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Region Neumarkt
Sonntag, 22. Oktober 2017 10° 7

Kolumne

Humor gibt es auch in der Haft

Heute geht es in der Justiz-Serie des Neumarkter Rechtsanwalts Geedo Paprotta um Witze von Knastbrüdern.
Von Rechtsanwalt Geedo Paprotta

Auch Knastbrüder haben Humor, wie einige Beispiele dieser Kolumne beweisen. Foto: Fredrik von Erichsen/dpa

Neumarkt.„HAFT!“: Wenn Sie als Strafverteidiger eine rote Akte der Staatsanwaltschaft zur Einsicht erhalten und dieses Wort steht vorne drauf, dann wissen Sie, dass Ihr Mandant in ernsten Schwierigkeiten steckt. Es gibt in unserem deutschen Rechtssystem keine gravierendere Strafe, als den Freiheitsentzug.

Ich möchte Ihnen heute einige exklusive Einblicke in die Welt der schwedischen Gardinen gewähren. Was Strafgefangene sicherlich am meisten motiviert, ist die Vorfreude, irgendwann wieder „rauszukommen“. Wie in diesem Fall: Da ging ein hübsches Mädchen an einem Gefängnis vorbei, als ihr ein Gefangener aus seinem Zellenfenster zurief: „Hallo, Fräulein! Haben Sie heute in vier Jahren schon was vor?“

Die Kritiker des Prinzips „Haft“ wenden ja ein, dass sich nur die allerwenigsten durch Wegsperren zu besseren Menschen entwickeln, wie dieses Gespräch zeigt, das ich einmal belauscht habe: Sagt der Gefängnispfarrer bei der Entlassung seines langjährigen Schützlings: „Ich würde Ihnen gern auch draußen weiter helfen!“ – „Sie stellen sich das zu einfach vor, Hochwürden“, antwortete der Häftling. „Taschendiebstahl will gelernt sein!“ Und noch so ein Gespräch, das die These unterstützt: Fragt der Bewährungshelfer den Häftling: „Haben Sie schon Pläne für die Zeit, wenn Sie wieder frei sind?“ – „Aber klar doch, von drei Sparkassen!“

Nach so viel schlimmem Gerede vielleicht zur Auflockerung ein kleiner Witz? Was ist braun und sitzt im Knast? Eine Knastanie! Aber jetzt mal wieder im Ernst: Unsere westlich-demokratischen Justizvollzugsanstalten sind ja doch mehr oder minder demokratisch, humanistisch und rechtsstaatlich geprägt. Früher im Osten war das ganz anders!

Zu DDR-Zeiten saßen drei Gefangene in Bautzen ein. Um sich die Zeit zu vertreiben, fragen sie sich wechselseitig, warum sie von der DDR-Unrechtsjustiz eingesperrt wurde. Der erste erzählt: „Ich kam immer fünf Minuten zu früh. Da hat man mich wegen Spionage verurteilt.“ Der zweite: „Ich kam immer fünf Minuten zu spät. Da hat man mich wegen Sabotage verurteilt.“ Beide sehen neugierig den dritten an. „Ich kam immer pünktlich. Da sind sie dann drauf gekommen, dass ich eine West-Uhr hatte ...“

Die nachfolgende Aussage über Gefängnisse halte ich übrigens vom wissenschaftlichen Standpunkt für sehr gewagt: Wodurch vermehren sich Häftlinge? Durch Zellteilung! Oft ist es ja so, dass Menschen wegen regelrecht erwiesener Dummheit im Knast landen, davon können Richter so manches Lied singen – wie in diesem Fall: Sagt der Richter zum Angeklagten: „Sie können wählen, drei Monate Haft oder 1000 Euro …“ Der Mann überlegt kurz und antwortet dann: „Da nehme ich natürlich das Geld!“

Einer noch zum Schluss: Da sagt der Justizvollzugsbeamte zum Häftling: „Ihre Frau kommt Sie heute besuchen!“. „Welche?“, fragt der. „Wollen Sie mich verarschen?“ blafft der Beamte ihn barsch an. „Nein“, erwidert der Gefangene kleinlaut. „Ich sitze wegen Bigamie.“

Weitere Folgen der Ratgeber-Kolumne lesen Sie hier.

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