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Region Neumarkt
Dienstag, 12. Dezember 2017 5

Entwicklung

Ein neuer Kindergarten für Berg

Der Gemeinderat hat die Weichen für eine neue Einrichtung gestellt. Der Ort Berg wächst kontinuierlich.
Von Hans Stepper

Im südlichen Teil des Hauptortes Berg, wo sich jetzt noch der Kinderspielplatz befindet, soll im Frühjahr 2018 mit den Bauarbeiten für einen neuen, zweigruppigen Kindergarten begonnen werden. Foto: Stepper

BERG.Der 3000-Seelen-Hauptort Berg wächst und wächst. Junge Familien ziehen vermehrt mit Kindern in die Schwarzachtal-Gemeinde. Um den Jüngsten einen Kindergartenplatz mit längeren Betreuungszeiten zu bieten, hat der Berger Gemeinderat am Donnerstagabend bei der öffentlichen Sitzung im Rathaus-Saal die Weichen gestellt und einstimmig „grünes Licht“ für einen neuen Kindergarten signalisiert.

Mit dem Bau dieses zweigruppigen Kindergartens, der insgesamt 50 Mädchen und Buben Platz bieten wird, soll bereits im Frühjahr 2018 auf dem 1424 Quadratmeter großen Grundstücksareal zwischen der Heinrichsburgstraße und der Neumarkter Straße entstehen. Architekt Markus Kraus vom Architekturbüro Knychalla + Team aus Neumarkt stellte den Gemeinderäten die Entwurfsplanung des zukünftigen Gebäudes vor, das in Holzbauweise errichtet und zum Kindergartenbeginn im Herbst 2019 fertiggestellt sein soll.

Kleinen Änderungen vorgenommen

Kleine Änderungen, die von der zuständigen Fachstelle der Regierung der Oberpfalz und dem Landratsamt Neumarkt nach einigen Gesprächen angeregt wurden, nahm Kraus nun in die vorgelegte Entwurfsplanung auf. Die zunächst geplanten Lichtkuppeln in den beiden Gebäudetrakten entfallen nun. Der Großteil des bisherigen Baum- und Sträucher-Bestandes soll allerdings erhalten werden. Die Kosten belaufen sich auf etwa 1,6 Millionen Euro und die zuschussfähigen Kosten auf 1,2 Millionen Euro. Bauherr wird die Gemeinde Berg sein, Träger der neuen und notwendigen Kindergarten-Einrichtung im Süden der Ortschaft Berg wird die Arbeiter-Wohlfahrt Nürnberger Land sein.

Einen Nachteil hat allerdings der Bau des neuen Kindergartens für Eltern und deren Kinder. Auf dem zukünftigen Kindergarten-Areal mit einer Freifläche von fast 600 Quadratmeter zum Spielen für die Kinder befindet sich seit Jahrzehnten der gut frequentierte Kinderspiel-Platz, der dann vom Erdboden verschwinden wird. Über einen adäquaten Ersatz dieses dann nicht mehr vorhandenen Kinderspielplatzes hat man sich im Berger Gemeinderat allerdings noch keine Gedanken gemacht. Nach der Beschlussfassung und Billigung der vorgelegten Entwurfsplanung wird man nun die Planung bei der Regierung einreichen und die Fördergelder beantragen.

Über die Gewässerpflege und -entwicklung im Bereich der Schwarzach, die ein Gewässer „zweiter Ordnung“ ist, informierten Quirin Seilbeck, Student am Institut für Geographie in Erlangen und Martin Graus, vom Wasserwirtschaftsamt Regensburg. Zudem zogen sie Vergleiche aus den 1980iger und 1990iger Jahren, als die Schwarzach, die die Gemeinde von Loderbach im Süden bis Gnadenberg/Unterölsbach im Nordwesten durchzieht, ein vergleichsweise dreckiges und verschmutztes Gewässer war. Die Gewässergüte der Schwarzach habe sich nach Aussage von Seilbeck in den letzten Jahren erheblich verbessert durch die gute Wasserwirtschaft. Diese Verbesserungen sollte man auch nachfolgende Generationen weitergeben. Trotz dieser guten Wasser-Qualität sei auch in Zukunft noch Handlungsbedarf.

Aufmerksam verfolgten die Gemeinderäte und die drei Bürgermeister Helmut Himmler, Susanne Hierl und Peter Bergler die Ausführungen des Kardiologen Dr. Johannes Heck, der Facharzt für Innere Medizin am Klinikum in Neumarkt ist und in Berg wohnt. Er informierte über die flächendeckende notwendige Anbringung und Anschaffung von Defibrillatoren in der Schwarzachtal-Gemeinde Berg anhand. „Der Stromschlag eines Defibrillators rettet so manches Leben“. Himmler sagte, man werde sich mit den Vorsitzenden der vier Sportvereine DJK-SV Berg, SC Oberölsbach, FC Sindlbach und TSV Stöckelsberg zusammensetzen und über eine Anbringung von Defibrillatoren sprechen. Seitens der Kommune sei man gewillt, 50 Prozent der Kosten zu übernehmen. Danach werden man an einem Konzept für weitere Standorte arbeiten und dieses dann dem Gemeinderat wieder vorlegen. Wie Dr. Heck sagte, kostet ein solches lebensrettendes Gerät etwa 1100 Euro.

Weitere Freizeiteinrichtung

Es soll am Ludwigskanal – zwischen der Hausheimer Brücke und der Röthbrücke eine weitere Freizeiteinrichtung geschaffen werden. Die „Begegnungsstätte am Ludwigskanal“, wie sie Bürgermeister Himmler bezeichnete, soll einen Boot- und Badesteg-Ponton, eine Boccia-Bahn und Informationstafeln über die frühere Ziegelei in Berg enthalten. Ingenieur Bernhard Birgmeier, Leiter des gemeindlichen Bauamtes, trug dem Gemeinderat sein erstelltes Konzept vor. Die Kosten belaufen sich auf geschätzte 100000 Euro. Die Umsetzung des weiteren Freizeitprojektes im Hauptort Berg soll im kommenden Jahr erfolgen. Gefördert werden soll das Freizeitprojekt am Industriedenkmal „Ludwigskanal“ über das LEADER-Programm der Regina GmbH.

Auf einem Acker-Grundstück im Bereich der Gemarkung Hausheim wurden alte Keramikscherben, Teile von Feuerstätten und sogenannten „Gesteinsfinger“ gefunden, die wie der Bürgermeister mitteilte, nach Auskunft von Historikern auf eine prähistorische Siedlung hinweisen könnte, die bis ins dritte bis zweite Jahrtausend vor Christus zurückreichen könnte. Das „Bodendenkmal Hausheim“ wird nun in die Denkmalschutzliste aufgenommen. Man werde keine Einwände dagegen erheben, sagte Himmler.

Die Gemeinde will dafür sorgen, dass Defibrillatoren angeschafft werden. Das wurde nach dem Vortrag des Kardiologen beschlossen.

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