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Region Neumarkt
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Geschichte

Einblicke ins Neumarkt von 1945

Am 5. April ist die Premiere des Musicals „Hitlerjunge Adolf“. Sechs Schulen beteiligen sich am Projekt und erstellten dazu eine Ausstellung.
Von Pia Regnet

Carina Steger, Antonia Wirth (vorne), Sabrin Traboulsi, Vanessa Seitz, Julia Hellmig, Johanna Ried (hinten von l.) von der Mädchenrealschule fiebern der Eröffnung der Ausstellung entgegen. Foto: Regnet

Neumarkt.. Im April wird das Musical „Hitlerjunge Adolf“ vom Verein M.U.T. – Musical und Theater Neumarkt im Reitstadel aufgeführt. Ein Teil des gesamten Projekts ist eine Ausstellung, bei der insgesamt sechs Neumarkter Schulen mitwirkten. Besucher können sich dort an Aufführungstagen jeweils ab 17 Uhr vorab mit viel Hintergrundwissen eindecken.

Mädchenrealschule: Vom Hitlerjugendheim zur Schule

Die Mädchenrealschule gibt es offiziell seit 1961. Die Grundsteinlegung fand aber schon 1937 statt. Der Grund: Das Hauptgebäude der heutigen Schule, wurde früher zu einem anderen Zweck erbaut – es war das Neumarkter Hitlerjugendheim. Damit beschäftigten sich sechs Schülerinnen der 10f. Sie bereiteten nach Schulschluss Interviews von Zeitzeugen des damaligen HJ-Heims auf. Die Interviews stammen von einer früheren Klasse aus dem Jahr 2007. Aus den gewonnenen Informationen gestalteten die Mädchen Plakate, auf denen sie die Geschichte des Hitlerjugendheims darstellten. Unter anderem die Grundsteinlegung 1937, die Einweihung am 4. Dezember 1938 samt Urkunde und den dazugehörigen Schlagzeilen von Neumarkter Zeitungen. Sie verfolgten die Anfänge, den Zweck des HJ-Heims und was in den Räumlichkeiten geschah. Außerdem schildern sie, was mit dem Gebäude nach Kriegsende bis heute passiert ist. Audioguides sollen den Besuchern zusätzlich Infos zu den vier Plakaten der Schülerinnen geben.

Erwin-Lesch-Schule:

Die Jugend von 1945

Unter der Leitung von Rotraut Siede thematisierten die Schüler der Klasse 7/8h der Erwin-Lesch-Schule das Leben der Jugendlichen von 1945 und verglichen es mit dem Bild der Jugend von heute. Sogar zum Musical selbst leisteten sie einen wichtigen Beitrag: Die Kostüme für die Schauspieler des Musicals „Hitlerjunge Adolf“ schneiderten sie zusammen mit ihrer Lehrerin, einer gelernten Schneidermeisterin.

Maximilian-Kolbe-Schule:

Zeitzeugen als Podcast

In einem Seminar der 13. Klassen der Maximilian-Kolbe-Schule befragten die Schülerinnen und Schüler Zeitzeugen. Aus den Berichten der Zeitzeugen erstellten die Schüler 15 Podcasts. Fünf davon sind Teil der Ausstellung im Foyer des Reitstadels. Das Thema der Podcasts ist Neumarkt und Umgebung von 1945 bis 1949. Die Zeitzeugen erzählen vom Wiederaufbau, der Situation in den Schulen und der Freizeitgestaltung in der damaligen Zeit. Themen wie Kriegsgefangenschaft liegen ebenfalls im Fokus.

Knabenrealschule:

Ein Lebenslauf als Audioguide

Die Schüler der 10c der Knabenrealschule suchten sich Zeitzeugen im Bekanntenkreis. Sechs Schüler interviewten unter Leitung von Heike Hierl je einen Zeitzeugen. Daraufhin erstellte die 10 c einen Audioguide von drei bis fünf Minuten.

Um dem Projekt auch noch optische Anreize zu verleihen, bastelten sie Plakate mit dem Lebenslauf und je zwei Bildern der Zeitzeugen – ein Bild zeigte den Befragten um 1945, das andere heute. In den Fokus nahmen die Schüler das Leben auf dem Land sowie den Bauernhöfen und wie Neumarkter die Bombenangriffe erlebt haben. Außerdem interviewten sie ein damaliges Flüchtlingskind über die einzelnen Stationen der Flucht.

Willibald-Gluck-Gymnasium:

Schule ohne Rassismus

Als „Schule ohne Rassismus“ will das Willibald-Gluck-Gymnasium ein Zeichen setzen. Die Schüler-AG des Gymnasiums befasste sich deshalb mit den Gefahren des heutigen „Rechtsextremismus und was wir dagegen tun können“. Sie erstellten drei Stellwände mit verschiedenen Rubriken: Auf der ersten Stellwand geht es um den heutigen Rechtsextremismus im Allgemeinen – welche Gefahren davon ausgehen und was ihn ausmacht.

Sie stellten fest, dass sich der „moderne“ Rechtsextremismus ähnlicher Mittel bedient, die auch im Dritten Reich für die Propaganda genutzt wurden. Welche Mittel Schulen und Vereine haben, Rechtsextremismus zu bekämpfen, sammelten die Schüler auf der zweiten Stellwand. Sie erarbeiteten konkrete Beispiele und hielten die Erkenntnisse auf der dritten Plakatwand fest. Unter anderem erarbeiteten sie rechtliche Mittel um Veranstaltungen von rechten Gruppen zu bekämpfen.

Mittelschule Weinbergerstaße:

Eine Neumarkterin erzählt

Was von den Geschehnissen der Kriegszeit bewegt die Jugendlichen noch heute? Dieser Frage gingen die Schüler der 7a und 9a zusammen mit Angelika Mühlhans nach. Dafür hatten sie eine Zeitzeugin ins Stadtmuseum eingeladen und sie dort zu ihrer Jugendzeit unter dem NS-Regime in Neumarkt interviewt. Die Schüler erstellten dann einen Vergleich zwischen der Jugend der damaligen Zeit und der von heute und bereiteten die Erkenntnisse optisch auf einer Plakatwand auf.

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