mz_logo

Region Neumarkt
Dienstag, 16. Januar 2018 7

Tiere

Es schlägt die Stunde der Wintervögel

Naturschützer vernehmen ein Vogelsterben. Bei der großen Zählung können die Neumarkter dem Schwund entgegenwirken.

Zum 13. Mal findet die „Stunde der Wintervögel“ statt. Foto: Andreas Giessler

Neumarkt.Ab kommenden Freitag ruft der LBV zusammen mit seinem bundesweiten Partner NABU bereits zum 13. Mal zur „Stunde der Wintervögel“ auf. Dabei lassen sich neben den Vögeln, die das ganze Jahr über bei uns bleiben, auch zusätzliche Wintergäste aus dem kälteren Norden und Osten beobachten. Die Naturschützer sind gespannt, ob sich nach dem erwiesenen Vogelsterben in der Agrarlandschaft auch ein Rückgang der Singvögel im Garten abzeichnet.

Denn indem die Teilnehmer zwischen dem Freitag und Sonntag eine Stunde lang die Vögel vor ihrem Fenster zählen und dem LBV melden, helfen sie als Forscher wichtige Daten zur Verbreitung der häufigen heimischen Vogelarten zu erheben. „Wir wollen nun herausfinden, ob die Anzahl der Vögel auch im Siedlungsraum spürbar abnimmt oder ob unsere Gärten und Grünflächen in Städten und Dörfern als Lebensraum für Vögel immer bedeutsamer werden“, erklärt Martina Gehret, LBV-Beauftragte für Citizen Science. „Wir können und müssen unbedingt verhindern, dass der Vogelschwund dort ebenso zuschlägt wie in der freien Landschaft.“

Hier finden Sie weitere Informationen:

Die Zählung

  • Methode:

    Von einem ruhigen Platz aus wird von jeder Art die höchste Anzahl notiert, die im Laufe einer Stunde gleichzeitig zu beobachten ist.

  • Meldung:

    Die Beobachtungen können unter stunde-der-wintervoegel.de bis zum 15. Januar gemeldet werden. Am 6. und 7. Januar von 10 bis 18 Uhr: (08 00) 1 15 71 15.

Mit Spannung erwartet der LBV das Abschneiden des Stars, Vogel des Jahres 2018, um mehr über mögliche Auswirkungen des Klimawandels auf sein Zugverhalten zu erfahren. Eigentlich ist er ein Zugvogel, der die kalte Jahreszeit im Mittelmeerraum verbringt. Gerade in milden Wintern wie in diesem Jahr spart er sich jedoch den gefährlichen Flug in den Süden und bleibt immer häufiger in Bayern. „So lange er genügend Nahrung bei uns findet, schwinden die Gründe für den Star im Winter wegzuziehen. Kommt die Kälteperiode mit Verspätung dann doch, reagiert er spontan und weicht nach Süden aus“, weiß Martina Gehret.

Ein besonderes Augenmerk legen die Naturschützer dieses Jahr auch auf den Grünfink. Die Abnahme des eigentlich häufigen Vogels bereitet ihnen schon seit mehreren Jahren Sorgen. „Wurde im Vorjahr durchschnittlich nur noch ein Grünfink pro Garten beobachtet, waren es vor sechs Jahren noch vier“, sagt Gehret. „Der Grünfink ist somit ein trauriges Beispiel für den Rückgang der häufigen Vogelarten in Bayern.“ Im vergangenen Winter bestätigte Bayerns größte wissenschaftliche Mitmachaktion außerdem das Ausbleiben vieler Meisenarten.

Hier finden Sie weitere Nachrichten aus Neumarkt und Umgebung.

Die wichtigsten Informationen des Tages direkt auf das Mobilgerät: Mit MZ und WhatsApp bleiben Sie stets auf dem Laufenden.

Die Kommentarfunktion steht exklusiv unseren Abonnenten zur Verfügung. Als Abonnent melden Sie sich bitte an oder registrieren Sie sich. Alle anderen Nutzer finden preiswerte Angebote in unserem Aboshop.

Anmelden Registrieren Zum Abo-Shop

Sie sind noch nicht registriert?

Neu registrieren

MessageBox

Nachricht