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Region Neumarkt
Dienstag, 20. Februar 2018 4

Politik

Linke formieren sich neu

Der Kreisverband hat eine neue Führung gewählt. Derzeit zählt er rund 35 Mitglieder im Landkreis Neumarkt.
Von Helmut Sturm

Der neue Vorstand mit Sebastian Pröbster, Tobias Emmerling und Marco Winkler (v. li.) bedankten sich bei Norbert Finsterer (2. v.re.). Foto: Sturm

Neumarkt.Der Kreisverband der Linken hat sich am Samstagnachmittag zur Neuwahl des Vorstandes im Traditionsgasthaus Hiereth in Woffenbach (Schlossstraße) versammelt. Sprecher Norbert Finsterer begrüßte sechs weitere Genossen zur Mitgliederversammlung. In den Vorstand gewählt wurden Sebastian Pröbster, Marco Winkler (Finanzen) und die Funktion des Sprechers nimmt künftig Tobias Emmerling wahr.

Seit fast zehn Jahren war Norbert Finsterer bislang Sprecher des Kreisverbands. Der Altachtundsechziger, wie er von Freunden immer noch genannt wird, blickte weit in seine politische Vergangenheit zurück und erklärte, weshalb er sich überhaupt politisch engagiert: Durch mehrere Ereignisse, die die meisten der anwesenden Mitglieder nur noch vom Hörensagen kennen, habe er sich quasi gezwungen gesehen, aktiv zu werden. Dazu gehörte der NATO-Doppelbeschluss, den Finsterer als Beginn einer Aufrüstungsphase bezeichnete. Der seiner Meinung nach völkerrechtswidrige Krieg im ehemaligen Jugoslawien, der von der rot-grünen Regierungskoalition beschlossen wurde, war für Norbert Finsterer als überzeugter Pazifist der Grund, aus seiner Partei, den Grünen, für die er bereits verschiedene Ämter unter anderem im Kreistag innehatte, auszutreten und sich später der PDS/Die Linke anzuschließen.

Auch für die Landtags- und Bezirkstagswahlen haben die Linken Kandidaten nominiert.

Der ursprüngliche Kreisverband Neumarkt, Amberg, Sulzbach sei zwar schnell auf ein gutes Dutzend Mitglieder angewachsen, habe jedoch von der Struktur nicht so gut funktioniert, sagte der Kreisvorsitzende. Eine rasche Trennung schien der bessere Weg zu sein. Der mit dem Landesverband besprochene Kreisverband Neumarkt sei deshalb zügig gegründet worden. Derzeit zählt der Kreisverband Neumarkt gut 35 Mitglieder – Tendenz zunehmend. Damit habe sich diese Zahl im Vergleich zum vergangenen Jahr fast verdoppelt.

„Niemals dachte ich an die Position des Sprechers für mich, eher an eine Übergangslösung und jetzt feiere ich mein fast zehnjähriges Jubiläum“, sagte Finsterer.

Hierarchien wie in anderen Vereins- oder Verbandsstrukturen lehnen Die Linken kategorisch ab. Sie nehmen zwar unterschiedliche Funktionen im Vorstand wahr, bleiben aber untereinander gleichberechtigt.

Bei einer Frauenquote von 25 Prozent müsste im vierköpfigen Vorstand mindestens eine Frau sitzen. Es stellte sich jedoch keine Frau für die Vorstandsarbeit zur Verfügung. Sie kann aber auch zu einem späteren Zeitpunkt gewählt werden. Als zukünftige Schwerpunkte ihrer Arbeit betrachten die Genossen den Einzug in Gemeinde- und Stadträte bei der nächsten Kommunalwahl.

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