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Region Neumarkt
Montag, 18. Dezember 2017 5

Kabarett

Für ihn ist es Urlaub in Pyrbaum

Django Asül ist seit Gründung der Kulturgrenze West regelmäßig vor Ort – und kennt sich hervorragend aus.
Von Heike Regnet

Django Asül begeisterte. Foto: Regnet

Pyrbaum. Lässig an die Hallenwand gelehnt, steht er mitten im Geschehen: Django Asül – das Handy in der Hand, zugleich die stetig wachsende Zahl der Besucher im Blick und gerne zum Gespräch mit den Gästen bereit.

Django Asül sitzt nicht wie andere seiner Kollegen vor dem Auftritt in der Garderobe und will keinesfalls gestört werden. „Ich bin eben nicht wie andere“, sagt er und lacht. In Pyrbaum mischt er sich unters Volk. „Für mich ist das Urlaub in Pyrbaum.“ Schon vor 17 Jahren stand er zum ersten Mal bei der Kulturgrenze West auf der Bühne. Seither ist er den Pyrbaumern treu geblieben und auch bei seinem sechsten Gastspiel begeisterte er mit seinem neuen Programm „Letzte Patrone“ mühelos das Publikum.

Dass sich der Kabarettist hervorragend in Pyrbaum auskennt, stellte er gleich zu Beginn des Abends unter Beweis. „Für uns Niederbayern war Pyrbaum ja schon immer ein Sehnsuchtsort“, meint er und erzählt mit schelmischem Blick vom mondänen Pyrbaum samt bodenständigem Bürgermeister, schwärmt vom Ambiente der Mehrzweckhalle, „da kann die Elbphilharmonie einpacken“, vom Ort der Superlative als westlichste und waldreichste Gemeinde der Oberpfalz. „Pyrbaum ist für Neumarkt das, was Kitzbühel für die Münchner ist.“

Mühelos schlägt Asül den Bogen von der ersten urkundlichen Erwähnung Pyrbaums im Jahr 1130 zum demographischen Wandel der heutigen Zeit. Und wer über die Vergangenheit nachdenkt, blickt auch schon mal in die Zukunft. Und über die hat sich der Kabarettist viele Gedanken gemacht. Zum Beispiel darüber, wer einmal sein Kabarettgeschäft übernehmen könnte. Als Hoffnungsträger entpuppt sich zunehmend die sechsjährige Nichte, die ihrem Onkel schon heute keine Antwort schuldig bleibt. „Sie hat schon vor der Einschulung Lesen und Schreiben gelernt, um mit dem Lehrer auf Augenhöhe zu sein“, verrät Asül.

Wenn das Kabarettgeschäft übergeben ist, will sich der Kabarettist karitativ im heimischen Hengersberg einbringen. Ob allerdings bei der Freiwilligen Feuerwehr oder eher doch beim Krieger- und Veteranenverein müsse noch genau überlegt werden. Wichtige Entscheidungshilfe, nicht nur hierbei, sondern im gesamten Leben, ist sein Stammtisch.

So reichen bei den Stammtischgesprächen die Themen vom Imageproblem der EU und Europa „übrigens eine Erfindung der griechischen Mythologie“, über Flüchtlingspolitik, selbstfahrende Elektroautos mit dreckigem Kohlestrom bis hin zum Zinsgefüge „wer jetzt noch spart ist dank Negativzinsen irgendwann ruiniert“ und das Wettrüsten auf den Straßen „jedes zweite Auto ist ein Suv – so ein Geländepanzer“.

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