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Region Neumarkt
Samstag, 18. November 2017 5

Jubiläum

Hier wird Geschichte lebendig

Der Ort Seligenporten feiert im September „775 Jahre Klosterdorf“. Das sanierte Schusterhaus spielt dabei eine wichtige Rolle.
Von Heike Regnet

Auch Gerhard Meier (li.), Vorsitzender des Heimatvereins, und Reinhold Koller halfen bei der Sanierung des Schusterhauses tatkräftig mit. Fotos: Regnet

Seligenporten.Auch in den nächsten Tagen wird sicher noch mit Hochdruck am Schusterhaus im Herzen von Seligenporten im Klosterhof 14 gearbeitet, denn bereits am 15. September wird die Einweihung stattfinden. Zugleich wird das Dorf in der ersten Septemberhälfte mit vielen Aktionen das Jubiläum „775 Jahre Klosterdorf Seligenporten“ feiern.

Bereits vor 17 Jahren erwarb der Markt Pyrbaum das Grundstück, auf dem das denkmalgeschützte Schusterhaus steht. Eine Besonderheit des Gebäudes ist die Giebelwand, die teilweise von der erheblich älteren Dorfmauer gebildet wird. Bis in die 1970-er Jahre hat in diesem Haus der letzte Schuster des Dorfes sein Handwerk ausgeübt. Im Jahr 2010 kaufte der Markt auch das angrenzende Grundstück, errichtete die hierauf verlaufende Dorfmauer in Teilstücken neu und gestaltete auf dem Platz eine öffentliche Grünfläche.

Ein großer Wunsch erfüllt sich

Die Sanierung des Schusterhauses war nun der nächste Schritt. Damit ging zugleich ein großer Wunsch vieler Seligenportener Bürger in Erfüllung. Das Gebäude soll künftig eine wichtige Anlaufstelle für die Dorfgemeinschaft werden. Erster Ansprechpartner wird hier der Heimatverein Seligenporten sein, der es sich zur Aufgabe gemacht hat, das Schusterhaus mit Leben zu erfüllen.

„251 Mitglieder zählt unser Verein derzeit“, sagt Vorsitzender Gerhard Meier. Im Jahr 2009 wurde der Heimatverein gegründet, damals zum Erhalt des Klosterbaueranwesens. Auch wenn dieses Ziel nicht erreicht wurde, sind die Mitglieder nach wie vor in Sachen Heimatgeschichte sehr aktiv. Das sanierte Schusterhaus biete künftig ideale Möglichkeiten, um neue Ideen umzusetzen, sagt Meier. Hier könnte ein kleines Heimatmuseum Platz finden, das Einblick in die Dorfgeschichte gibt. Im Vortragsraum im Dachboden finden bis zu 40 Leute Platz und auch an eine kleine Küche wurde bei der Einrichtung gedacht.

Rund 500 Stunden haben Mitglieder des Heimatvereins bislang auf der Baustelle mitgearbeitet. Die Bauleitung obliegt Statiker Stefan Lerzer. Wie sich bei der Sanierung zeigte, wurde das Schusterhaus bereits um 1698 gebaut und ist damit deutlich älter als zuvor gedacht. So stammen Teile des Dachstuhls aus jenem Jahr.

Rund 380 000 Euro werde die Sanierung des Schusterhauses voraussichtlich kosten, sagt Richard Forster, Geschäftsleiter des Marktes Pyrbaum. Mit Zuschüssen von knapp über 50 Prozent werde gerechnet. Die Gelder kommen von der Städtebauförderung, der Bayerischen Landesstiftung, dem Landkreis, dem Bezirk und aus EU-Fördermitteln.

Erstellt wurde auch ein Nutzungskonzept „Schusterhaus“. Erklärtes Ziel ist es, die Geschichte des Dorfes im Haus lebendig werden zu lassen. So soll das Schusterhaus zum Lern-, Erlebnis- und Gemeinschaftsort für alle Altersgruppen werden. Das Geschichtsbewusstsein der Besucher soll gefördert werden. Hier könnten auch Sitzweil mit wechselnden Angeboten stattfinden, wie nähen, spinnen, filzen, singen, Korb flechten und vieles mehr. „Leben wie früher“ könnte bei einer Ausstellung in den Fokus gerückt werden. Auch das Schusterhandwerk könnte dabei beleuchtet werden. Ein weiteres Thema könnte die Bierbraukunst in Seligenporten sein. Und auch kulturell bietet das Schusterhaus Platz für Leseabende, Musikevents und Ausstellungen.

Programm startet im September

Die ersten Aktionen stehen bereits im September auf dem Plan. So lädt der Heimatverein am 4. September im Rahmen des Ferienprogramms der Marktgemeinde zur Abenteuerwanderung mit Geschichten rund ums Schusterhaus ein. Am 8. September wird um 19 Uhr der Einakter „So warn‘s die alten Rittersleut“ bei einem Theaterabend am Schusterhaus gezeigt. Am 10. September beginnt um 16 Uhr ein Benefizkonzert unter dem Motto „Ja! Schule Seligenporten“. Am 13. September folgt eine Lesung für Kinder mit Bastelangebot im Schusterhaus. Am 15. September wird das Haus eingeweiht, ab 16 Uhr ist Biergartenbetrieb, um 20 Uhr Taizé-Andacht in der Klosterkirche. Am 16. September schließlich laden ab 14 Uhr alle Vereine und Organisationen des Ortes zum Jubiläumsfest 775 Jahre Klosterdorf ein.

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