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Region Neumarkt
Sonntag, 28. August 2016 31° 1

Tierquäler

Mann schießt mit Armbrust auf einen Hund

Als der Berner Sennenhund „Fips“ im Garten war, schoss ein Unbekannter in Neumarkt auf den Hund. Der hatte großes Glück und überlebte schwer verletzt.
Von Eva Gaupp

So könnte die Armbrust ausgesehen haben, mit der der Unbekannte auf „Fips“ geschossen hat. Foto: Zucchi

Neumarkt.Wie durch ein Wunder hat „Fips“ überlebt: Ein unbekannter Mann hat mit einer Armbrust auf den zwölfjährigen Berner Sennenhund geschossen. Der 40 Zentimeter lange Pfeil blieb im Brustbein stecken – das rettete ihm das Leben. „Nur ein, zwei Zentimeter weiter rechts oder links und er wäre tot gewesen“, sagt sein geschocktes Herrchen Jens Kratzer.

Am 19. September, als das Unfassbare geschah, war er gerade im Urlaub gewesen. Sein Bruder kümmerte sich in dieser Zeit um den Hund und ließ ihn am Nachmittag in den Garten. Da ist es passiert: Ein Mann zwischen 30 und 40 Jahren, mit blauem Hemd und schwarzer Hose bleibt vor dem Gartenzaun stehen – oder steigt sogar darüber, zielt auf den Hund und schießt. Ein Nachbar hat den Mann gesehen, bevor er abgehauen ist.

Zum Glück konnte „Fips“ noch rechtzeitig zum Tierarzt gebracht werden, wo er operiert wurde. „Momentan gehen wir jede Woche zum Tierarzt, um die Wunde kontrollieren zu lassen“, erzählt Jens Kratzer. Es dauert, bis das tiefe Loch verheilt ist. Kratzer rätselt, wer auf seinen Hund geschossen haben könnte. Es habe nie Beschwerden gegeben, immerhin sei „Fips“ mit seinen zwölf Jahren auch schon ein älterer Herr und ruhig.

Außerdem ist der Hundebesitzer ratlos, ob er sein Tier wieder in den Garten lassen soll. „Vielleicht kommt der Täter wieder und versucht es noch einmal?“ Vielleicht schlägt er jedoch auch woanders zu.

Deshalb ist er an die Öffentlichkeit gegangen und hat sich an die Mittelbayerische Zeitung gewandt: Er möchte andere Tierbesitzer warnen, dass da jemand rumläuft und auf schutzlose Tiere schießt. Die Kratzers wohnen in Wolfstein – vielleicht schlägt der Unbekannte aber auch in einem anderen Stadtteil zu. Insofern ist Vorsicht geboten.

Die Kratzers haben Anzeige bei der Polizei erstattet und der Nachbar hat eine Personenbeschreibung abgegeben. Vielleicht wird der Täter ja auch noch gefasst.

Zeugenaussagen seien bei der Suche nach solchen Tätern immer sehr wichtig, gibt die Polizei Auskunft. Sie ermittelt derzeit gegen Unbekannt wegen „Sachbeschädigung“ – denn laut Gesetz ist ein Tier eine Sache – und wegen des Verstoßes gegen das Tierschutzgesetz.

Immer wieder komme es zu solchen Attacken gegen Tiere, berichtet der Beamte der MZ auf Nachfrage. In der Regel werde mit einem Kleinkalibergewehr auf Vögel oder Katzen geschossen. Dass jemand eine Armbrust auf einen Hund abgefeuert hat, das sei allerdings neu. Solche Fälle sind in Parsberg bekannt geworden, als jemand mit einem Luftgewehr auf eine Katze geschossen hat, so dass das Tier von einem Tierarzt behandelt werden musste. Und in Mühlbach steckte sogar noch das Projektil in einer Katze, auf die ebenfalls mit einem Luftgewehr geschossen worden war. Immer wieder legen Tierquäler auch Rattengift aus, an dem im Neumarkter Stadtteil Woffenbach und in Postbauer-Heng Hunde jeweils nur mit viel Glück überlebt haben.

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