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Region Neumarkt
Montag, 25. September 2017 17° 3

kultur

Liebeszauber auf der Burg

Das Musical „Die Wolfsteiner“krönt den Sommer und das Stadtjubiläum mit magischen Momenten.
von eva gaupp

Neumarkt. In solchen Augenblicken ist es schade, dass eine Zeitung keinen Ton hat. Damit würde die Rezension eines Musicals unsagbar leichter. Zudem könnte diese Rezension äußerst kurz ausfallen: „Gehen Sie unbedingt hin!“ – Denn die ersten Burgspiele Neumarkts versprechen alles, was man sich für einen erfüllten Sommerabend wünschen kann: Liebe, Lust und Leidenschaft, Spannung, Witz und Geschichtskunde – und das in einer zauberhaften Kulisse, sodass man sich am liebsten auf der Stelle ins Mittelalter beamen lassen möchte, um mit Hans, dem Wolfsteiner, seiner Gattin Rosamund und all den anderen Darstellern zwischen den Burgmauern in die Welt der Ritter und Burgfräulein einzutauchen.

Nun gut, ganz so idyllisch war das Leben seinerzeit nicht, weder in den Dörfern noch auf der Burg, das brachte die Geschichte über das grausame Gesetz der ersten Nacht (ius primae noctis) und dem Frondienst schon deutlich zum Ausdruck. Doch dem ergreifenden Liebesduett von Bauer Alois (Marcel Estermann) und Hildgund (Anja Ibler) hätte wohl auch ein hart gesottener Raubritter nicht widerstehen können. Das Publikum des 21.Jahrhunderts jedenfalls war hingerissen. Selten wurde Geschichtsunterricht so gerappt und gerockt.

Souverän meisterten vor allem die drei adligen Damen (neben Ibler auch Katrin Frühinsfeld und Anja König) die anspruchsvollen Lieder, verstanden es, sie mit ihrer Stimme glanzvoll auszufüllen. Und wenn sich Marcel Estermann auf der Bühne singend Gehör verschaffte, wäre so manch ein DSDS-Sternchen vor Neid erblasst.

Doch es geht nicht nur ernst und dramatisch zu, dafür sorgen ein wortgewaltiges und gewitztes Burggespenst sowie der koboldhafte Burgvogt (Tobias Thumann). Wunderbar heilig und dem Messwein verfallen verkörpert Hans Georg Hirn den Dorfgeistlichen. Außerdem lockern die Tanzszenen die Handlung mit originellen Ideen auf. So präsentieren sich sechs Tänzer beispielsweise halb Leben – halb Tod, halb Kleid, halb Skelett. Was nach der Pause unter Einsatz von Schwarzlicht wunderbar zur Geltung kommt, weil sich dann die Nacht über den Wolfstein legt – und zwar im echten Leben wie auch im Stück.

Überhaupt gelingt es den Strippenziehern hinter den Kulissen, die Burgkulisse (nur das Gestänge der Bühne stört etwas) ins rechte Licht zu setzen. Die untergehende Sonne wird dabei von Christoph Hammerbacher wirkungsvoll unterstützt, der die Burgmauern je nach Stimmung rot, gelb, blau oder blass erstrahlen lässt.

Damit bieten alle rund 200 Mitwirkenden mit Unterstützung der Bürgerstiftung (ihr kommt der Gewinn aus Einnahmen zugute) wirklich ein Sommermärchen. Die 250 Gäste der VIP-Premiere mit OB Thomas Thumann, Landrat Albert Löhner sowie Vertretern aus Wirtschaft, Kultur und Politik haben es in vollen Zügen genossen.

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