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Region Neumarkt
Mittwoch, 17. Januar 2018 6

Stadtrat

Diskussion um Glyphosat

In Mallerstetten soll ein Baugebiet entstehen. Um das Pflanzenschutzmittel gab es eine ausführliche Diskussion.
Von Johann Grad

Fünf Parzellen für Wohnbebauung entstehen in Mallerstetten. Foto: Grad

Dietfurt.. Für das Baugebiet Mallerstetten-Ost hat der Stadtrat den Bebauungsplan, erarbeitet vom Büro EBB Ingenieurs-Gesellschaft, Regensburg, einstimmig beschlossen. Die Zufahrt zu den fünf freien Parzellen, eine ist schon bebaut, erfolgt von der Straße nach Hebersdorf aus, das gesamte Areal beträgt 0,74 Hektar.

Zu den erneuten öffentlichen Auslegungen des Bebauungsplans „Am Volksfestplatz“ gab es private Anregungen und Einwände von zwei Anliegern. Diese bezogen sich auf die ihrer Meinung nach zu hohen Schallschutzkontingente. Laut Architekt Bökenbrink handele es sich dort um ein allgemeines Wohngebiet und der Richtwert liege bei 45 Dezibel nachts. Der Wall sei nicht erforderlich, es handele sich um reines Entgegenkommen der Stadt. Das Gelände grenzt nicht an das Wohngebiet, sondern an eine über 40 Meter breite Grünfläche, der sich ein weiterer fünf Meter breiter Grünstreifen anschließe.

Ein Zeichen gegen Glyphosat

Eigentlich wollte Bürgermeisterin beim Tagesordnungspunkt „Ausbringungsverbot von Glyphosat/Pestizide auf kommunalen Flächen“ keine Grundsatzdiskussion anstoßen. Es solle dabei nicht in bestehende Pachtverträge eingegriffen werden, jedoch bei Neuverpachtung oder Verlängerung diese Bedingungen gelten. In der Aussprache kam es ganz anders. Andreas Keckl (CWU) und Ilse Werner (CSU) wollten, dass man zuerst mit den betroffenen Landwirten spreche und die Beweggründe nahe bringe. Der Antrag aus der CSU, den Tagesordnungspunkt zu verschieben, wurde mit Mehrheit abgelehnt. Braun wollte nicht, dass pro und kontra Glysophat diskutiert wird, sondern ein Zeichen setzen, dass Dietfurt nichts davon auf städtischen Feldern ausbringe. Christian Siebenwurst (CSU) wollte nichts verbieten, es sei wissenschaftlich nichts belegt, es handle sich nur um einen „Hype“, er habe recherchiert und im Internet und in Zeitungen nichts gefunden, keinen Hinweis auf Krebs. Ackerränder begrünen für Kleintiere sei gut. Martin Schmid (CSU) fand es verwunderlich, dass man „von unten“ die Sache aufrolle, obwohl im EU-Parlament alle Parteien für die Verwendung des Mittels auf weitere fünf Jahre gestimmt habe.

Für Oliver Kuhn (CSU) sei der Begriff Pestizide problematisch. Man brauche etwas gegen den Eichenprozessionsspinner. Bei Glyphosat würden alle Kräuter und Pflanzen abgetötet, es gebe 30 Prozent weniger Insekten. Braun befürchtet ein Umbenennen des Inhaltsstoffes, dann müssten alle Pestizide verboten werden und es gäbe nur mehr Biolandwirtschaft, was die Bauern einschränkt. Die Stadt habe über einhundert Pächter, es sei schwierig alle einzuladen zum Gespräch, außerdem glaube sie, dass alle vernünftig mit dem Mittel umgehen. Johann Gietl (FW) fragte ebenfalls nach der Größe aller städtischen Ackerflächen, erhielt aber keine konkrete Antwort. Laut Martin Schmid (CWU) verhindere Wintergrün die Bodenerosion und binde Nitrat. Im Frühjahr werde es abgespritzt für die neue Frucht. Zuletzt beschloss der Stadtrat mit 14 Ja- und fünf Nein-Stimmen, bei Neuverpachtung oder Pachtverlängerung das Verbot des Einsatzes von Glyphosat. Auf eigengenutzten Flächen wird es abgeschafft. Nachdem bei den Bürgerversammlungen alle Investitionen und Maßnahmen, die Ausgaben und Einnahmen ausführlich dargelegt worden waren, nannte Bürgermeisterin Carolin Braun beim Jahresrückblick ganz andere Zahlen.

Mit vielen Themen beschäftigt

Sie ging auf den Bereich des Ehrenamtes ein und die vielen Stunden, die hier geleistet werden. Sie nannte Arbeiten, die schon Jahrzehnte geleistet werden, ohne Geld zu verlangen. Auch junge Leute brächten sich ein, z.B im Jugendparlament, im Asylhelferkreis, beim „Tag der sauberen Landschaft“ und jetzt als Sternsinger.

„Ich möchte heute mal Danke sagen für die unzähligen Stunden, die in den Vereinen geleistet werden“, sagte Braun und ergänzte: „Viele übernehmen auch soziale Aufgaben für Alleinstehende und Ältere und generell für uns alle.“ Dies werde bei allen Sportvereinen sichtbar und auch im caritativen Bereich mit der Gruppe „Helfer vor Ort“, der BRK Ortsgruppe und der Wasserwacht. Auch der Stadtrat habe sich in vielen Stunden mit vielen Themen beschäftigt.

Insgesamt waren es elf Stadtratssitzungen, zehn Bauausschuss-Sitzungen, zwei Finanzausschuss-Sitzungen, eine Sitzung des Kulturausschusses und eine zweitägige Klausurtagung.

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