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Region Neumarkt
Dienstag, 12. Dezember 2017 5

Politik

Jugendliche an den Wahlurnen

Wer zu jung für den 24. September ist, durfte jetzt bei den U18-Wahlen abstimmen. Dabei ging es um viele politische Fragen – auch um das Wahlalter.
von Heike Regnet und Bettina Dennerlohr

  • Katharina und Sophie haben am Freitag Wahlunterlagen bei der U18-Wahl ausgegeben. Foto: Dennerlohr
  • Bei einer Podiumsdiskussion informierten sich die Jugendlichen. Foto: Regnet

Neumarkt.Wahlkabine, Stimmzettel, Urne – in der Mensa der Gymnasien ist am Freitag alles für einen Wahltag aufgebaut. Doch im Kalender vertan hat man sich in Neumarkt nicht – knapp eine Woche vor dem offiziellen Wahltag findet hier die U18-Wahl statt. Organisiert haben sie der Kreisjugendring, die DGB-Jugend und das P-Seminar Sozialkunde am Ostendorfer-Gymnasium unter der Leitung von Christiane Busch. Tausend Stimmzettel wurden dafür gedruckt.

Die Schülerinnen Sophie und Katharina geben gerade die Unterlagen aus. Sophie ist bereits volljährig. Wen sie am 24. September wählen wird, weiß sie allerdings noch nicht: „Zur Wahl gehe ich aber definitiv.“ Katharina hat das Wahlalter noch nicht erreicht, aber beispielsweise den Wahl-O-Mat der Bundeszentrale für politische Bildung getestet. Beide finden es aber schwer, sich für eine Partei zu entscheiden. „Meiner Meinung nach grenzen sich die Parteien zu wenig von einander ab“, sagt Katharina. Sophie pflichtet ihr darin bei. Sie findet es oft schwierig, klare Meinungen von Politikern zu erfahren. „Dabei wäre mir genau das wichtig: Dass Politiker glaubwürdig sind, eine Haltung haben und zu ihrer Position stehen.“

Fabian, Michelle und Christoph sind minderjährig und geben deshalb ihre Stimme bei der U18-Wahl ab. Auch sie haben den Wahl-O-Mat durchgespielt. „Die Wahlprogramme sind ja sehr umfangreich. Da kann man gar nicht alles lesen, aber mit dem Wahl-O-Mat erhält man schon auch einen Einblick, welche Partei wofür steht. Und man lernt auch die kleinen Parteien kennen“, erklärt Fabian.

In Neumarkt wird am 24. September gleich doppelt gewählt:

Der "Superwahltag" in Neumarkt

Denn die Jugendlichen sind durchaus offen dafür, kleineren Parteien ihre Stimme zu geben, wenn sie mit deren Programm einverstanden sind. „So haben es ja auch die Piraten mal geschafft. Da kann schon auch was draus werden“, sagen Alica und Melanie, die als Volljährige bereits wählen dürfen. Auch Markus Ott, Geschäftsführer des Kreisjugendrings, hat die Erfahrung gemacht, dass gerade kleinere Parteien mit emotionalen Themen bei den Jugendlichen punkten. „Internet, Umweltschutz, Tierschutz – diese Themen interessieren sie. Gerade die Jüngeren haben Ideale“, sagt Ott. In der Regel unterscheide sich das Ergebnis der U18-Wahl aber wenig von dem der „richtigen“ Abstimmung.

Unser Medienhaus hat eine Podiumsdiskussion mit den OB-Kandidaten veranstaltet.

Der Kreisjugendring plädiere dafür, das Wahlalter auf 16 oder gar 14 Jahre zu senken, sagt Ott: „Die Jugendlichen sind deliktsfähig und können gerichtlich für ihre Taten belangt werden – daher sollten sie auch über ihre Zukunft entscheiden dürfen.“ Bei den jungen Wählern selbst ist die Meinung gespalten. Fabian, Michelle, Christoph, Melanie und Alica sind dafür, das Wahlalter zu senken. Sophie und Katharina finden das schwierig. Denn, so finden sie, politische Bildung nehme in den Schulen bisher noch zu wenig Raum ein. „Nicht alle sind gut informiert“, sagt Sophie. Darüber dürfe man sich allerdings keine Illusionen machen, sagt Ott: „Auch viele Erwachsene mit Wahlrecht informieren sich viel zu wenig.“

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