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Donnerstag, 14. Dezember 2017 5

Bundestagswahl

Mindestens 13 Euro pro Stunde

Michael Prensky tritt für die Bayernpartei an und erklärt, wie er die Politikverdrossenheit bekämpfen möchte.
Von Eva Gaupp

Auf dem Foto hält der Bundestagskandidat 13 Euro in der Hand – diesen Betrag wünscht er sich als Mindestlohn für alle Branchen. Foto: Gaupp

Mehr Geld für Familien

Rente, Familien und Kinder – diese Themen gehören für mich zusammen. Wenn eines der drei Rädchen nicht funktioniert, laufen auch die beiden anderen nicht.“ Verdiene ein Paar nicht genug, könne es sich keine Kinder leisten oder es könne inen nicht den optimalen Start ins Leben bieten. Dann jedoch fänden diese Kinder später nur schwer einen gut bezahlten Job – wodurch sie wiederum nicht die Rentenbeiträge leisten könnten, die die Gesellschaft brauche. Deshalb fordert Michael Prensky einen Mindestlohn von mindestens 13 Euro für alle Branchen, schlägt 5000 Euro als „Erstausrüstung“ für jedes Kind vor, außerdem einen zinslosen Kredit für Familien in Höhe von 10000 Euro auf zehn Jahre. Ergänzend dazu müsse das Kindergeld erhöht und Hartz IV abgeschafft werden. Finanzierbar seien diese Leistungen aus Steuermittel.

Die Familienpolitik liegt dem Kandidaten besonders am Herzen. Er habe viele Menschen gesprochen, die im Alter zu wenig Rente bekämen. Und durch die Null-Zins-Politik sänken auch die Renditen der privaten Rentenversicherungen ins Bodenlose.

„Nur echte Flüchtlinge aufnehmen“

Einwanderung und Asyl will Michael Prensky strikt getrennt wissen. Während Einwanderer meist schon gezielt wegen eines Arbeitsplatzes ins Land kommen, verfügten viele Asylbewerber über keine berufliche Qualifikation. Bis sie in den Arbeitsmarkt integriert werden könnten, belasteten sie die deutschen Sozialsysteme. Es bestehe die Gefahr von Parallelgesellschaften. Diese macht der Kandidat der Bayernpartei jetzt schon in einem größeren Maße aus als vor dem Jahr der großen Flüchtlingswelle 2015.

Wer kein Recht auf Asyl habe, dürfe auch nicht langfristig geduldet werden, nur weil diese Person vielleicht ihre Identität verschleiere, keine Papiere besitze oder nicht abgeschoben werde. „Ich kann verstehen, wenn Menschen Angst vor Überfremdung haben, da ihre Lebensweise in einer Art verändert wird, wie sie es nicht möchten.“

Eine direkte Demokratie

Für die allgemein spürbare Politikverdrossenheit in der Bevölkerung macht Michael Prensky einen Grund aus: Die Menschen haben das Gefühl, die Politiker versprechen oft das eine – und tun das andere. „Viele Menschen fühlen sich ausgeliefert.“ Außerdem hat er den Eindruck, dass die Politiker längst den Draht zu den Bürgern verloren haben, die selbst ernannte „Führungselite“ fühle sich Lobbyisten und Wirtschaftskonzernen näher als dem Bürger. Als Gegenmittel wünscht sich der 57-Jährige Volksabstimmungen auf Bundesebene, damit die Bürger bei grundsätzlichen Themen mitentscheiden können. Die Einführung des Euro wäre so ein Thema gewesen, sagt er. Um ein Volksbegehren leichter zu realisieren, fordert die Bayernpartei ein Absenken des Quorums und eine Abschaffung der Genehmigungspflicht. In einer direkten Demokratie sinke automatisch die Politikverdrossenheit.

