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Region Neumarkt
Samstag, 21. Oktober 2017 18° 3

Religion

Ein doppelter Blick auf die Reformation

Mit ihrer gemeinsamen Reihe „Forum-Zeitzeichen“ wollen die Erwachsenenbildung und das Evangelische Forum die Geschichte verständlich machen.
Von Helmut Sturm

Klaus Eifler und Klaus Schubert stellen die Veranstaltungsreihe vor. Foto: Sturm

Neumarkt.Zum ersten Mal informieren sie gemeinsam. Die Katholische Erwachsenenbildung und das Evangelische Bildungswerk betrachten zusammen das große Thema der Reformation nach 500 Jahren aus unterschiedlichen Gesichtspunkten. So setzen sie mit ihren jeweiligen Bildungsreihen, dem „Evangelischen Forum“ und dem katholischen „Zeitzeichen“ gemeinsam, bei allen Unterschieden, ihre Schwerpunkte auf das Verbindende im Christentum.

Jahrhundertelang war die Reformation Anlass und Folge für Spaltung und Abgrenzung. Mit ihrer gemeinsamen Reihe „Forum-Zeitzeichen“ wollen die Geschäftsführer Klaus Eifler (EBW) und Klaus Schubert (KEB) die Geschichte der Reformation und wie die Menschen damals gelebt haben, verständlich machen. Welche Bedeutung haben die Ereignisse der damaligen Zeit noch heute, oder interessiert das den modernen Menschen der Gegenwart überhaupt noch? „Wir wollen das, was die Kirchen jahrhundertelang getrennt hat, als Anlass und Zeichen der Gemeinschaft neu definieren.“

Herausgearbeitet werden soll, ob das was war überhaupt noch interessiert, ob und wie Verbindungen geschaffen und Gräben geschlossen werden können. „Wir wollen aus der Vergangenheit heraus lernen und mit beiden Kirchen gemeinsam die Zukunft gestalten.“

Die Historikerin Dr. Christiane Laudage eröffnet die Forum-Zeitzeichen Reihe mit ihrem Vortrag über „Das Geschäft mit der Sünde-Ablass und Ablasswesen im Mittelalter“. Darin beschreibt sie das lukrative Geschäft der Kirche mit dem Freikauf von Schuld und Sünde. „Wenn das Geld im Kasten klingt, die Seele in den Himmel springt.“

Dr. Günther Beckstein spricht über „Die Zehn Gebote – Anspruch und Herausforderung“. Der evangelische Christ und Ministerpräsident a.D. bezieht Position. Differenziert beschreibt er, welche Bedeutung die Zehn Gebote für seinen politischen Alltag haben.

Kreisheimatpfleger Rudi Bayerl und Stadtarchivar Dr. Frank Präger werfen einen genaueren Blick auf „Die Zeit der Reformation in und um Neumarkt“. Wie sahen die Städte und Dörfer damals aus? Wie lebten die Menschen und was prägte ihren Alltag? Wie mächtig waren die Kirchen und auf welche Bereiche hatten sie keinen Einfluss? Mit der Beantwortung dieser und weiterer Fragen lassen die Referenten das Leben unserer Vorfahren begreifbar und die Geschehnisse aus dieser Zeit verständlicher werden. Den Schlusspunkt der gemeinsamen Reihe Forum-Zeitzeichen setzt ein Kurzfilmabend zum Thema 500 Jahre Reformation. „Typisch evangelisch? Typisch katholisch?“ wird moderiert von den Geschäftsführern der beiden Bildungswerke. 11 Filme von 3 bis 13 Minuten werden gezeigt, die unterschiedlicher nicht sein könnten. Was verbindet uns? Was trennt uns? Wer ist unser Vorbild? Was macht eigentlich das Bodenpersonal Gottes? 500 Jahre nach Beginn der Reformation sind all diese Fragen aktueller denn je. Der Kurzfilmabend wirft historische, hintergründige und humorvolle Blicke hinter die Kulissen der beiden großen Konfessionen. „Wir wollen erinnern, feiern, gedenken und schauen, was uns in unserem Innersten zusammenhält.“

Die Vorträge und der Kurzfilmabend richten sich nicht ausschließlich an Kirchgänger und Angehörige einer Konfession. „Jeder, der für sich zu dem Ergebnis kommt, dass es da mehr im Leben geben muss, als Geld und Gut, ist uns herzlich willkommen.“ Die vier Abende der Reihe geben enorme Impulse für sein Leben, versprechen Klaus Eifler und Klaus Schubert vom EBW und dem KEB.

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