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Region Neumarkt
Donnerstag, 21. September 2017 18° 2

Zwischenbilanz

Kontrollen zeigen die erhoffte Wirkung

Die Wache am Neumarkter Jura-Volksfest verzeichnet einen starken Rückgang an mitgebrachten Messern und Alkoholika.
Von Lothar Röhrl

Franz Wildfeuer, Chef des gleichnamigen Sicherheitsdienstes, seine Tochter Stephanie und Nadine Reichenberger haben hier alles im Blick.Fotos: Röhrl

Neumarkt.Wie heißt doch der berühmte Satz, der Lenin zugeschrieben worden: „Vertrauen ist gut; Kontrolle ist besser!“ Und genauso läuft es jetzt beim zweiten Jura-Volksfest in Folge ab. Seit der deutlichen Verschärfung aller Arten von Kontrollen hat der Sicherheitsdienst Wildfeuer am Donnerstagabend eine bemerkenswerte, weil auch sehr positive Zwischenbilanz gezogen: Denn es wurden viel weniger Messer und vor allem gar keine Alkoholika mehr eingezogen.

In der Festwache zeigten Stephanie Wildfeuer, die heuer zum zehnten Mal in der Festwache Dienst tut, und Nadine Reichenberger unserem Medienhaus gerade mal vier Messer. Das ist der Zwischenstand nach sieben Tagen Festbetrieb seit Start am 11. August. Zum Vergleich: Im Vorjahr war zum selben Zeitpunkt das Besuchern abgenommene Arsenal fast dreimal so groß geworden. Heuer lassen wohl Träger von Tracht diese Messer gleich daheim. Denn 2016 war schnell klar geworden, dass das Argument, etwa ein „Hirschfänger“ gehöre zu einem Original-Tracht-Outfit dazu, bei den Kontrolleuren auf taube Ohren trifft.

Keine lange Freude für Schmuggler

Gar ganz leer geblieben ist in der Festwache in einem Schrank das Fach, in dem im Vorjahr noch die abgenommenen Ein-Liter-Flaschen mit alkoholhaltigen Mixgetränke und Hochprozentiges deponiert worden waren. Im Gegensatz zu den Messern wurden diese natürlich nicht mehr zurückgegeben. Hier habe scheinbar der Kontrolldruck besonders große Wirkung gehabt. Denn über den vermeintlichen Erfolg beim Schmuggeln durch die Kontrollstellen konnten sich diese Zeitgenossen nicht lange freuen.

Den Augen der Streifen des Sicherheitsdienstes, aber auch der uniformierten beziehungsweise der in Zivil gekleideten Polizisten entging so schnell nichts. Die einschlägig bekannten Treffs auf dem gesamten Festgelände zwischen Bahnlinie und Weinzelt sind zudem gut video-überwacht. „Es kann auch deshalb viel weniger auf dem Platz landen als früher, weil Herren und vor allem Frauen mit weniger großen Handtaschen beziehungsweise Rucksäcken auf den Festplatz kommen“, begründete Stephanie Wildfeuer diese Entwicklung. Ihr Vater Franz ergänzte dies mit der Erfahrung: „Dafür haben jetzt manche offensichtlich vor dem Erreichen des Festplatzes einiges getrunken.“

Und noch ein Problem früherer Feste hat sich dank der verschärften Kontrollen vor allem von Jugendlichen fast gelegt: Verstöße gegen das Rauchverbot für Kinder und Jugendliche unter 18 Jahren werden konsequent verfolgt. Das gilt nicht nur im sogenannten „Jugendbereich“, der sich über Jahre am südlichen Seitengang der Kleinen Jurahalle etabliert hat, sondern überall auf dem Platz. Die viel geringere Anzahl an ertappten, viel zu jungen Rauchern erklärt sich wohl damit, dass sich das mit den Kontrollen offensichtlich herumgesprochen hat, meinte Stephanie Wildfeuer.

So viele ehrliche Finder wie noch nie

Eines wollte die trotz ihrer erst 28 Jahre schon routinierte SD-Mitarbeiterin hervorheben: „Wir haben heuer total ehrliche Finder!“ Eine Geldbörse mit 300 Euro Inhalt wurde genauso abgegeben wie drei Handys. Geld und zwei Handys sind mittlerweile wieder bei den Besitzern. Ein Smartphon wurde zumindest bis spätabends am Donnerstag noch nicht abgeholt.

Sehr rührend empfand es Wildfeuer, als vor ihr ein Kind stand, das einen Fünf-Euro-Schein gefunden hatte und ihn in der Festwache abgeben wollte. Andererseits wurde dort eine Zahnspange als „vermisst“ gemeldet. Rätselhaft ist ihr noch heute, was aus der Person geworden ist, die vor Jahren mit einem Rollstuhl auf den Festplatz gekommen war. In der Wache war er abgegeben, aber nie von seinem rechtmäßigen Besitzer abgeholt worden.

Barcelona-Anschlag war Thema

Am Donnerstagabend war der Anschlag von Barcelona selbstverständlich Thema bei den routinemäßigen Besprechungen des Sicherheitsdienstes. Chef Franz Wildfeuer verwies auf Nachfrage unseres Medienhauses, dass es eh schon seit Festbeginn eine Vorkehrung gegen eine Attacke mit einem Lastwagen auf das Festgelände gibt. Dazu sind von der Firma Klebl auf Höhe des nördlichen Seiteneingangs der Großen Jurahalle (neben dem Toilettenanbau) schwere Betonquader angebracht worden. Solche werden als Gegengewicht auf großen Kränen verwendet. Zudem sorgt nach Ende des Lieferverkehrs ein mit Beton beladener Pritschenwagen schräg gegenüber der Quader für eine Engstelle.

Die so entstandene enge S-Kurve kann von kleinen Transportern und Krankenwagen passiert werden, nicht aber von einem großen Lastwagen. „Den hält der Beton auf“, so Wildfeuer

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