Ein unabhängiges Bayern

Zu gegebener Zeit“ will die Bayernpartei eine Volksabstimmung initiieren, um über die Eigenständigkeit Bayerns entscheiden zu lassen. „Ich werde das wahrscheinlich nicht mehr erleben“, sagt der 57-jährige Prensky. Doch die Partei bleibe ihren Prinzipien treu und verfolge dieses Ziel seit 1946. Die Eigenständigkeit des finanzwirtschaftlich starken und bevölkerungsreichen Freistaats habe nur Vorteile. Die 30 Milliarden Euro, die Bayern an Berlin zahle, könnten den eigenen Menschen im Bundesland zugute kommen. Traditionen, Sprache und Brauchtum würden stärker gefördert und laut Experten sei es sogar möglich, Senioren eine Kopfrente in Höhe von 1200 Euro auszuzahlen. In der EU bleibe Bayern trotzdem und auch die Zusammenarbeit mit den anderen Bundesländern müsse weiterhin gut bleiben.

Umweltschutz mit Verstand

Die Auswirkungen der industriellen Landwirtschaft sind nicht absehbar, sagt Michael Prensky und verweist auf die Windschutzscheibe seines Autos: „Wenn man früher von Bayern an die Nordsee gefahren ist, musste man dreimal aussteigen, um die Insekten wegzuwischen“. Doch durch Monokulturen, Dünge- und Spritzmittel stürben die Insekten, die Bienen und die Vögel. Deshalb müsse die Entwicklung weg von Agrarunternehmen wieder hin zu kleineren Betrieben gehen – ohne Gentechnik, mit mehr Tierschutz.

Zum Thema Umwelt gehört für Michael Prensky auch der Ausstieg aus Atomkraft und Kohle – „aber mit Sinn und Verstand“. Erst müsse es einen dreijährigen Probelauf geben, dass Deutschland allein mit regenerierbaren Energien existieren könne, dann sei ein kompletter Ausstieg sinnvoll.

Persönliches: Michael Prensky ist 57 Jahre alt, geschieden, hat drei erwachsene Kinder und sechs Enkel. Im sächsischen Crimmitschau aufgewachsen, zog er nach der Wende berufsbedingt zunächst nach Nürnberg, seit vier Jahren ist er in Schmidmühlen im Landkreis Sulzbach-Rosenberg zuhause.

Beruflicher Werdegang: Nach einer Maurerlehre und seinem Wehrdienst in der Nationalen Volksarmee arbeitete Michael Prensky einige Jahre in der allgemeinen Verwaltung in der damaligen Landesregierung, bevor er bis zur Wende in Gera als Sintertechniker beschäftigt war. Nach einer Station bei MAN in Nürnberg ist Prensky seit 1996 Zivilbeschäftigter.

Politischer Werdegang: Zur Bayernpartei kam Michael Prensky über einen Bekannten aus Schmidmühlen. „Das ist die Partei, die meinen Vorstellungen und Werten entspricht.“ Ein politisch interessierter Mensch sei er schon immer gewesen – allerdings habe er sich nicht vorstellen können, auch einmal Mitglied einer Partei zu werden. In der DDR sei er nie Mitglied der SED geworden, „ich war ein gebranntes Kind“. 2015 trat er der Bayernpartei bei. Für den Bundestag kandidiere er, „weil ich meine eigenen Ideen einbringen möchte. Es läuft einiges schief in unserem Land, wenn man beispielsweise sieht, wie viele Menschen im Ruhestand in die Armut fallen.“ Er setze sich für mehr direkte Demokratie ein, „denn die Politiker vergessen oft, wer sie bezahlt“. Politik werde am Bürger vorbei gemacht, dadurch entstehe die Politikverdrossenheit.

Information: http://oberpfalz.bayernpartei.de

Weitere Informationen zur Bundestagswahl und allen zehn Kandidaten des Wahlkreises 232 Amberg-Neumarkt finden Sie in unserem MZ-Speziall.

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