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Region Neumarkt
Dienstag, 24. Oktober 2017 13° 14

Kommentar

Lagerbildung

Ein Kommentar von Lothar Röhrl

Wer hätte das vor acht Wochen gedacht? Die OB-Wahl am 24. September stimmt zwar über das wichtigste Amt in der Stadt ab. Doch mittlerweile hat eine Koalition aus CSU, SPD und FLitZ dafür gesorgt, dass Thomas Thumann im Fall seiner weiter als sehr wahrscheinlich geltenden Wiederwahl einiges an Gegenwind bis zur Stadtratswahl 2020 erwarten muss. Erster Beleg: Die Weise, wie die Sondersitzung zu den Straßenausbaubeiträgen zustande gekommen ist. Schon allein rechnerisch haben CSU, SPD und FLitZ jene Mehrheit, welche dem Pro-OB Thumann-Lager UPW/Grüne/FDP noch bis 2020 fehlen wird. So ist zu erwarten, dass dem von FLitZ beantragten Ratsbegehren zur „Zentralen Wasserenthärtung“ die Annahme im Stadtrat beschieden sein wird. Dann wäre der Bürgerwille am Zug. Zur Beantragung einer Sondersitzung reicht gar nur ein Viertel der Räte. Dieses Quorum schaffen CSU, SPD und FLitZ derzeit mühelos.

Thumann hatte heuer viel Handlungswillen gezeigt: Das An-sich-Reißen des Themas „Bürgerhaus Pölling“, der Baubeginn seines Wahlversprechens „Ganzjahresbad“, die Präsentation eines Parkdecks zur Beruhigung der Anwohner rund ums neue Bad, sein Einsatz um mehr Engagement der Hochschule Nürnberg in Neumarkt, das Aufstellen schöner Sitzgelegenheiten mitten in der Stadt oder die neue Ausleuchtung von Wegen nahe Blomenhof. Doch nun drohen ihm Dinge auf die Füße zu fallen, die im Gefühl, aber auch Wissen der Neumarkter im Alltag anders sind, als das OB, Verwaltung oder SWN-Direktor vertreten: Mehr Kalk im Wasser als früher, die nervige Ampelschaltung des mittleren Rings, das Gefühl der Ohnmacht vor den Vandalen im LGS-Park. Und jetzt auch noch die Sache mit dem Prüfungsbericht, bei dem Thumanns Gegner dem OB vorwerfen, „Misswirtschaft“ und Fehler in Bezug auf die Feuerwehr zu verschweigen. Der OB hat gestern dazu eine Sondersitzung noch vor der Wahl angesetzt – das erwähnte Quorum ließ grüßen.

Es geht am 24. September nicht nur um Thumann, Graf und Ries. Das Ergebnis wird indirekt zeigen, ob die Wähler mit der Lagerbildung einverstanden sind. Deshalb wäre es besser, wenn es parallel zur Wahl des OB auch die eines neuen Stadtrats gäbe. Die gibt es aber erst 2020. Daher beginnt am 25. September der nächste Vorwahlkampf.

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