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Region Neumarkt
Sonntag, 17. Dezember 2017 5

Fasching

In Dietfurt regieren wieder die Chinesen

Der Kaiser Fu-Gao-Di hat die Amtsgewalt übernommen – und das Motto für den Unsinnigen bekanntgegeben.

Bürgermeisterin Carolin Braun übergab Kaiser Fu-Gao-Di den Schlüssel zum Rathaus. Foto: ufb

Dietfurt.Pünktlich um 11 Uhr 11 hat am 11.11. in der Faschingshochburg Dietfurt die neue Faschingszeit begonnen. Der Auftakt mit einem großen Zeremoniell fand vor dem Rathaus statt. In Anwesenheit vieler Zeugen, Kostümierter und Zivilisten, übergab Bürgermeisterin Carolin Braun an Kaiser Fu-Gao-Di den großen Rathausschlüssel und machte damit deutlich, dass der Häuptling des Chinesenfaschings wieder das Sagen hat.

Drei Böllerschüsse zum Auftakt

Da der 11.11. heuer auf einen Samstag fiel, fand der Faschingsauftakt am Vormittag statt. Dazu hatten sich gut 200 Faschingsfreunde eingefunden. Mit großer Aufmerksamkeit blickten sie auf die Rathausuhr, um zu sehen, ob der neue Fasching zur richtigen Zeit beginnt. „Nachdem dieser relativ kurz ist, muss jede Minute ausgenutzt werden“, sagte Hans Zeitler, der exakt auf die Sekunde mit drei Böllerschüssen den Beginn der närrischen Zeit signalisierte.
Während einige der Anwesenden erschraken, begab sich Bürgermeisterin Carolin Braun auf eine kleine Bühne, um mit „Kille Wau“ alle Chinesen und deren Sympathisanten zu begrüßen. Sie verkündete: „Jetzt beginnt die fünfte Jahreszeit, die Freude und Humor verleiht. Wir pflegen dabei seit langem schon, eine besondere Tradition. Bayrisch China gibt’s nur ein einziges Mal, so schallt es hinaus übers Altmühltal.“ Dann sagte sie, dass im Reich der Mitte der Glanz von Kaiser Fu-Gao-Di alle Sonnenstrahlen übertreffe und sie sich deshalb mit dem Volk vor ihm verneige.

Die Garden standen Spalier. Foto: ufb

In diesem Moment wurde der Chinesenhäuptling von Blasmusik, der Jugend- und Kaiser-Garde, einem Leuchtdrachen, einer Gruppe der unverwüstlichen Chinaclowns des Weckrufs vom „Unsinnigen“, den Hofdamen und den Geheimräten zum Stadtplatz geleitet. Sein Adjutant tönte: „Heitere Tage steh’n uns bevor, sie bringen Spaß und viel Humor…“ und übergab Fu-Gao-Di das Wort. Er sagte: „Mit Freude darf ich wieder Bayrisch China regieren und Euch durch die närrischen Tage führen. Mein Herz ist gerührt über diese große Ehr, für Bayrisch China gäb ich sogar den letzten Blutstropfen her.“

„Drachenhauch“ zur Stärkung

Dies war ihm glaubhaft abzunehmen, denn in diesem Fasching soll daran erinnerte werden, dass sich vor neun Jahrzehnten die Dietfurter erstmals als Chinesen verkleidet haben. Bezug nehmend gab Geheimrat Ho-Sem das Motto des Unsinnigen 2018 bekannt: „90 Jahre Bayrisch China – alles feiert, alles is prima!“ Fu-Gao-Di meinte: „Nicht meine Person soll im Mittelpunkt stehn, Frohsinn und Humor sollen herrschen, dann wird es schön. Der Bürgermeisterin stell‘ ich die Frage, wie schaut es aus mit der Schlüsselübergabe?“

Weitere Bilder zum Faschingsauftakt in Dietfurt sehen Sie hier:

Startschuss für den Chinesenfasching

Sie ließ sich nicht zweimal bitten, übergab diesen und überreichte dem Kaiser auch eine wertvolle Drachenkette mit den Worten, „nimm den Prunk aus meiner Hand und regier das Bayrische Chinesenland.“ Gleichzeitig sprühten Drachenköpfe, die aus zwei Fenstern des Rathauses lugten, unzählige Goldfunken. Damit besiegelten auch sie, dass Fu-Gao-Di wieder über alle Amtsgewalt verfügt. Sofort ließ er von seinen Begleitern die Vorhaben der nächsten Zeit verkünden.

Damit die Zuhörer auch was zum Schmunzeln hatten, waren in die launige Regierungserklärung Pointen eingebaut. Dann teilte der Kaiser mit, dass es in dieser Saison bei den Faschingsbällen neben der Kaisergarde auch wieder eine Jugendgarde gebe. Damit sie die bevorstehenden Anstrengungen meistern und gegen alle Gefahren resistent sind, stärkte er die Mädels mit „Drachenhauch“.

Die Handlungen und Reden lockerten Musikanten auf, dazu wurde gesungen und geschunkelt. Beim Finale auf dem Stadtplatz formierte sich ein Zug und alle Faschingsfreunde marschierten zum Bräu-Toni-Saal, wo „Kulturattaché“ Karlheinz Bauer für musikalische Unterhaltung sorgte. Er verstand es, unter anderem mit Liedern, die in den vergangenen 90 Jahren speziell für den Chinesenfasching geschrieben worden waren, die Anwesenden für die kommenden tollen Wochen zu infizieren. (ufb)

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