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Region Neumarkt
Dienstag, 12. Dezember 2017 5

Natur

Fichten müssen weichen

Der Klimawandel bedroht auch im Raum Diefurt die Baumbestände.

Der Seilkran holt die Stämme aus dem Steilhang. Foto: Oliver Kuhn

Dietfurt.Steil geht es hinunter von Hainsberg ins Labertal. An der Hangkante steht ein schwerer Bagger ohne Löffel. Stattdessen ist ein mächtiger Pfeiler aus Stahl mit starken Seilwinden am Arm des Baggers befestigt. Ein Forstarbeiter packt ein dickes Seil, macht sich auf den Weg hinab und zieht ihn hinter sich her. 200 Meter, dann sind Mann und Seil unten.

Er befestigt das Tragseil an einem starken Baum, den Förster Oliver Kuhn angezeichnet hat, und spannt es fachmännisch ab. Oben wird die Laufkatze ins Tragseil gehängt und mit weiteren Seilen zu Tal gelassen. An eines befestigt der Arbeiter einen schweren Buchenstamm und hängt es an der Laufkatze ein. Ein Kommando, oben springt die Seilwinde an und zieht die Laufkatze samt Stamm nach oben. Ein starker Greifarm packt das Holz und legt es ab. Dann beginnt das Ganze wieder von vorne.

„Das funktioniert im Grunde wie ein Skilift“, sagt Oliver Kuhn. Der Dietfurter Förster ist regelmäßig vor Ort und überwacht die Arbeiten. Nur mit dem Seilkran ist es möglich, die Stämme aus dem Steilhang mit 50 Prozent Gefälle und mehr herauszubringen. Das schwere Gerät gehört einer Firma aus dem Landkreis Eichstätt. Drei Waldarbeiter haben die Bäume umgeschnitten, die Kuhn markiert hatte. Drei andere Arbeiter der Firma holen jetzt die Bäume herauf und lagern sie auf verschiedenen Stapeln. Das geschehe ganz bodenschonend, so der Förster, weil im Hang kein schweres Gerät im Einsatz ist.

Das vier Hektar große Waldstück wird wie der andere Stadtwald umgebaut zu einem Mischwald mit Bäumen, die dem Klimawandel standhalten. Ein großer Teil der Fichten kommt heraus, von Eichen, Buchen, Kiefern werden die schlechteren ebenfalls entnommen, was bleibt, kann sich dann besser ausbreiten. Buchen und Fichten kommen zum Teil ins Sägewerk, der Rest wird zu Brennholz verarbeitet, damit können sich die Dietfurter eindecken. Die Eichen nehmen gegen gutes Geld Holzhändler oder Sägewerke.

Der Fichte gibt Kuhn wegen des Klimawandels keine Zukunft auf diesem Standort. Für den Baum ist es zu warm, außerdem ist er „der Lieblingsbaum des Borkenkäfers“, so der Fachmann. Im Sommer sind ihm wieder viele Bäume zum Opfer gefallen.

Den Waldbesitzern rät Kuhn, im Bestand die Fichte weiter zu reduzieren und einen Wald mit Bäumen aufzubauen, die mit höheren Temperaturen zurechtkommen. Die Waldarbeit mit der Motorsäge ist sehr unfallträchtig. Die Forstdienststelle Dietfurt bietet daher für Privatwaldbesitzer wieder einen Motorsägen-Kurs an. Er findet vom 13. bis 15. November in Dietfurt statt. Nach der Theorie am ersten Tag geht es in den Wald zur Praxis. Schutzkleidung muss sein und der Kurs kostet 60 Euro. Anmeldung und Infos gibt es bei Oliver Kuhn im Rathaus unter Telefon (0 84 64) 640017 oder (01 75) 7 25 02 06. (ugr)

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