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Region Neumarkt
Mittwoch, 17. Januar 2018 9

Festsitzung

Ein würdiger Rahmen für geehrtes Trio

Unter den drei geehrten Neumarktern waren zwei, die sich überregional Meriten erworben haben. OB erzielte einen neuen Rekord.
Von Lothar Röhrl

Franz Weidinger (2. v. links) wurde mit dem Kulturpreis der Stadt Neumarkt ausgezeichnet. Foto: Röhrl

Neumarkt.Die Festsitzung des Stadtrats am Donnerstagabend im Reitstadel war der würdige Rahmen für die Ehrung unter anderem von drei Neumarktern. Neben Monsignore Richard Distler wurden auch Bildhauer Franz Weidinger und Schwimmer Thomas Weiß ausgezeichnet. Sie erfuhren die Anerkennung mit dem Kulturpreis beziehungsweise mit dem Sportehrenpreis auch dafür, dass sie weit über Neumarkt hinaus bekannt sind. Weil er sein Wirken mehr bescheiden im Hintergrund tut, wollte die Stadt einmal Wanderwart Michael Platzer besonders ehren. Er erhielt den Ehrentaler der Stadt.

Kulturehrenpreis nach tollem Jahr

Franz Weidinger war ein Platz im Goldenen Buch sicher. Foto: Röhrl

2017 wird dem gebürtigen Neumarkter und überzeugtem Kleinalfalterbacher besonders in Erinnerung bleiben: Mit der noch bis 13. Januar im Kunstkontor Westnerwacht in Regensburg laufenden Ausstellung „Stehen und Hängen“ erhöht Weidinger die Summe seiner Einzelausstellungen auf sieben. Dieses Jahr hat gezeigt, welch Bedeutung er über den Heimatlandkreis Neumarkt mittlerweile erreicht hat. Am Donnerstagabend widerfuhr ihm die nächste, ideell vielleicht gar bisher höchste Ehrung: Ihm wurde der Kulturehrenpreis seiner Geburtsstadt Neumarkt überreicht.

Bürgermeister Albert Löhner trug die vorgefasste Laudatio vor. Darin wird darauf verwiesen, dass Weidinger als Thema „die Figur im Raum“ und den Akt behandelt. Dabei ziehe sich die klassische Bildhauerei seit der Antike als roter Faden durch die Vielzahl der Arbeiten. Sein Kennzeichen sei die künstlerische Annäherung an den menschlichen Körper im kleinen Format auf engem Raum und mit meist hohen Stelen. Diese Handschrift sei sehr gut wiederzuerkennen. Dafür und für sein Können habe der auf den Werkstoff Holz spezialisierte Bildhauer aus Neumarkt schon zahlreiche Auszeichnungen und Preise erhalten.

Ehrentaler für Freund aller Wanderer

Michael Platzer (2. v. r.) wurde mit dem Ehrentaler beehrt. Foto: Röhrl


OB Thomas Thumann überreichte den Ehrentaler der Stadt einem Mann, dessen bescheidenes und fast ausschließlich im Hintergrund angesiedeltes Tun die Stadt froh und glücklich gemacht habe: dem ehemaligen Wegemeister und Wanderwart Michael Platzer. Wenige Tage nach Platzers 80. Geburtstag wurde ein Mann geehrt, der für ausgezeichnet markierte und beschilderte Wanderwege gesorgt habe. Dieses Netz ist immerhin rund 500 Kilometer lang.

Dank Platzer spiele Neumarkt gar in der Champions League der europäischen Wanderwege mit. Denn schon zweimal hatte es für die „Zeugenbergrunde“ das Prädikat „Leading Quality Trail – Best of Europe“ gegeben.

Der OB hob hervor, dass Platzers Engagement weit über das Markieren und Beschildern hinaus gegangen sei. So habe er störende Äste entfernt, zu hohes Gras gemäht oder neue Ruhebänke gesetzt. Nicht zu fein sei sich Platzer für das Sammeln von Müll und Unrat gewesen. Immer wieder habe er Zeit und Energie gefunden, neue Wanderwege zu initiieren.

Ehrenpreis für „Mister Schwimmen“

Thomas Weiß mit der Urkunde für seinen Ehrenpreis. Foto: Röhrl


Unter dem Titel „Ein Leben für den Schwimmsport“ stand die Laudatio für Thomas Weiß. 2. Bürgermeisterin Gertrud Heßlinger beschränkte sich nicht nur auf das reine Vorlesen der vorgefertigten Rede. Sie verstand es auch, ihrem Vortrag mit einigen rhetorischen Kniffen Empathie zu verleihen. Damit ehrte sie einen Neumarkter, der Inbegriff des Schwimmsports weit über die Stadt hinaus geworden ist.

Festsitzung nähert sich der Feierstunde

OB Thomas Thumann stellte einen neuen Rekord mit der Kürze der Sitzung auf: Nur 80 Minuten. Foto: Röhrl


Überlange Festsitzungen gehören seit 2005 ohnehin der Vergangenheit an. Jetzt gefällt sich Thomas Thumann als OB wohl im Bemühen, dem geselligen Beisammensein nach dem offiziellen Teil der Sitzung noch mehr Raum als bisher schon zu geben. Genau 80 Minuten dauerten die Ehrungen plus der betont kurzen Weihnachtsrede des OB. So gerät die Festsitzung langsam zu einer im wahrsten Sinn des Wortes „Feierstunde“, bei der auch aufmerksames Zuhören Spaß macht.


Ehrenbürger gab sich sehr gerührt

Monsignore Richard Distler durfte sich ins Goldene Buch eintragen. Foto: Röhrl


Es waren nicht die ersten Worte des Dankes an die Neumarkter, die Monsignore Richard Distler in den vergangenen Monaten richtete. Anlässlich der Verleihung der Ehrenbürgerwürde (wie berichteten) an ihn beließ es der ehemalige Dekan Neumarkts nicht bei diesem Dank. Ausdrücklich sah er diese Auszeichnung auch als „Würdigung“ seiner Mitarbeiter und Unterstützer, die er in den 28 Neumarkter Jahren an seiner Seite hatte. Vor seinen guten Wünschen fürs Fest und für 2018 bekannte Distler: „Neumarkt ist mir ans Herz gewachsen.“


Vier vom Maierbach stimmten ein

Die Maierbachsängerinnen waren das akustische Ausrufungszeichen der Festsitzung. Foto: Röhrl


Gerne greifen die Organisatoren der Sitzung um Hauptamtleiter Thomas Thumann auf Neumarkter Musikgruppen als musikalische Umrahmung zurück. Heuer wurden die „Maierbachsängerinnen“ ausgesucht: Brigitte Distler, Maria Alfer, Erna Hein und ihre Gitarristin Brigitte Schubert sorgten mit ihren weihnachtlichen und winterlichen Liedern für ein wohliges Hörerlebnis – zu dem freilich der Nieselregen draußen vor dem Reitstadel und das Verschwinden letzter Schneereste überall im Neumarkter Talraum nicht passen wollte.

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