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Region Neumarkt
Donnerstag, 14. Dezember 2017 11

Chronik

Ein Blick in die Pöllinger Geschichte

Das Interesse am Vortrag von Christa und Hanns Rupp sowie Johann Paulus war riesig. Der Platz in der Charité reichte gerade so aus.
Von Gerhard Hahn

Die alten Aufnahmen von Pölling lieferten den zahlreichen Gästen viel Gesprächsstoff. Fotos: Hahn

NEUMARKT.Der Heimat- und Kulturverein Pölling stimmt seit geraumer Zeit die Pöllinger auf ihr 950. Gründungs-Jubiläumsjahr ein. Die Chancen, zu den viertägigen Feierlichkeiten Ende Juli 2018, ein Bürgerhaus zu haben, sind äußerst gering.

Mehr als ein Jahr lang ist Christa Rupp im ganzen Stadtteil unterwegs gewesen und hat alles gesammelt, was zu einer ansprechenden Dokumentation des Dorfes beitragen kann. Einige ältere Pöllinger konnten auch viel aus ihrer Jugendzeit erzählen und Christa Rupp machte sich Notizen. „Eigentlich ging das quer durch alle Generationen, wo nicht so allgemein Bekanntes ans Licht kam. Ich habe die Pöllinger ganz schön genervt“, sagte Rupp, die zusammen mit ihrem Mann Hanns die Informationen viele Tage ordnen und sortieren musste. Nicht zuletzt, weil Stadtarchivar Dr. Frank Präger das Gesammelte in der Stadtteilchronik verwerten will.

Auch zwei Niederschriften in Buchform sollen entstehen. Etwa 150 Bilder von gesellschaftlich relevanten Ereignissen wurden bis jetzt ausgewählt. Hilfreich waren für die Vorbereitung auch die überlieferten Arbeiten von Pfarrer Konrad Klee, der bereits 1775 eine Liste mit den 124 Hausnamen im Dorf angelegt hatte, die wie ein Schatz gehütet wird. 100 Hausnamen konnten in Kleinarbeit bereits ermittelt werden, zu 24 fehlt jede Verbindung.

Auch die gymnasiale Facharbeit von Dr. Peter Zürcher mit Zuhilfenahme des Pfarrarchivs, konnte viel zur genaueren Aufklärung beitragen, wie Christa Rupp erklärte. Nach dessen Aufzeichnungen konnte Hanns Rupp einen Straßenplan der damaligen Zeit in Pölling erstellen. Die Pöllinger stürmten bereits kurz nach 13 Uhr den Pfarrsaal Charité und Kultur-Vereinsvorsitzender Richard Graf freute sich bei seiner Begrüßung eine Stunde später über ein volles Haus. Graf dankte Pfarrer Albert Ott für die Benutzung des Pfarrsaales. Christa Rupp referierte mit Unterstützung ihres Mannes und Johann Paulus mehrere Stunden. Im Teil eins ging es um Untergliederung der ehemaligen Gemeinde, kirchliches Leben, Schule, Vereine, bäuerliches Arbeiten und Leben in Pölling. Teil zwei war ein sechs-minütiger Film, den die Amerikaner drehten, als sie in Pölling einmarschiert waren. Der dritte Teil, alle Anwesen nach ihren Hausnamen zu präsentieren, musste dann aus zeitlichen Gründen verschoben werden.

Gleich nach den ersten Fotos ging das Getuschel los. Die Rupps ermunterten zu lautem Mitreden und in kürzester Zeit waren fast alle Personen auf den Fotos ermittelt. Beim ersten Bild, einer Luftaufnahme Pöllings von 1936, erkannte kaum einer sein Wohnhaus. Von 1909 zeigte ein Foto die Grabungen für eine erste Wasserleitung. Auch die Nazizeit ist festgehalten, als 1937 ein Erntedankfest von der Partei organisiert wurde. Pölling sei damals tief gespalten gewesen, hieß es. Das große Wasserpumpenfest 1955 war genau so zu sehen, wie die Eröffnung der Ortsumgebung 2004 oder der Bau der Kirche St. Martin – alles ist dokumentiert.

Mindestens einmal im Monat treffen sich die Stadtteilvereine, um die Planungen für das Jubiläum voranzutreiben. Hans Paulus und seine Mitstreiter wollen, dass ab Donnerstag, 28. Juli 2018, jedes Fest im Stadtteil auf die 950-Jahrfeier hingerichtet ist. Sieben organisierte Einzelfeste und ein zentrales Fest werden vorbereitet, ob am Donnerstag ein Rockabend am Dorfplatz, oder ein Auftritt von Hans Well und den Wellpappen am Freitag, Pölling singt und musiziert am Samstag und dem Finale am Sonntag.

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