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Region Neumarkt
Dienstag, 12. Dezember 2017 7

Hobby

Die Suche nach dem schönsten Tier

Bei der Kreis-Geflügelschau in Neumarkt hatten es die Preisrichter nicht leicht. 427 Tiere mussten begutachtet werden.
Von Doris Distler

Die Preisrichter glichen bei jedem Tier genau die geforderten Kriterien ab. Foto: Distler

Neumarkt.Ein Model-Wettbewerb der etwas anderen Art hat am Samstag stattgefunden. Das war ein Gegacker und Gekrähe, als die Models begutachtet wurden und ihre Vorzüge zeigten. Der Geflügelzuchtverein 1897 Neumarkt veranstaltete seine traditionelle Jura-Geflügelschau mit angeschlossener Kreisschau des Kreisverbandes Neumarkt.

Wenn man durch das Vereinslokal durch eine Hintertür ging, kam man in zwei Räume, die mit Käfigen bestückt waren. Darin saß jeweils eine Taube, ein Hahn oder eine Henne. Insgesamt waren 427 Tiere von 49 Züchtern aus dem Kreis Oberpfalz-Mittelfranken beim Wettbewerb.

Rasse vom Aussterben bedroht

Bevor Besucher, zumeist weitere Züchter, die Tiere begutachten durften, waren die Preisrichter an der Reihe. Nach einem dicken Kriterien-Buch für Tauben und Hühner arbeiteten sie sich von Käfig zu Käfig und glichen alle relevanten Kriterien mit den vorgegebenen Standards bei jedem einzelnen Tier ab.

Dazu zählen genaue Züchtungs-Vorgaben zum Aussehen von Kopf, Augen, Schnabel, Hals über Flügel, Schwanz, Läufe (zum Beispiel die Krallenfarbe) bis zum gesamten Eindruck von Farbe und Zeichnung. Und welche Schönheiten dabei sind. Zum Beispiel das Sebrigth Huhn, relativ klein, braun und jede Feder ist schwarz gesäumt. Oder auch der Rumänische Nackthalstümmler, eine Taube, die einen etwas wuscheligen Kopf hat, der Hals ist dafür ohne Flaum, mit einem ausgesprochen liebenswürdigen Gesichtsausdruck. Oder der Augsburger Hahn, die einzige bayerischen Rasse, die vom Aussterben bedroht ist. Eine weitere gefährdete Rasse war gar nicht zu finden: das Deutsche Reichshuhn.

Fünf besondere Tierarten sehen Sie in unserer Bildergalerie:

Tiere bei der Kreis-Geflügelschau in Neumarkt

Ganz stolz steht der Augsburger in seinem Käfig, beeindruckend in Größe und Statur und mit festem Blick und lautem „Kikeriki!“ Überhaupt ist die Lautstärke in den Hallen enorm hoch. Die Hähne sind am lautesten, gut, das müssen sie ja auch sein. Man kann tatsächlich ins Schwärmen geraten, wenn man die vielen unterschiedlichen Gattungen und Tier-Formen sieht. Aber es ist natürlich auch eine Geschmacksfrage, was man als schön empfindet. Manche Tauben werden nach ihrem „Blaswerk“ beurteilt, wie es in der Fachsprache heißt, das ist im Volksmund der „Kropf“. Der Kropf ist bei manchen sehr aufgeplustert, wie es scheint. Wenn sie schlafen, sackt er zusammen.

Viele Jugendliche aktiv

Bei der Bewertung haben die Punktrichter die Wahl von null bis 97 Punkten. Sie sind oft selbst Züchter und schlagen auf diesem Weg die Laufbahn des Bewerters ein, der eine dreijährige Ausbildung vorausgeht.

Zahlreiche Geflügelzüchter wurden ausgezeichnet. Foto: Wittmann

Michael Hoffmann aus Kalchreuth ist einer von ihnen. „Herausragend ist hier die sehr große Jugendgruppe, die der Geflügelzuchtverein hat“, sagt er. Die Qualität der von Jugendlichen gezüchteten und ausgestellten 78 Tiere sei „herausragend, das sieht man selten. Es sind meist gerade mal 20, 30 Tiere. Der Verein kann wirklich stolz sein,“ ist sein Resümee.

Hier finden Sie die Preisträger:

Die Preisträger

  • Premiere:

    Zum ersten mal stellten Willibald Roauer und seine Zuchtfreunde in der neuen Mehrzweckhalle des Geflügelzuchtvereins 1897 in der Goldschmidtstraße aus.

  • Eröffnung:

    Schirmherr OB Thomas Thumann im Beisein des stellvertretenden Landrats Helmut Himmler und Bürgermeister Franz Düring

  • Preisträger:

    Roauer zeichnete Albert Fürnkäs, Benjamin Zitzelsberger, Jörg Dewers, Franz Kölbl, Egid Plank, Helmut und Helmuth Weißmüller, Franz Brandmüller, Dieter Burk, Josef Junker, Tobias Zeitler, Sophie Meier, Max Frenzel, Georg Oblasser, Konrad Wolfsteiner, Hilmar Wunder, Stefan Meier, Hans Hupfer, Leonhard Ibler, Herbert Huber, Peter Neger, Georg Graf, Gerald Schons, Sighart Hamann, Lenie Hoh, Lukas Ehret und Alexander Blum mit Preisen für vorzügliche Tiere, dem Jura-Band und weiteren Preisen und Prämien des Landes-, Bezirks- und Kreisverbands aus. (nos)

Willibald Roauer, Vorsitzender des Geflügelzuchtvereins, scheint sich dessen durchaus bewusst, auch wenn ihm klar ist, dass der Zulauf „im Großen und Ganzen rückläufig ist“. Zu Zeiten der Vogelgrippe mussten alle Tiere in den Ställen bleiben, Geflügelschauen waren verboten. „Da haben viele Züchter die Lust verloren,“ sagt er. In der Zeit sei auch im Kreis Neumarkt die Zahl der Geflügelzüchter drastisch gesunken. Doch die Züchter, die es noch gibt, würden ihre Familie und ihre Enkel mit der Leidenschaft begeistern und so würde relativ viel Nachwuchs zum Neumarkter Zuchtverein stoßen.

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