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Region Neumarkt
Montag, 18. Dezember 2017 4

Vortrag

Ein Erbauer von Palästen

Der Star-Architekt Peter Ippolito sorgte für den Höhepunkt der Vortrags-Reihe.

Peter Ippolito zeigt den Versammlungssaal des von ihm konstruierten Regierungsgebäudes in Usbekistan. Foto: Schlittenbauer

Neumarkt.„Tausend und eine Nacht“ hätte der Architekten-Vortrag am Mittwochabend im Maybach-Museum ebenfalls heißen können. Mit Peter Ippolito hatte Organisator Johannes Berschneider ein Mitglied der „Interior Design Hall Of Fame“ eingeladen, der beim 97. Referat - „Identity Architects“ - für einen märchenhaften Höhepunkt der gesamten Vortragsreihe des Bundes Deutscher Architekten (BDA) sorgte. Die Fotos von seinen Projekten beeindruckten die 350 Zuhörer im knallvollen Saal derart, dass man eine Stecknadel hätte fallen hören. Die Diktion von Peter Ippolito tat ein Übriges, die Gäste in seinen Bann zu ziehen. Und nicht zuletzt brachte der Star-Architekt aus Stuttgart – geborener Nürnberger – im Zusammenhang mit der Ausführung seiner Ideen auch Lebensweisheiten an den Mann, die für alle Lebensbereiche gelten.

Gute Leute nicht abwehren

„Gute Leute darf man nicht abwehren, sondern muss sie einladen“; „Wir wollen mit unserer Idee jemanden anzünden“; „Wir sind hoffnungslos optimistisch, lehnen aber auch manchmal Projekte ab“ – so lauteten einige der Ippolito-Weisheiten.

Ein Regierungsgebäude in Usbekistan machte Ippolito in nur fünfeinhalb Monaten vom Metallgerüst zum orientalischen Palast, eine Bauzeit, die ihm der oberpfälzer Architekt Berschneider so gar nicht recht glauben wollte. Der Sieg bei einem solchen Wettlauf sei jedoch nur unter besonders günstigen Bedingungen möglich, betonte Ippolito. Er ließ 1600 deutsche Handwerker, insgesamt deren 5000, und sogar österreichische Bergsteiger für den Bau einfliegen.

Schier überwältigt zeigte sich Johannes Berschneider von dem „Tsunami an Ebenen und Materialien“, die Peter Ippolito in knapp eineinhalb Stunden im Maybach-Museum präsentiert hatte. Der Stuttgarter Architekt greift bei der Planung schon mal zur althergebrachten Tusche und sagt: „Eine solche Linie hat Relevanz – das geht nicht am Computer.“

Nach Vorstellungen Ippolitos

Die Linden-Apotheke in Ludwigsburg hat Peter Ippolito streng nach seinen Vorstellungen gestaltet. „Dort sollten keine Pappschilder hängen, der Raum selbst ist die Nachricht“, beschrieb er seine Idee. Die Architektur der guten alten Apotheke stand Pate, welche „einen vertrauensgebenden Impuls“ vermittelt. „Keine Göttinnen in Weiß“ sollten dort bedienen - so wurde der Verkaufstresen „serviceorientiert“ gebaut. Peter Ippolito liebt es, die Decke, wie früher, in die Gestaltung mit einzubeziehen. Sie sei sonst „eine verlorene Fläche der Moderne“. So treten bei ihm nie Rauchmelder zu Tage. Die Wohnung von Polstermöbelhersteller Markus Benz, Chef des Unternehmens Walter Knoll, hat Peter Ippolito ebenso beeindruckend konstruiert wie beispielsweise die Gastronomie des VfB Stuttgart.

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