll die Wade von Alex aus Schwabach künftig zieren. Bis das Tattoo fertig ist, wird es noch einige Stunden dauern. Fotos: Regnet
  • Beim Tätowieren ist genaues Arbeiten wichtigste Voraussetzung.
  • Michaela hat sich diesmal für eine Comicversion des Giftpfeilfrosches entschieden.

Neumarkt. Neumarkt. Ein Giftpfeilfrosch in leuchtendem Rot, ein Totenkopf mit tiefschwarzen Augenhöhlen, eine Krankenschwester mit tiefem Dekolleté, eine Eistüte mit bunten Kugeln oder ein süßer Snoopy von den Peanuts - Tattoos sind so individuell wie die Menschen, die sich ein Tattoo stechen lassen. Hunderte von ihnen trafen sich am Wochenende in der kleinen Jurahalle beim großen Tattoo Weekend in Neumarkt.

Tattoomesse für die ganze Familie

„Wir haben an diesem Wochenende 43 Stände in der kleinen Jurahalle“, sagt Eventmanager Matthias Schmidtner von X-Flash Dance aus Ansbach. „Die Teilnehmer kommen aus ganz Deutschland und natürlich auch aus Neumarkt.“ Nach dem gelungenen Start im Vorjahr und dem großen Zuspruch an diesem Wochenende könnte das Tattooweekend nun zum jährlichen Event in Neumarkt werden. „Die Tattooszene ist keine Krawallszene“, sagt Schmidtner. „Das rüberzubringen, war mir bei der Organisation wichtig.“ Eine Kinderhüpfburg samt Kinderbastelecke, dazu Live-Musik unterschiedlicher Genres wie Bembers live oder die Boogie Tones sorgten für gelungene Abwechslung bei den kleinen und großen Besuchern.

Stimmen zur Tattoomesse finden Sie hier:

Umfrage unter den Besuchern der Tattoomesse

Während die einen zum Tattooweekend gekommen waren, um sich zunächst einmal aus erster Hand zu informieren, nutzten andere die Gelegenheit, sich von den Könnern gleich vor Ort tätowieren zu lassen. „Ich hab‘ schon einen Anker, eine Krone und ein Skelett“, sagt Laura aus Mühlhausen. „Jetzt kommt noch ein Kirschblütenzweig dazu.“ Gut zwei Stunden wird die Sitzung dauern - der Schmerzpegel pendelt während dieser Zeit stetig auf und ab. „Aber ich bin da relativ schmerzunempfindlich“, sagt Laura. „Ich finde Tattoos einfach faszinierend und wenn ich schon später mal ne faltrige Haut bekomme, ist die doch bestimmt viel schöner, wenn sie bunt ist.“

„Ein gutes Tattoo wird immer sehr individuell gestochen“, sagt Schmidtner. „Die Leute bringen ihre Idee mit und der Tätowierer setzt sie um.“ Auch er selbst hat bereits einige Tattoos, wie zum Beispiel das Porträt von Marilyn Monroe am Unterarm. „Der Schmerz beim Stechen ist Kopfsache“, sagt Schmidtner und fügt lachend hinzu. „Die Frauen halten da viel mehr aus als die Männer - aber das ist ja weithin bekannt.“

Name des Mannes ein No-Go

Mit 16 Jahren hat sich Tine Leykam ihr erstes Tattoo stechen lassen. „Die Eltern wussten es damals nicht“, sagt sie. Man sollte sich allerdings vorher genau überlegen, was man eigentlich will. „Den Namen eines Mannes würde ich mir zum Beispiel nie tätowieren lassen.“ Ein Trendtattoo in diesem Jahr ist die Unendlichkeitsschleife - eine liegende Acht, sagt Gordy Ink aus Berlin. Seit vier Jahren ist er als Tätowierer unterwegs. „Einer fängt mit so einem Symbol an, dann der nächste und plötzlich finden’s alle cool“, sagt Gordy Ink. „Aber genau so sollte es eben nicht laufen. Man sollte sich keinesfalls ein Motiv tätowieren lassen, nur weil es gerade cool ist.“

Weitere Impressionen von der Tattoomesse finden Sie hier:

Dass bei einem Tattoo auch mal das falsche Motiv ausgewählt wurde, weiß Michele Diekhof nur zu gut. Mit ihrem Geschäft in Neumarkt ist sie die richtige Adresse, wenn es darum geht, Tattoos zu entfernen. „Ein typisches Beispiel sind die Hirschgeweihe. Da gibt es einige, die das nach einigen Jahren doch lieber wieder loswerden wollen.“ Dank Laser ist auch das heute kein Problem, allerdings sind hierzu einige Sitzungen nötig, bis das Tattoo wieder komplett von der Haut verschwunden ist.

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