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Region Neumarkt
Sonntag, 24. September 2017 18° 3

Genuss

Lob vom Experten für das Festbier

Heinz Kühnlein ist Biersommelier. Er versteht sich als Berater – und er war bei der Bierprobe für das Volksfest dabei.
Von Günter Treiber und Vera Gabler

  • Auch der Prominenz aus Politik, Wirtschaft und Kultur mundete das Festbier 2017 vortrefflich. Foto: Treiber
  • Heinz Kühnlein ist Biersommelier. Foto: Treiber

Parsberg.Nicht nur in den Festzelten der Volksfeste – immer wieder geht es um die Qualität und den Geschmack von Bier. Ist es hopfig? Ist es zu bitter? Oder zu süß? Wie viel Alkohol hat es? Man kann am Biertisch stundenlang darüber diskutieren.

Jemand, der sich damit auskennt, ist ein Biersommelier. Heinz Kühnlein, Gebietsverkaufsleiter der Lammsbrauerei, ist so ein Bier-Experte. Und die Brauerei ist seit mehr als 50 Jahren Bierlieferant des Parsberger Volksfestes. Seine Kenntnisse hat er aktuell bei der Bierprobe zum Parsberger Volksfest unter Beweis gestellt und erklärt: „Unser Festbier hat 5,5 Prozent Alkohol aus 13,5 Prozent Stammwürze. Im Geschmack hat es eine deutliche Kopfnote aus Karamell und Pflaume. Es ist sehr malzbetont und vollmundig, wie man in der Oberpfalz braut und wie es die Oberpfälzer mögen.“

Vollmundig – und „wieder gut“

Während Kühnlein feine Noten im Festbier findet, stellt Lammsbräu-Generalbevollmächtigte Susanne Horn bei der Bierprobe fest: „Das Bier ist vollmundig“. Und die mehr als 100 Gäste im Burgsaal meinten einfach übereinstimmend: „Mei is des heuer wieder gut“. Zum ersten Mal ist das Bier in diesem Jahr auf dem Vorplatz des Burgsaals getestet worden. Dort freuten sich die Gastgeber Bürgermeister Josef Bauer, Festwirt Peter Engel und – als Debütant beim Parsberger Volksfest – Lammsbräu-Juniorchef Johannes Ehrnsperger sowie Volksfestreferent Günter Krotter über viele Gäste aus Politik, Wirtschaft und Kultur sowie aus den Parsberger Vereinen.

Bürgermeister Bauer erklärte: „Diese traditionelle Bierprobe ist ein Dankeschön an alle ehrenamtlich Tätigen in unseren Vereinen“. Ebenfalls kurz machte es Staatssekretär Albert Füracker. Er sagte, dass die Parsberger nicht ohne die Lupburger könnten und dass das Bier wieder gut sei: „Ihr habt’s a Burg, mir ham a Burg und mir halten zamm“. Festwirt Peter Engel berichtete, sein Festzelt sei nagelneu und es sei erst der dritte Aufbau. Neu sei auch nach vielen Jahren, dass es wieder ein Weinzelt geben werde. Es sei ein attraktives Pagoden-Weinzelt, in dem sich die Besucher sicher wohl fühlen würden. „Was gut läuft, tausche ich nicht aus“, sagte Engel und meinte damit das Programm: „Die Hardware ist neu, die Software ist alt“.

Künlein erklärte auch seinen Beruf: Ein Sommelier lerne, „sein“ Produkt zu „fühlen“. Natürlich gehe es auch um die perfekte Bierqualität im Ausschank und die perfekte Präsentation in der Gastronomie oder bei Veranstaltungen, wie auch auf dem Parsberger Volksfest. Besondere Fähigkeiten brauche man nicht, man müsse sich nur Neuem stellen.

Einige haben auch den Begriff „Sommelier“ vielleicht noch nie gehört. Da muss Kühnlein lachen: „Historisch geht der Beruf des Sommeliers aus dem mittelalterlichen Hofamt des Mundschenks hervor. Der Sommelier war ursprünglich der Vorkoster am Hof bei den Königen und Päpsten und hatte die Aufgabe, Speisen und Getränke auf ihre Qualität und Bekömmlichkeit zu prüfen“.

