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Donnerstag, 18. Januar 2018 7

S-Bahn Nürnberg

Deutsche Bahn rügt BEG wegen Vergabe

Die Entscheidung der Bayerischen Eisenbahngesellschaft pro „National Express“ schlägt hohe und ungewöhnliche Wellen.
Von Lothar Röhrl

›Die Deutsche Bahn hat den Kampf um das Nürnberger S-Bahn-Netz noch nicht verloren gegeben. Das beweist die am Freitag gegen die BEG ausgesprochene „Rüge“. Foto: Röhrl

Nürnberg.Wird die Vergabe des Nürnberger S-Bahn-Netzes an das private britische Eisenbahnunternehmen „National Express“ (NX) noch einmal überprüft? Das könnte die Konsequenz einer bisher ungewöhnlichen Entscheidung der unterlegenen Deutsche Bahn AG sein: Diese hat am Freitag der Bayerischen Eisenbahngesellschaft (BEG) eine „Rüge ausgesprochen“, wie ein Bahn-Sprecher auf Nachfrage der MZ geantwortet hat. Mehr wolle die Deutsche Bahn dazu nicht erklären, sagte der Sprecher trotz des Nachhakens durch die MZ. Er geht davon aus, dass die BEG sehr schnell auf die Rüge reagiert und eine Antwort erteilt. Schon am Montag könnte demnach die Entscheidung fallen, ob es tatsächlich zu einem Nachprüfverfahren kommen wird.

Dabei könnte es eine kritische Situation für den aktuellen Geschäftsführer der BEG, Johann Niggl, geben. Die MZ hat erfahren, dass die Deutsche Bahn mit Argwohn auf die Entscheidung pro „National Express“ reagiert habe, weil dessen für Deutschland zuständiger Geschäftsführer Tobias Richter im Jahr 2001 zusammen mit Johann Niggl zu den gleichberechtigten Geschäftsführern der dem Freistaat Bayern gehörenden „Regentalbahn AG“ bestellt worden war. Niggl war jetzt als BEG-Chef maßgeblich an der Entscheidung der Vergabe des Nürnberger Netzes beteiligt. Die Deutsche Bahn, die bis Dezember 2018 noch den Zuschlag hat, hatte bei dieser Ausschreibung gegen „National Express“ deutlich den Kürzeren gezogen. Unter anderem dürfte das deutlich günstigere Angebot der NX eine Rolle in der Entscheidung gespielt haben.

Von der MZ auf den möglichen Vorwurf angesprochen, auch seine alte Bekanntschaft mit Niggl könnte zugunsten seiner NX gesprochen haben, hatte Tobias Richter dieser Tage gelassen reagiert: „Ich hatte mit Herrn Niggl seit unserer gemeinsamen Zeit bei der Regentalbahn keinen Kontakt mehr. Im Übrigen kenne ich auch bei der Deutschen Bahn sehr viele“, sagte Richter, der nicht nur in Bayern schon mit einem Nahverkehrspreis für sein erfolgreiches Wirken bei der Sanierung von einzelnen Bahnstrecken beziehungsweise ganzen Streckennetzen ausgezeichnet worden war.

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