mz_logo

Region Neumarkt
Mittwoch, 20. September 2017 13° 6

Schule

Die Schüler mit dem grünen Daumen

In Berg wird der Schulgarten mit Gemüse, Blumen und Bäumen auf Vordermann gebracht – die PSD Bank und die MZ helfen mit.
von Katrin Böhm

Von dem Geld – Alexandra Mauff-Grotrian (Mitte) überreichte den Preis offiziell an Rektorin Theresa Altmann – wird auch der Bauerngarten neu bepflanzt. Das freut die Schulgarten-Initiatoren Markus Fügl (l.) und Irmgard Vogl-Wolfsteiner (2. v. r.) sowie Lehrerin Angelika Götz (r.). Foto: Böhm

Berg.Man stelle sich den idealen Schultag vor – er käme diesem hier zumindest sehr nahe. Mathe fällt aus, Deutsch auch. Im Klassenzimmer muss keiner sitzen. Stattdessen geht es raus in den Schulgarten. Dort scheint die Sonne, die Vögel zwitschern, es hat angenehme 23 Grad. Zwar wartet hier keine Gartenparty, sondern Arbeit – aber sie ist für die meisten Schüler eine angenehme Abwechslung zum Schulalltag. Oregano, Salbei und Lavendel müssen eingepflanzt werden, Salat, Kohlrabi und Lauch ebenso.

„Die Schüler mögen die Arbeit im Schulgarten gern“, sagt Irmgard Vogl-Wolfsteiner im Gespräch mit unserem Medienhaus – sie betreut den Schulgarten der Schwarzachtalschule Berg, seit sie ihn gemeinsam mit ihrem Kollegen Markus Fügl vor zehn Jahren initiiert hat. „Die Blumen müssen drin bleiben“, ruft sie ein paar übereifrigen Schülern zu, die sich daran gemacht haben, die Stiefmütterchen und Bellis auszureißen, um Platz für Neues zu schaffen – die Blumen aber brav wieder einpflanzen.

1000 Euro Preisgeld für die Schule

Doch der Garten macht nicht nur Arbeit, sondern kostet auch Geld – gut für die Schule, dass sie zu den Preisträgern des Umweltbildungspreises „Die Grüne Hand“ der PSD Bank Niederbayern-Oberpfalz eG gehört. Gemeinsam mit der Mittelbayerischen Zeitung hatte die Bank den Wettbewerb ausgeschrieben – 40 Bewerbungen gingen ein, davon elf aus dem Landkreis Neumarkt. Die Schule aus Berg sicherte sich einen der zehn Preise, die mit jeweils 1000 Euro dotiert sind. „Das ist für uns natürlich ein Glücksfall“, sagen Vogl-Wolfsteiner und ihre Kollegin Angelika Götz, die von dem Wettbewerb in der Zeitung gelesen und die Bewerbung initiiert hatten.

„Wir haben extra Bäume genommen, bei denen erst im Herbst geerntet wird – im Sommer brauchen wir ja nichts.“

Irmgard Vogl-Wolfsteiner

Von dem Preisgeld kaufte die Schule Gemüsepflanzen, Kräuter und Blumen für den Bauerngarten, die Kletterpflanzen für den Zaun rund um den Garten und sechs Obstbäume – Zwetschgen, Birnen, Äpfel, Quitten, Pflaumen und Mirabellen werden hier künftig geerntet. „Wir haben extra Bäume genommen, bei denen erst im Herbst geerntet wird – im Sommer brauchen wir ja nichts“, sagt Vogl-Wolfsteiner.

Schippen für das Hochbeet, das der Förderverein spendiert hat: Thomas Hollweck (l.) und Simon Mayer aus der R8 transportieren die Erde per Schubkarre. Foto: Böhm

Alles, was im Schulgarten geerntet wird, wird schnellstens verzehrt – es landet entweder beim Hauswirtschaftsunterricht in der Schulküche oder wird in der Mensa verwendet. „Frischer geht‘s nicht.“ Und genau das möchte die Fachoberlehrerin für Ernährung und Gestalten ihren Schülern auch mit dem Schulgarten vermitteln – sie sollen ein Gespür für Lebensmittel bekommen, mal ein Salatblatt probieren, Kräuter zwischen den Fingern zerreiben und daran riechen. „Dieses Geruchserlebnis, das man als Kind aufnimmt, das vergisst man nicht. Das bleibt ganz tief. Daran erinnert man sich immer.“ Wie an die Leberknödelsuppe mit Schnittlauch von der Oma. Oder ihre Pfannkuchen.

Früher gab es eine Garten-AG für Grundschüler

Vorzugsweise arbeitet Vogl-Wolfsteiner mit Schülern zwischen der siebten und neunten Klasse im Garten, „denn ich brauche welche, die mit Geräten und Werkzeugen umgehen können“. Ab und zu dürfen aber auch die Kleinen mitmachen. Früher gab es eine Garten-AG für Grundschüler. „Es wäre schön, wenn es die wieder geben würde“, sind sich Irmgard Vogl-Wolfsteiner und Angelika Götz einig. Das hängt aber davon ab, ob Vogl-Wolfsteiner die dafür nötigen Wochenstunden genehmigt bekommt. „Vielleicht klappt es ja.“

Lesen Sie hier mehr über weitere Projekte der Aktion „Die Grüne Hand“:

An der Sophie-Scholl-Mittelschule in Burglengenfeld wurden sieben Nistkästen für Fledermäuse im „Schollwald“ angebracht.

In Regensburg zeigten Schüler der Von-der-Tann-Schule, wie aus Kunststoffabfällen spezielle Mode entstehen kann. Ein Projekt, das sich ganz besonders der Nachhaltigkeit verschrieben hat.

An der Parsberger Mittelschule entstanden insgesamt zehn Sitzbänke aus Eichenholz. Zwei Jahre zuvor war an der Schule das Projekt „Schulwald“ gestartert worden.

Mittelschüler aus Neunburg vorm Wald wollen Rehkitze vor dem Mähwerk retten. Dafür bauten sie Wildscheuchen.

An der Grundschule Hausen ist ein Fußlehrpfad entstanden – ein gesundes Pausenerlebnis und obendrein noch ein richtiges Kunstwerk.

In Regensburg haben Kinder und geflüchtete Jugendliche gemeinsam gegartelt. Die Verständigung klappte oft mit einem Lächeln.

Weitere Nachrichten aus der Region lesen Sie hier.

Das sagen die Schüler

  • Anna Schacherl:

    „Wir haben zu Hause keinen Garten – darum finde ich es gut, dass es an der Schule einen Garten gibt. Besonders schön finde ich, dass er so groß und vielfältig ist.“

  • Melanie Falkner:

    „Ich finde schön, dass wir hier so viel Auswahl an Blumen und Kräutern haben – die können wir zum Kochen und zur Deko verwenden. So kommt ein bisschen Farbe rein.“

Die Kommentarfunktion steht exklusiv unseren Abonnenten zur Verfügung. Als Abonnent melden Sie sich bitte an oder registrieren Sie sich. Alle anderen Nutzer finden preiswerte Angebote in unserem Aboshop.

Anmelden Registrieren Zum Abo-Shop

Anmelden

Hinweis: Bitte schützen Sie Ihr Konto auf öffentlichen Geräten, indem Sie sich nach der Nutzung im Profil-Bereich abmelden.

Sie sind noch nicht registriert?

Neu registrieren

MessageBox

Nachricht