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Region Neumarkt
Donnerstag, 18. Januar 2018 7

Sanierung

Die Gemeinde Berngau castet Architekten

Der Gemeinderat informierte sich über den Architektenwettbewerb. Der Sieger wird die Sanierung des Lukas-Anwesens planen.
Von Michael Schrafl

Das Lukas-Anwesen „Gasthaus zur Sonne“ Foto: Schrafl

Berngau.Einstimmig hat der Gemeinderat bei seiner Sitzung am Dienstag die Anschaffung eines neuen Feuerwehrfahrzeuges HLF 20 für die Feuerwehr Berngau-Tyrolsberg beschlossen. Die Finanzmittel hierzu sollen in den Haushalten 2018 und 2019 eingestellt werden.

Ebenfalls mit 15 Ja-Stimmen beschloss der Gemeinderat auch die Anschaffung neuer Hallentore für das Feuerwehrgerätehaus Berngau. Die Kosten belaufen sich hier nach Informationen von Kreisbrandmeister Michael Seitz auf rund 11 000 Euro. Nun sollen Vergleichsangebote eingeholt und der Auftrag nach Absprache mit den Verantwortlichen der Feuerwehr an den wirtschaftlichsten Anbieter vergeben werden.

Suche nach der besten Lösung

Barbara Hummel vom Architekturbüro Schober stellte den Verfahrensablauf für den geplanten Architektenwettbewerb zur Sanierung des ehemaligen Lukas-Anwesens vor. Hummel sagte dazu: „Wir suchen nicht die erstbeste Lösung, sondern die beste Lösung.“

Der erste und auch der allerwichtigste Schritt im Vorfeld sei, dass die Vorgaben wie Größe, Bausubstanz, Statik, Erschließung, Sanierungsmöglichkeiten und Raumprogramm/Nutzung geklärt werden. „Eine gründliche Vorbereitung braucht Zeit“, gab die Stadtplanerin für den ländlichen Raum zu verstehen.

Auch können die Architekten der Gemeinde nicht jede Entscheidung abnehmen, nach dem Motto „Na, planen Sie mal!“ Aufgabe ihres Büros sei es, aufgrund der gegebenen Rahmenbedingungen einen Auslobungstext zu erstellen und diesen mit dem Gemeinderat abzustimmen.

Hier finden Sie weitere Informationen:

Themen im Gemeinderat Berngau

  • Zuschüsse:

    Einen Zuschuss von 9000 Euro erhält der Schützenverein Röckersbühl für Sanierungsmaßnahmen am Schützenhaus, der FSV erhält 10 000 Euro für die Errichtung des neuen Tennisheims und der Bruder-Klaus-Verein 1700 Euro für die Anschaffung eines neuen Heizgerätes und für die Verkleidung der Hallentore.

  • Architektenwettbewerb:

    Für das Lukas-Anwesen führt die Gemeinde einen Architektenwettbewerb durch. Das ganze Verfahren dauert etwa neun Monate.

  • Termine:

    31. Dezember: Dankgottesdienst der Gemeinde zum erfolgreichen Abschluss der 875-Jahrfeier; 11. Januar: Nachbesprechung zur Dorfweihnacht; 17. Januar Gemeinderatssitzung. (nsf)

Die Öffentlichkeit informieren

Foto: Gemeinde Berngau

Gut beraten ist eine Gemeinde, wenn sie jetzt auch die Öffentlichkeit über das Vorhaben informiert und ihre Ideen einholt, schließlich soll sie das Vorhaben mittragen. Danach beschließt der Gemeinderat endgültig die Durchführung des Architektenwettbewerbs, der bei dieser Größe EU-weit zu erfolgen hat.

Die Ingenieurin rechnet mit 15 und mehr teilnehmenden inländischen Architekturbüros. Diese haben zwei bis zweieinhalb Monate Zeit – die Investition liegt bei 200 Arbeitsstunden, ihre Wettbewerbs- und Planungsunterlagen einzureichen.

Das Büro Schober wird diese neutral prüfen und hierzu Vorprüfungsberichte erstellen. Eine fünf- bis siebenköpfige Jury, bestehend aus Sachpreisträgern (Bürgermeister und Gemeinderäte) und Fachpreisrichtern (Architekten) wird schließlich bei drei Zusammenkünften aus der Vielzahl der eingegangenen Bewerbungen auswählen. Dazu werden auch Sachverständige hinzugezogen.

Die endgültige Entscheidung über die ersten drei Preisträger fällt am sogenannten Preisgerichtstag. In der Regel erhält der erste Preisträger auch den Auftrag, so Hummel. Insgesamt wird das ganze Vergabeverfahren neun Monate dauern.

60 Prozent werden übernommen

Die Kosten für den Architektenwettbewerb einschließlich der hierzu erforderlichen Vorleistungen übernimmt zu insgesamt 60 Prozent die Städtebauförderung, den Rest die Gemeinde, hieß es. Bei der allgemeinen Aussprache ging es um die Kosten der späteren Sanierung, die nicht ins Uferlose gehen dürften.

Hummel versicherte den Gemeinderäten anschließend, dass die Architekten bei den Planungen schon auch die Wirtschaftlichkeit in Herstellung und Unterhaltung im Auge haben. Aus Erfahrung weiß sie zu diesem Thema: „Eine geniale Idee muss nicht immer teuer sein.“

Hummel gab dem Gemeinderat den Rat, schon im Vorfeld die späteren potenziellen Nutzer (zum Beispiel die Lebenshilfe Neumarkt) mit einzubinden und gemeinsam mit ihnen das nötige Raumprogramm abzustimmen. Die Gemeinderäte waren sich gemeinsam mit Bürgermeister Wolfgang Wild einig: „Das Lukas-Gebäude soll mit Leben gefüllt werden und die Ortsmitte beleben.“

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