Aber heute sei das natürlich anders. Der Sommelier sei vielen vom Wein her bekannt. Sommeliers gebe es außerdem bei vielen Produktgattungen wie Käse, Schokolade, Wasser und natürlich Bier. „Letztendlich ist der Biersommelier der Botschafter einer guten Bierkultur. Er versteht sich als Berater in seiner höchsten Form für den Verbraucher, den Gastwirt oder als letzten in der Kette, den, der das Bier trinkt.“

Da ergeben sich aber einige Fragen: Warum wird man Biersommelier? Wie wird man das? Braucht man eine Ausbildung? Kühnlein erklärt, er habe diese Ausbildung unbedingt machen wollen, weil Bier für ihn etwas ganz Besonderes sei, aber nicht, weil er beruflich damit zu tun habe. „Bier ist ein faszinierendes Getränk . Die Geschichte, die Traditionen der vielen Brauereien, die Herstellung, die Rohstoffe und die Vielfalt – da wollte ich einfach mehr darüber lernen, um mich in meinem Beruf weiter zu entwickeln und habe eine Ausbildung gemacht“.

In seinem Beruf würde er immer wieder mit den Aussagen „das ist ein gutes Bier“ oder „das ist ein schlechtes Bier“ konfrontiert. „Aber mein persönliches Empfinden war ganz anders“, erinnerte sich Kühnlein. „Biere in ihrem Geschmack zu beschreiben, fiel mir damals einfach schwer“. Der sprachliche Ausdruck sei das Problem gewesen, Gerüche und Aromen genau zuzuordnen und auszudrücken. Er sagt: „Eigentlich ist es ganz einfach, man muss nur seine Nase überall reinstecken und bewusst am Bier riechen“.

„Genuss ist pure Emotion“

Die Menschen müssten einfach wieder damit beginnen, mit allen Sinnen zu genießen, sich einen eigenen Eindruck zu verschaffen und nicht nur dem Eindruck anderer zu vertrauen. „Genuss ist pure Emotion, und das versucht der Sommelier in Worte zu fassen“, erklärt er. „Denn das Verständnis für Genuss steigert die Chance, neues zu entdecken und den Genuss zu steigern“.

Es gehe nicht darum, ein Bier als besonders gut oder schlecht zu beschreiben oder zu bewerten, sondern darum, ein Bier sortentypisch ohne Fehler, seine Farbe, das Aussehen, das Aroma und den Geschmack, und, den Charakter zu bestimmen. Und dann kommt Kühnlein wieder zum Anfang, zum Biertisch-Gespräch: „Bier lässt viel Spielraum, sich darüber zu streiten. Aber es gibt nichts schöneres, als über Bier zu sprechen“.

Seine Ausbildung hat Kühnlein an der Doemens-Akademie in Gräfelfing bei München gemacht. Der praktische Teil findet bei Salzburg statt. Er sei 2010 der erste ausgebildete Diplom-Bier-Sommelier der Oberpfalz gewesen, sagt er. Die Ausbildung sei sehr umfangreich, ein Großteil drehe sich um die Bierbeschreibung. Man lerne, ein Produkt in seine Bestandteile zu zerlegen und zu beschreiben.

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Das Programm zum Volksfest

  • Freitag:

    17.30 Uhr Standkonzert mit Schäfflern auf dem Stadtplatz, 18 Uhr Auszug zum Festplatz und Bieranstich.

  • Samstag:

    15 Uhr Seniorennachmittag, 19 Uhr Musik und Party mit Champane.

  • Sonntag:

    10 Uhr Festgottesdienst im Zelt, anschließend Frühschoppen und Mittagstisch (eine Maß Bier und einen Schweinebraten gibt es für 10 Euro), 18 Uhr Musik mit der Altmühltaler Blaskapelle.

  • Montag:

    14 Uhr Familiennachmittag mit ermäßigten Fahrpreisen, 15 Uhr Zauberer Karli, 16 Uhr Tag der Betriebe, Vereine und Behörden, 20 Uhr Party mit Donnaweda.

  • Dienstag:

    18 Uhr Bayerischer Abend mit den Bacherlmusikanten, gegen 22 Uhr Brillantfeuerwerk. (pgt)

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