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Region Neumarkt
Freitag, 17. November 2017 7

Personalie

Hans Spitzner zum Ehrenbürger ernannt

Der Staatssekretär a. D. hat viel bewegt. Sein Wirken sei heute noch über Parsberg hinaus zu spüren, lobten die Redner.
Von Vera Gabler

Hans Spitzner trug sich in das Goldene Buch der Stadt Parsberg ein. Fotos: Vera Gabler

Parsberg. Nach „Haugg von Parsberg“ gibt es jetzt einen „Hans von Parsberg“. Das hat am Samstag Staatssekretär Albert Füracker als Nachfolger von Staatssekretär a.D. Hans Spitzner verkündet, nachdem dieser von der Stadt Parsberg mit Bürgermeister Josef Bauer die Ehrenbürgerwürde verliehen bekommen hatte. In dem festlichen Burgsaal fand ein großer Ehrenabend statt, bei dem dem 73-jährigen Parsberger und bekannten CSU-Politiker die Auszeichnung zuteil wurde.

„Eine Rede muss sein wie ein Minirock: lange genug, um das Wesentliche abzudecken und kurz genug, um noch interessant zu sein….“, mit dem Zitat von Spitzner selbst, begann Bürgermeister Josef Bauer die Rede zur Verleihung der Ehrenbürgerwürde. Eine Kommune verleihe eine Ehrenbürgerwürde nach Artikel 16 der Gemeindeordnung nur an Personen, die sich in besonderer Weise um die politischen, wirtschaftlichen, kulturellen und sozialen Belange der Kommune verdient gemacht haben, erklärte das Stadtoberhaupt. Dabei sei die Stadt Parsberg nicht besonders freigiebig und es gebe nur wenige lebende Ehrenbürger in Parsberg.

Vielen Betrieben geholfen

Bei der Zusammenstellung der Verdienste von Spitzner sei ihm aufgefallen, dass dieser gar kein gebürtiger Parsberger sei, sondern in Berchtesgaden auf die Welt kam. „Aber im Alter von sechs Wochen kamst du nach Parsberg, als Mettener Klosterschüler und auch späterer Student in München hättest Du dich auch entscheiden können, dortzubleiben“, schlussfolgerte Bürgermeister Bauer, bevor er auf den eigentlichen Grund der Ehrung einging. So habe Spitzner schon in jungen Jahren mit Finesse und Begabung damit begonnen, vieles zu bewegen. Als Abgeordneter und Staatssekretär konnte er zum Beispiel vielen Betrieben bei der Ansiedelung oder auch bei der Existenzerhaltung in der Heimat helfen.

Bürgermeister Josef Bauer überreichte Hans Spitzner die Urkunde, die von Martin Neufert erstellt wurde.

Diese liebenswürdige Schlitzohrigkeit war es auch, die Spitzner in diesen Zeiten regelmäßig– wie er es auszudrücken pflegte – „ostzonale“ Wahlergebnisse bescherte, erinnerte der Redner weiter. Die Wahlveranstaltungen seien es unter anderem gewesen, die bewiesen hätten, dass Spitzner ein Ohr nicht nur für die Unternehmer hatte, sondern auch für die einfachen Leute aus dem Volk. „Du wusstest immer, wo du herkommst, und hast diejenigen, denen Du diese Positionen zu verdanken hattest, nie vergessen“, dankte Bauer im Namen aller. Deswegen sei es für den Parsberger Stadtrat auch eine Selbstverständlichkeit gewesen, Spitzner mit einstimmigem Beschluss die Ehrenbürgerwürde seiner Heimatstadt zu verleihen.

Ratschläge öffneten Türen

Der formelle Verleihungsakt folgte mit der Übergabe der Urkunde und dem Eintrag ins Goldene Buch. Politische Weggefährten ließen es sich nicht nehmen, die Hauptperson des Abends ebenso zu würdigen. Allen voran sein Nachfolger Staatssekretär Albert Füracker, der auch Spitzner-Zitate in seine Rede einband. „Wirtschaft ist nicht alles, aber ohne Wirtschaft ist alles nichts“, erinnerte er und verwies auch auf den Humor Spitzners. Seine Zitate könne man immer wieder verwenden, ebenso hätten seine Ratschläge ihm selbst viele Türe in München geöffnet, dankte Füracker.

Weitere Informationen zu Hans Spitzner lesen Sie hier:

Gut zu wissen

  • Auszeichnung:

    Für Personen, die sich in besonderer Weise um die politischen, wirtschaftlichen, kulturellen und sozialen Belange der Kommune verdient gemacht haben.

  • Hans Spitzner:

    Er gehört mit Franz Sellner, Dr. Rudolf Kaiser, Helmut Jobst und Pfarrer Hans Schächtl zu den Parsberger Ehrenbürgern.

  • Spitzner in der Kindheit:

    Aufgewachsen auf dem Berg unterhalb der Burg ist Parsberg seine Heimat. Die Minzkugeln lagen neben der Schuhcreme und in der Bergschenke gab es das erste Eis in Parsberg. In der Klosterschule hatte er immer Heimweh, erinnert er sich.

  • Spitzner in der Politik:

    Er hatte, wie er sagte, immer Glück, als CSU-Kreisvorsitzender, CSU-Bezirksvorsitzender, Landtagsabgeordneter bis hin zu den 17 Jahren als Staatssekretär. Es bestand ein gutes Verhältnis zu Franz-Josef Strauß und zu Edmund Stoiber, aber auch zu Unternehmer und zum Volk.

  • Spitzner heute:

    Neben Ehefrau Ilse und Tochter Isabella erfreut sich der 73-Jährige seit eineinhalb Jahren an der Enkeltochter Felina. Einmal die Woche nimmt er seinen wichtigsten Termin wahr, nämlich durch die Stadt Parsberg zu gehen, um seine Parsberger sehen und begrüßen zu können. (pvg)

Nun freue er sich auf ein historisches Spektakel auf der Bühne Parsberg mit „Hans von Parsberg“, wo Spitzner selbst die Hauptrolle verkörpern könne. „Und zu deinem 100. Geburtstag wird es einen Festzug durch Parsberg geben“ versprach er mit den Worten: „Hoch lebe Hans von Parsberg“, die Auszeichnung sei zu Recht verliehen worden.

Kindheit auf dem Berg verbracht

Landrat Willibald Gailler erinnerte an das Wirken Spitzners, das im ganzen Landkreis zu spüren sei. Angefangen vom wirtschaftlichen Leben für die Unternehmer, sei Spitzner als Politiker niemals abgehoben, „er hat uns bereichert“. Für die Spuren und dem Stempel der Nachhaltigkeit dankte abschließend auch MdB Alois Karl und schloss sich den Dankesworten der Vorredner an.

„Erschlagen“ von den positiven Worten dankte Hans Spitzner für den schönen Tag. Er erinnerte an die Zeit auf dem Berg, wo er die Kindheit verbrachte. „Ich bin ein echter Parsberger und ich bemühe mich, einer zu bleiben“, versprach er. Musikalisch umrahmt wurde die Feierstunde von Marga Meinl und James Hannon mit klassisch-romantischen Stücken.

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